Foto: 1x Bundeswehr, 1x GDELS-Mowag, 1x IDF

„Privilegierte Frauen“

2. September 2011

83dmz1Worum geht es bei der Debatte um Frauen in der Armee tatsächlich? Der israelische Militärtheoretiker Martin van Creveld überrascht im DMZ-Gespräch mit einigen unorthodoxen Thesen.

DMZ: Herr Prof. van Creveld, in Deutschland tobt derzeit eine Debatte um Frauen bei der Bundeswehr. Junge – männliche – Offiziere stehen im Kreuzfeuer der Kritik, weil sie diese Frage offen diskutieren. Warum akzeptiert die Political Correctness keine Diskussion um die Vor- und Nachteile von weiblichen Soldaten?
Creveld: Wenn wir über die Political Correctness sprechen, dann ist die Debatte um Frauen bei der Bundeswehr wirklich das geringste der Probleme. Political ­Correctness, dieses grünäugige Monster, ist doch all­gegenwärtig. Dieses Monster bekämpft das freie Denken überall dort, wo es um die möglichen Unterschiede von Menschen unterschiedlicher Rassen, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Zusammenhang von Gesellschaft und Bio­logie geht, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Political Correctness versucht zudem die Unterschiede zwischen Objektivität und Subjektivität, zwischen Feigheit und Mut und sogar zwischen Gut und Böse aufzulösen. Um es mit Friedrich Nietzsche zu sagen: Die Political Correctness ist die Manifestation einer Sklavenmoral. Sie ist ein Kennzeichen einer niedergehenden Gesellschaft, die sich selbst in ihrem Niedergang für ihre Rechtschaffenheit, Freiheit und ihre angebliche Toleranz preist. Diesen Beitrag weiterlesen »

Kommando Becker

2. September 2011

Beutestück aus Frankreich: Dieses Flak-Geschütz wurde ebenfalls von Einheiten der deutschen Wehrmacht während des Frankreichfeldzuges übernommen.

Beutestück aus Frankreich: Dieses Flak-Geschütz wurde ebenfalls von Einheiten der deutschen Wehrmacht während des Frankreichfeldzuges übernommen.

„Recycling“ von alliiertem Kriegsmaterial

Es ist eine bekannte Tatsache, daß seit Anbeginn der Menschheit und im Lauf der Evolution nach Konflikten zwischen Stämmen und später Nationen die Waffen des Gegners weiterverwendet wurden. Besonders erbeutete Waffen höherer Technologie wurden auch vom neuen Besitzer sehr oft eingesetzt. Ob Pfeilspitzen aus Stein oder Metall, Schwerter aus Bronze oder Eisen, sowjetische T-34-Panzer oder deutsche „Panther“, es waren immer dieselben Motive ausschlaggebend. Deutschland hatte dieses Prinzip bereits im großen Stil im Ersten Weltkrieg angewendet. Damals wurden unzählige Tanks des Gegners, meistens britischer Herkunft, erbeutet und zum Teil gegen die ehemaligen Eigentümer eingesetzt – insgesamt kamen auf diese Weise etwa 170 britische Panzer gegen die eigene Seite zum Einsatz. Deutschland konnte so meh­rere Panzer-Abteilungen neben den zahlenmäßig weit unterlegenen Einheiten mit dem eigenen Sturmpanzerwagen A7V deutscher Fabrikation aufstellen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Mit Blitz und Donnerhall

2. September 2011

83dmz2Das Mittlere Artillerieraketensystem MARS II (MLRS)

Die Grundidee, raketenförmige Kampfmittel auf einen Feind zu schießen, ist so alt, wie es pulverförmige Treibladungen gibt. Auch wenn bis heute nicht zweifelsfrei belegt ist, wer der Erfinder des Schwarzpulvers war, kann davon ausgegangen werden, daß es im 12. Jahrhundert zahlreiche parallel verlaufende Erfindungen in Europa, China und den arabischen Ländern gegeben hat. Dabei konzentrierten sich die Entwicklungen interessanterweise in China eher in Richtung der Raketen, wohingegen europäische Tüftler die Kanonentechnologie bevorzugten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wir denken an Euch!

2. September 2011

Immer für die gute Sache unterwegs: Mario und Uschi Schulz engagieren sich für Bundeswehrsoldaten  im Auslandseinsatz.

Immer für die gute Sache unterwegs: Mario und Uschi Schulz engagieren sich für Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz.

Uschi und Mario Schulz erinnern an Soldatenschicksale

Mitgefühl ist manchmal ein heikles Thema in der Bundesrepublik Deutschland – man will es kaum glauben. Doch vor allem dann, wenn es um Mitgefühl mit Soldaten geht, die verwundet oder traumatisiert aus ihren Auslandseinsätzen zurückkehren, schweigen Me­dien und Politik oft seltsam lange. Wenn deutsche Sol­daten aus dem Einsatzgebiet nach Hause kommen, fühlen sie sich meist alleingelassen. Mehr als tausend Afghanistan-­Veteranen der Bundeswehr leiden an sogenannten „posttraumatischen Belastungsstörungen“. Diese drücken sich in qualvollen Erinnerungen an das Erlebte, Depressionen, Reizbarkeit, Wutausbrüchen, Schlafstörungen, Konzen­trationsschwierigkeiten, Angstzuständen, Suchtproblemen oder sozialer Vereinsamung aus. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Von Spitzbuben lernen“

2. September 2011

Schweiz will Zusammenarbeit mit China und Südkorea ausbauen.

Der Schweizer Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP) traf im Rahmen einer mehrtägigen Ostasienreise Mitte Juli unter anderem mit den Verteidigungs­ministern Südkoreas und Chinas zusammen. Maurer will mit seinen jeweiligen Amtskol­legen die militärische Ko­operation der Schweiz mit beiden Ländern vertiefen. So verkün­dete das Eidgenössische Department für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) nach einem Gespräch Maurers mit dem südkoreanischen Vertei­digungsminister Kim Kwan Jin in Seoul, die Zusammenarbeit mit dem asiatischen Land im Bereich der Rüstung und vor allem in der Ausbildung der Streitkräfte intensivieren zu wollen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Keine letzte Ruhe

7. Juni 2011

grabDas Grab des erfolgreichen Jagdfliegers Walter Nowotny in Wien ist seit Jahren ein Politikum. Es tobt ein Kampf um die Zukunft der letzten Ruhestätte. Linke wollen diese am liebsten einebnen. Doch es geht nicht nur um das Andenken an Walter Nowotny – letztendlich geht es um die ganze geschichtspolitische Einordnung des Zweiten Weltkrieges.

Kaum eine Grabstätte sorgt derzeit in Österreich für so viel Aufregung, wie das vormalige Ehrengrab von Walter Nowotny. Der Major der Luftwaffe und mit 443 Feindflügen und 258 Abschüssen einer der erfolgreichsten Jagdflieger des Zweiten Weltkriegs wurde 1944 in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof beerdigt. Das Grab liegt an prominenter Stelle und wurde jahrzehntelang auf Kosten der Stadt Wien gepflegt. Ein halbes Jahrhundert lang sorgten weder das Grab noch die Person des gefallenen gebürtigen Niederösterreichers für Aufregung. Erst mit dem allmählichen Ableben der Erlebnisgeneration wurden die Stimmen lauter, die eine Aberkennung des Ehrengrab-Status forderten. Besonders die Grünen und Teile der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) begannen Ende der 1990er Jahre im Wiener Gemeinderat Stimmung gegen das Ehrengrab Nowotnys zu machen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Ab an die Front

7. Juni 2011

boxerBundeswehr: Der neue GTK „Boxer“

In Afghanistan stellt der aktuell geführte Militäreinsatz der Bundeswehr ganz besondere, ungewohnte Anforderungen an die deutschen Kräfte. 1955 ursprünglich ausschließlich für die Landesverteidigung vorgesehen und entsprechend aufgestellt, stießen die deutschen Soldaten – mit dem neuen, weltweiten Einsatzkonzept – schnell und zum Teil schmerzhaft an ihre Grenzen. Die von den Aufständischen in Afghanistan angewandte asymmetrische Kriegsführung erforderte schon im Frühstadium des ISAF-Engagements Anfang 2002 ein komplettes Umdenken bei der deutschen Militärführung. Die mitgeführte Ausrüstung und ein Teil der Fahrzeuge waren unzweckmäßig oder wurden mit falschem Schwerpunkt eingesetzt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Besten der Besten

7. Juni 2011

82dmz1Navy SEALs: Der Mythos der Elitekrieger

Virginia Beach ist schon eine eigenartige Stadt an der US-amerikanischen Ostküste. An der Strandpromenade steht eine etwas unförmige Statue des alten römischen Meeresgottes Neptun, über die immer wieder Militärjets donnern. Und an der Strandpromenade stehen kleine Schilder, die die Passanten darauf hinweisen, daß „Vulgärsprache“ hier verboten ist. Ein kommunales Gesetz regelt dort, daß unter dem Donnern der Düsenflugzeuge die blanke Höflichkeit regiert. Rauher Seemannshumor soll nicht die Touristen stören. Denn Seemänner, Matrosen und Soldaten gibt es in der Hafen- und Strandstadt zu Genüge: Mit der „Naval Air Station Oceana“ der US-Marine befindet einer der größten Militärflugplätze der Welt in Virginia Beach. Zahlreiche weitere militärische Einrichtungen, wie beispielsweise der größte Ma­rinestützpunkt der Welt in Norfolk, befinden sich in unmittelbarer Nähe. Fünf der zwölf Flugzeugträger der ­US-Navy haben hier ihren Heimathafen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Mythos an der Ostsee

7. Juni 2011

82dmz2Die Geheimnisse des U-Boot-Grabes im Kieler Hafen

Bis heute hält sich die vielvertretene Ansicht, der Kieler Hafen berge ein geheimnisumwittertes U-Boot-Grab im Ostuferbereich, wo im Jahre 2000 damit begonnen worden war, die alte Ruine des U-Boot-Bunkers „Kilian“ für neue Kaianlagen zu planieren.

Die im Hafenwasser versunkenen mysteriösen Betonreste des „Kilian“ hatten in den Nachkriegsjahren wagemutige Schatztaucher angezogen, die auf die Bergung von Quecksilber und Edelmetallen erpicht waren, die den Gerüchten nach für Japan bestimmt gewesen sein sollten. Die geheimnisvollen Trümmer im Kieler Hafen lockten im Sommer 1952 auch einen Taucher an, der mit schwerer Ausrüstung durch ein Loch in der Landseite einstieg, um einen angeblich versunkenen Fernost-U-Transporter aufzuspüren. Quer zur Landseite fand er eine mit Vidia-Stählen vollbepackte Schute. Das erhoffte Transport-U-Boot fand er nicht, auch kein ebenfalls dort vermutetes, bis dato unbekanntes Walter-U-Boot mit revolutionärem Einheitsantrieb mittels Wasserstoffperoxyd. Diesen Beitrag weiterlesen »

„Symbol des Faschismus“

7. Juni 2011

82dmz3Serbien: Was geschieht mit Ratko Mladic?

Lazarfeld heißt heute Lazarevo. Kaum jemand kannte die kleine Stadt im serbischen Banat, die um 1800 von deutschen Kolonisten besiedelt wurde. Den Namen hat das Städtchen von Lukas Lazar, einem Land­eigentümer und frühen findigen Geschäftsmann aus Siebenbürgen, der den Landstrich 1782 erwarb und daraufhin an die Deutschen verpachtete. Doch das ist lange her. Heute leben dort Serben, und bis zum 26. Mai floß das Leben in der Gemeinde eher gemächlich dahin. Doch an jenem Maitag stürmten serbische Sicherheitskräfte Lazarevo und legten dem wohl heute berühmtesten lebenden Serben Handschellen an: Ratko Mladic.

In den Medien wird die Verhaftung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers seitdem gefeiert. In den deutschen Redaktionsstuben läßt man das Wörtchen „mutmaßlich“ dabei auch schon mal gerne unter den Tisch fallen. Die Bild-Zeitung hat bereits einen passenden Namen für Mladic parat: Dort ist er nur noch der „Balkan-Schlächter“. Diesen Beitrag weiterlesen »