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	<title>DMZ - Deutsche Militärzeitschrift &#187; Zweiter Weltkrieg</title>
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		<title>Leise Feindfahrt</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 10:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Waffentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Zweiter Weltkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei große „Elektro“-Boote liefen 1945 noch aus
Sie kamen zu spät, aber sie gehörten, ebenso wie die weltweit aufsehenerregenden V2-Raketen und die vielfach gepriesenen ersten Düsenjäger Me 262, zu den legendären deutschen Wunderwaffen: Die fortschrittlichen, für den totalen Unterwasserkrieg entwickelten U-Boote des Typs XXI, die ab April 1944 im Eiltaktverfahren in Großserien auf den Großwerften trotz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-192" href="http://www.d-mz.de/archives/161/dmz-76-2"><img class="alignleft size-medium wp-image-192" title="dmz-76-2" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/06/dmz-76-2-300x148.jpg" alt="dmz-76-2" width="300" height="148" /></a>Drei große „Elektro“-Boote liefen 1945 noch aus</strong></p>
<p>Sie kamen zu spät, aber sie gehörten, ebenso wie die weltweit aufsehenerregenden V2-Raketen und die vielfach gepriesenen ersten Düsenjäger Me 262, zu den legendären deutschen Wunderwaffen: Die fortschrittlichen, für den totalen Unterwasserkrieg entwickelten U-Boote des Typs XXI, die ab April 1944 im Eiltaktverfahren in Großserien auf den Großwerften trotz permanenter angloamerikanischer Bombenbedrohung aufgelegt wurden und von denen ein Jahr später 118 Boote – ursprünglich sollten 38 davon monatlich an die Kriegsmarine abgeliefert werden – von der U-Bootwaffe indienstgestellt und zügig auf ihren Einsatz vorbereitet waren.<span id="more-161"></span></p>
<p>Unmittelbar vor der sich abzeichnenden militärischen Niederlage des Deutschen Reiches beabsichtigte Großadmiral Karl Dönitz mit einigen dieser, den herkömmlichen U-Boot-Krieg revolutionierenden, sogenannten großen „Elektro“-Booten von den U-Bootbasen im besetzten Norwegen aus noch eine Weile „ein Schwert hochzuhalten“, um den Zeitgewinn nutzen zu können; zum einen, um vor „Toresschluß“ möglichst viele von der heranrollenden Roten Armee bedrohte Menschen aus den deutschen Ostgebieten in den sicheren Westen zu schaffen und zum anderen, um bei den bevorstehenden Kapitulationsverhandlungen mit den siegreichen Westmächten ein Faustpfand in die Schale werfen zu können.</p>
<p><strong>Auf dem Weg nach Norden</strong></p>
<p>Die Rückblende auf dieses besondere Kapitel der U-Bootgeschichte fällt auf den 16. März des schicksalhaften Kriegsjahres 1945, jenen Monat, in dem die sowjetischen Streitkräfte an der Neiße und in den Oderbrückenköpfen ihren Sturmangriff auf Berlin vorbereiteten. Gleich einem im Abenddunst blank schimmernden, leicht gewölbten Rücken eines an der Tirpitz-Mole des Marine-Stützpunktes Kiel-Wik liegenden großen Stahlfisches ragte das Oberdeck des Neubaus U 2511 knapp eineinhalb Meter über dem Wasserspiegel hinaus. Die 58köpfige Besatzung war in Dreierreihe auf dem Vorschiff angetreten und wurde vom keinem Geringeren als vom Kommandierenden Admiral der U-Boote Hans-Georg von Friedeburg zur ersten, vielversprechenden Unternehmung eines Einundzwanziger-Bootes verabschiedet.</p>
<p>Seit der Übergabe der Bauwerft Blohm &amp; Voss Mitte September 1944 war die Besatzung mit ihrem bevorzugten Boot, das als einziges dem Befehlshaber der U-Boote (BdU) direkt unterstellt war, als erstes Boot der eigens geschaffenen Erprobungsgruppe (EGRU) zugeteilt worden. Zu deren Aufgaben gehörte es, das neue Tiefenausstoßverfahren (mittels Schallortung; sogenannter OT-Schuß ohne Sehrohr-Orientierung) mit neuartigen Torpedos zu testen. Anschließend hatte U 2511 alle Ausbildungsstufen, wie die Ausbildungsgruppe (AGRU)-Front und die taktischen Übungen bei der 27. U-Flottille samt Geleitzug-Angriffsmanöver, vorrangig vor allen anderen Booten durchlaufen und als erstes Serienboot die Frontreife zuerteilt bekommen. Es hatte sich sofort gezeigt, daß der neue Bootstyp aufgrund seiner ausgezeichneten Unterwassereigenschaften einem echten Unterwasserfisch gleichkam, das erste wahre Unterseeboot war, das die Welt hervorgebracht hatte.</p>
<p>Auf dem nach Norden strebenden Boot fuhr besonders ausgewähltes Personal der U-Bootwaffe. Unter allen Typ-XXI-Kommandanten genoß KKpt. Adalbert Schnee von U 2511 das besondere Vertrauen von Karl Dönitz. Der Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub konnte bereits auf 15 Feindfahrten zurückblicken.</p>
<p>U 2511 und seine Besatzung waren seit langem dazu bestimmt, die ersten Fronterfahrungen mit einem „Einundzwanziger“ zu sammeln. Vorgesehen war auch, daß U 2511 zusammen mit U 2502, U 2506, U 2516, U 2519, U 3007 und U 3008, alle von ausgewählt erfahrenen Kommandanten geführt, als erste Typ XXI-Kampfgruppe eingesetzt werden sollte. Diese Boote, in erster Linie U 2511, hatten alle vorgesehenen neuentwickelten Geräte eingebaut bekommen.</p>
<p><strong>So leistungsfähig wie kein anderes</strong></p>
<p>Mit seinem Brennstoffvorrat von 200 Tonnen und 22 Tonnen gebunkertem Proviant wäre das 1.610 Kubikmeter verdrängende U 2511 in der Lage gewesen, ohne Zwischenstopp bis nach Japan beziehungsweise rund um Kap Hoorn in den Pazifik zu gelangen, wobei seine 372 Batteriezellen ihm eine Höchstgeschwindigkeit unter Wasser von 16 bis 17 Knoten garantierten; die herkömmlichen VIIC-Boote schafften gerade mal kurzzeitig siebeneinhalb Knoten und waren, wenn sie geortet wurden, den U-Boot-Jagdeinheiten hoffnungslos ausgeliefert.</p>
<p>Als erstes Typ XXI-Boot erreichte U 2511 am 23. März 1945 unbeschadet Norwegen und machte bei der U-Boot-Abnahmekommando (UAK)-Außenstelle in Horten fest, um dort drei Tage darauf einen Tieftauchversuch vor dem Oslo-Fjord durchzuführen, der sich – obwohl die rechnerische Zerstörungstauchtiefe bei 330 Metern lag – auf 175 Meter beschränkte. Am 8. April lief es in den Stützpunkt Kristiansand ein, um sich auf die Feindfahrt weiter vorzubereiten.</p>
<p>Am 18. April verließ U 2511 Kristiansand, um im Unterwassermarsch nach Bergen zu verlegen.</p>
<p>In der ersten Nachtstunde des 19. April 1945 wurde das nach Norden strebende U 2506, dessen Kommandant Ritterkreuzträger Kptl. Horst von Schroeter war, im Kattegat von einem Flugzeug angegriffen, konnte sich dem Angriff aber durch schnelles Wegtauchen entziehen. Somit hatte das zweite XXIer Boot den Durchbruch nach Norwegen geschafft, und das dritte dieser Boote, U 2502, schickte sich am 19. April an, im Geleit die gefahrvolle Meerenge zwischen Nordjütland und Schweden zu passieren, wo es „Mosquito“-Jagdbomber und „Mustang“-Jäger der RAF aus weniger als 200 Metern Entfernung mit ihren Geschossen eindeckten.</p>
<p><strong>Die Vorbereitungen und Tests verlaufen gut</strong></p>
<p>In der Nacht vor dem Einlaufen in Bergen nahm U 2511 vor dem Korsfjord den Geräuschpegel eines feindlichen U-Bootes auf. Es handelte sich um HMS „Tapir“, das am 12. April vor Bergen das VIIC-Boot U 486 vernichtend torpediert hatte (48 Tote) und dort als Wegelagerer weiteren deutschen ein- und auslaufenden U-Booten auflauerte. Das akustisch leise U 2511 konnte die ganze Nacht hindurch, aufgrund seiner besseren Horch- und Schallgeräte, den feindlichen Bruder einwandfrei verfolgen, ohne daß dieser die Anwesenheit des Typ XXI-Bootes wahrzunehmen imstande war. KKpt. Schnee hatte aufgrund der Vorteile des eigenen Bootstyps die Situation immer in eigener Hand. Obwohl er gute OT-Schußmöglichkeiten nach angegegebenen Werten des Horizontallotes der neuartigen SU-Anlage „Nibelung“ hatte, sah er letztlich doch wegen einer möglichen Verwechslungsgefahr von der Vernichtung des anderen Bootes ab und lief am 21. April in Bergen ein.</p>
<p>Nach weiteren Vorbereitungen unternahm U 2511 am 24. April einen ersten Ausmarschversuch in die Norwegensee, mußte aber nach drei Tagen wieder in Bergen einlaufen, um in der Werft eine Dieselpanne (Pleuelstangenbruch durch Kolbenwasserschlag) zu beheben.</p>
<p>Während an der Heimatfront die Rote Armee seit dem 25. April ihren Einkesselungsring um Berlin enger schloß, befand sich Norwegen fest in deutscher Hand.</p>
<p>Am 28. April entließ der Stützpunktleiter Kristiansand-Süd, KKpt. Ernst Mengersen, U 2506 zur Feindfahrt, die wie bei allen vorgesehenen Einsätzen von „Elektro“-Booten gänzlich unter Wasser erfolgen sollte, mit der Weisung, am Westeingang von Gibraltar zu operieren.</p>
<p>Frühmorgens am 29. April traf U 2529 als viertes Boot des Typs XXI unbehelligt in Horten ein. Am 2. Mai verlegte U 2529 im Unterwassermarsch nach Kristiansand, wo es sich für eine Südunternehmung bereithielt.</p>
<p>Am Abend dieses Tages verabschiedete Flottillenchef (11. U-Flo.) FKpt. Heinrich Lehmann-Willenbrock U 2511 mit der von Dönitz ausgewählten Elite-Besatzung nochmals zur ersten Unternehmung in der Karibischen See. Die erfahrenen Offiziere Schnee und Reinhard „Teddy“ Suhren, die bei der Entstehung des Typs XXI von Anfang an mitgewirkt hatten, sollten nach der ersten Feindfahrt ein klares Urteil über das neue Boot abgeben.</p>
<p><strong>Ein klares Zeichen – Schießverbot</strong></p>
<p>Das weiß gestrichene U 2511 stahl sich nachts um halb drei des nächsten Tages aus dem Fjord von Bergen und tauchte beim Erreichen der offenen See querab des Leuchtturms Marstein ab. Fortan blieb es unter der Meeresoberfläche verborgen, lud seine Fahrbatterie, wenn sich deren Ladezustand verringerte, im Schnorchelbetrieb mit seinen Dieselgeneratoren wieder auf. Die Funkverbindung zur Befehlsstelle ließ sich auch unter Wasser herstellen.</p>
<p>Am Abend dieses dritten Tages des letzten Kriegsmonats lief als drittes Typ XXI-Boot das mit 68 Mann überbelegte U 3008, unter dem Kanonendonner der schon bei Varel verlaufenden Frontlinie vom Flottillenchef der 22. U-Flo., KKpt. Heinrich „Ajax“ Bleichrodt, verabschiedet, von Wilhelmshaven zur Feindfahrt aus. Im Kielwasser nachziehendes Meeresleuchten wurde als ungutes Omen gedeutet. Nach dem Passieren von Helgoland entschloß sich Kommandant Kptl. Helmut Manseck, die Weiterfahrt bis an die südnorwegische Küste unter Wasser fortzusetzen. Dort wurde bei einer Tieftauchprobe in 170 Metern der Grund erreicht. Nachdem U 3008 Bergen zur Torpedo-Ergänzung angesteuert hatte, folgte es U 2511 in den Atlantik nach.</p>
<p>Am 4. Mai 1945 entsandte Dönitz, seit drei Tagen im Amt des Reichspräsidenten, Admiral Hans-Georg von Friedeburg zu Kapitulationsverhandlungen zum Ober­befehlshaber der alliierten Truppen in Europa, US-General Dwight D. Eisenhower, und setzte gleichzeitig ein klares Zeichen des Entgegenkommens, indem er Schießverbot für alle U-Boote befahl. Wegen des ergangenen Angriffsverbotes wurde der für den Abend desselben Tages vorgesehene Auslauftermin zur Unternehmung des wieder gefechtsklaren U 2506 aufgehoben.</p>
<p>An diesem Tag befand sich das unablässig unter der Meeresoberfläche fahrende U 2511 auf einer Position westlich der Färöer-Island-Passage und hatte somit, von gegnerischen Luft- und Seestreitkräften unbemerkt, die Pforte zum Atlantik bereits passiert. Beim Eintritt in den Atlantik hatte es wiederholt Feindberührung, wobei es sich unbemerkt auf leichte Weise gegnerischen Suchgruppen zu entziehen vermochte. An Bord war man von den absoluten Höchstleistungen des Bootes hellauf begeistert. Mit dem neuen Boot war die U-Bootwaffe nunmehr in der Lage, unter Wasser ebenso erfolgreich zu sein wie in den ersten Kriegsjahren mit den kleinen alten Booten über Wasser. In den sechs Bugtorpedorohren lagen die mordernsten Torpedos und 14 weitere konnten in kürzester Zeit per Schnelladeeinrichtung nachgeladen werden. Allein zwei oder drei Fächer von je sechs lagenunabhängigen LUT-Torpedos, die schnell verschossen werden konnten, würden genügen, um mit ihren Schleifenbahnen einen kompletten Schiffskonvoi anzugreifen und eine hohe Trefferquote zu garantieren.</p>
<p><strong>Die Hetzjagd beginnt</strong></p>
<p>Immer noch befanden sich die Angelsachsen in dem Irrglauben, auch die neuen, demnächst in den Atlantik vordringenden deutschen U-Boote müßten in atlantischen Gewässern nachts aufgetaucht marschieren, um ihre Batterien aufzuladen. Sie hatten weder eine Vorstellung von der quasi unbegrenzten Unterwasserausdauer noch einen blassen Dunst von der hohen Schleichfahrtgeschwindigkeit, auch nicht von der raschen Nachlademöglichkeit und der außergewöhnlichen Sensorikausstattung des neuen Typs.</p>
<p>Während U 2511 weiter in den Atlantik hineinfuhr, erreichte es während des Schnorchelns der Funkbefehl, daß die Kampfhandlungen zur See einzustellen seien. Zudem erging der Rückmarschbefehl für alle Boote. Insbesondere die in Deutschland verbliebenen Boote des Typs XXI wollte man nicht den Siegern überlassen. Sie fielen in den ersten Maitagen unter der ausgegebenen Losung „Regenbogen“ ausnahmslos der großen Selbstversenkungsaktion von über 200 U-Booten in deutschen Küstengewässern zum Opfer.</p>
<p>Am 5. Mai hatte das rückkehrende U 2511 die Färöer passiert und befand sich nördlich der Shetlands. Kurz nach der Mittagszeit meldete der Horcher, daß es einer U-Jagdgruppe von vier Fahrzeugen gelungen wäre, das Boot zu erfassen. Alsbald war das Pinken von Schallpeilungen (Asdic) der Fühlung bekommenden U-Jäger – es handelte sich um den Flak-Kreuzer „Bellona“ und eine Rotte Zerstörer – deutlich im ganzen Boot zu hören. Die allesamt fronterfahrenen U-Bootmänner in der Tiefe wußten aus leidvoller Erfahrung, daß nunmehr ein geortetes U-Boot des älteren Typs kaum noch eine Chance besäße, dem unweigerlich einsetzenden Wasserbombenhagel entkommen zu können. Während die hastig heranpirschenden Todfeinde jedes deutschen U-Bootes, die sich im sicheren Gefühl eines weiteren Erfolges wähnen konnten, zur Hetzjagd auf ein vermeintlich leicht zu erlegendes Beutewild ansetzten, schalteten in der Tiefe die U-Bootmaschinisten die jeweils drei Teilbatterien à 62 Akkuzellen der im unteren Boot lagernden Fahrbatterie in Reihe. In dieser mit 360 Volt Spannung erreichten höchsten Fahrstufe übertrug jede der zwei Haupt-E-Maschinen im Achterschiff ihre 2.500 PS auf eine der beiden Propellerwellen, die das Boot auf eine Unterwassergeschwindigkeit von 16 Knoten brachten.</p>
<p>Schnee befahl eine Kursänderung von etwa 30 Grad und ließ U 2511 die Richtung einschlagen, welcher die Verfolger an der Oberfläche gegen Wind und Wellen nachfolgen mußten. Nach kürzester Zeit waren sie abgeschüttelt. In U 2511 hörte man noch in 5.000 Metern Entfernung die Spürhund-Meute, die ihre Wabo-Werfer vergeblich zum „easy u-boat-kill“ klariert hatten, mit ihren Schallortungsgeräten nach dem verflüchtigten Phantom-U-Boot suchen, jedoch konnten sie das sich ihnen dargebotene Phänomen sicherlich nicht begreifen. Wie ein kräftiger, mit wenigen Schwanzflossenschlägen entschlüpfender Hai war das neue Boot dem ausgeworfenen Fangnetz seiner Häscher entkommen. Derart leicht war es dem neuen deutschen U-Boot gelungen, die gegnerische U-Boot-Abwehr auszuschalten, ohne dabei die Kapazität seiner starken Batterien auch nur annähernd zu erschöpfen.</p>
<p><strong>Der erste, einzige und letzte Angriff</strong></p>
<p>In den frühen Morgenstunden des 6. Mai erfuhr die in eine ungewisse Zukunft heimsteuernde Besatzung von U 2511 noch eine Belebung, als der Horcher starke Schraubengeräusche aus nördlicher Richtung aufnahm. Schnee stieg auf Sehrohrtiefe empor und erblickte an der Kimm einen von mehreren Zerstörern gesicherten englischen schweren Kreuzer der Suffolk-Klasse. Einen solchen zehntausend Tonnen schweren Stahlbrocken hatte er während des gesamten Krieges nicht vor den Bug gekriegt, nun aber geschah dies ausgerechnet wenige Stunden nach Einstellung des Seekrieges.</p>
<p>Wer aber konnte dem gerade proklamierten Frieden bereits trauen? Laut Rollentafel nahm die Besatzung ihre einexerzierten Gefechtsstationen ein. Wie bei einem schulmäßig vorgesehenen Angriff schloß U 2511 mit hoher Unterwassergeschwindigkeit zum Flottenverband auf und untertauchte in vormals ungewohnter großer Tiefe die Zerstörersicherung, um eine Angriffsposition zirka 600 Meter seitlich des nahezu 200 m langen Kreuzers einzunehmen, bei einer Schußdistanz und Zielbreite, die in jedem Fall zum Erfolg führen mußte. Die Hauptmaschinen wurden abgeschaltet und der Angriff mit dem geräuschlosen Schleichfahrtmotor, den es bei den früheren Booten nicht gegeben hatte, durchgeführt. Kein Zickzacken oder Ausweichen hätte dem Kreuzer mehr etwas genützt. Immer noch ahnte keine Seele auf dem englischen Kriegsschiff etwas davon, daß eine unbekannte Gefahr ihnen aus der Tiefe erwuchs. Die Schußdaten waren in den Torpedorechner eingegeben, drei Torpedorohr-Mündungsklappen waren schon geöffnet worden. Torpedo-Maat Heinz Bachmann hielt bereits die Hand am Abfeuerungsknopf. Der Angriff war, verglichen mit den früheren Unterwasserangriffen mit den alten Frontbooten, nahezu ein Kinderspiel.</p>
<p>Der besonnene Kommandant Schnee ließ es aber dabei bewenden, daß ihm eine theoretische Entschädigung für das unsäglich schwere Bangen und Ringen der letzten zwei Jahre widerfuhr, als die deutschen Boote so gut wie chancenlos waren und das Alleräußerste riskierten, wollten sie zum Erfolg kommen, aber dennoch meistens unterliegen mußten. Er befahl Fahrterhöhung und tauchte unter dem Kiel des Kreuzers hindurch. Die Besatzung erfuhr ein bis dahin nicht gekanntes Gefühl der Sicherheit und Überlegenheit, und sie empfand es als einen stillen, späten Triumph. Es blieb der erste, einzige und letzte Angriff eines Typ XXI-Bootes – allerdings ein nicht vollständig durchgeführter, ein „blinder“ Angriff.</p>
<p>Am Leuchtturm Marstein tauchte U 2511, das seine gesamte Hin- und Rückfahrt im getauchten Zustand zurückgelegt hatte, am 7. Mai erstmalig wieder auf. In Bergen legte es sich längsseits des am Dokkerskjaerkajen liegenden U 3514. An der anderen Seite von U 2511 vertäuten sich U 2506 und das VIIC-Boot U 1202.</p>
<p><strong>Das Tor gen Westen offenhalten</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-195" href="http://www.d-mz.de/archives/161/u-boote"><img class="alignleft size-medium wp-image-195" title="u-boote" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/06/u-boote-300x216.jpg" alt="u-boote" width="300" height="216" /></a>Zu diesem Zeitpunkt waren nacheinander U 2513, U 2518, U 3515, U 3017, U 3035 und U 3041 durch die engen, minenfreien Zwangswege des Belts und das Skagerrak nach Norwegen nachgefolgt, während die auf dem Verlegungsmarsch dorthin befindlichen Boote U 2503, U 2521 und U 3523 durch Fliegerangriffe versenkt worden waren. U 3503 hatte sich nach Fliegerbeschuß am 5. Mai vor Göteburg selbstversenkt. Bei dem sich abzeichnenden Kriegsende galten die Anstrengungen der U-Bootwaffe nur noch dem einem Ziel, auf der Ostsee ein Tor gen Westen offenzuhalten, um die vor der sowjetischen Willkür flüchtenden Menschen zu retten. Für das Verlegen von weiteren U-Booten nach Norwegen stand kein Tropfen Treibstoff mehr zur Verfügung</p>
<p>Währenddessen durchquerte das rückmarschierende U 3008 draußen das Seegebiet zwischen Norwegen und England und hatte ein ähnliches Zusammentreffen wie zuvor U 2511. Etwa zwei Stunden nachdem es die Nachricht von der Kapitulation der deutschen Wehrmacht empfangen hatte, lief gleich eine ganze Armada von lohnenden Zielen vor seine schußbereiten Rohre. Manseck richtete seine Zieloptik nacheinander auf den schweren Kreuzer „Birmingham“ (9.100 t) und den modernen leichten Kreuzer „Dido“ (5.490 t), erblickte zudem in einiger Entfernung einen Flugzeugträger und Transportschiffe. Die Schiffsformation, die das Herz eines jeden U-Bootkommandanten höher schlagen lassen mußte, befand sich auf dem Weg nach Kopenhagen. Auch auf diesen Schiffen erkannte niemand, welch gefährliches Unterwasserfahrzeug sie umspähte.</p>
<p>In der folgenden Nacht brach U 3008 aus der Tiefe hervor. Zum einzigen und letzten Mal zeigte sich ein mit deutschen Seesoldaten besetztes, vollausgerüstetes Typ XXI-Kampfboot auf der offenen hohen See. Über Funk erfuhr die Besatzung die Kapitulationsanordnungen der Siegermächte. U 3008 wurde aufgefordert, Loch Eriboll anzulaufen, aber die Besatzung hielte es für ratsam, diese Weisung zu ignorieren. Wie auch zuvor auf U 2511 hing die Besatzung vorübergehend dem Gedanken nach, Südamerika oder die Südsee-Inseln anzulaufen. Aber man wollte die Heimat in schwerer Zeit nicht im Stich lassen. In Kenntnis der deutschen Minenfelder fand U 3008 eine Durchfahrt an die dänische Küste. Unter den geöffneten Bombenschächten eines englischen Flugzeuges wurde es vor Frederikshaven zum Stoppen gebracht und unter Bewachung nach Kiel eskortiert.</p>
<p><strong>„Norfolk“ in tödlicher Gefahr</strong></p>
<p>Unter den am 15. Mai in den Hafen von Bergen einlaufenden Kriegsschiffen befand sich zu KKpt. Schnees Überraschung jener englische Kreuzer, dem das Glück beschieden war, nicht vor, sondern einige Stunden nach dem Zeitpunkt der Einstellung der Kampfhandlungen auf U 2511 zu treffen. Schnee, von dem die Engländer wußten, daß er als Dönitz’ Vertrauter mit seinem weißen Boot auf Feindfahrt gewesen war, wurde auf den Kreuzer – es handelte sich um die „Norfolk“ (9.925 t) – gebracht und der britischen Admiralität vorgeführt. Als der Admiral sich nach Feindberührungen erkundigte, eröffnete Schnee ihm, daß er eben auf den Kreuzer einen Scheinangriff gefahren habe, auf dem man sich befände. Augenblicklich entstand Hektik in der Messe, man hielt dies für völlig ausgeschlossen. Die Kommandanten des Kreuzers und der Zerstörer wurden befragt und schließlich, nachdem alle Logbücher mit dem von U 2511 verglichen worden waren und die Standorte zum Zeitpunkt des Angriffs übereinstimmten, lag der klare Beweis vor, in welch tödlicher Gefahr sich die „Norfolk“ befunden hatte.</p>
<p>Von den 135 Booten des Typs XXI, die bis Kriegsende bei den Endmontagewerften vom Stapel gelaufen waren, hatte ein Dutzend – die nach Norwegen gelangten Boote – überlebt, weil die dortigen U-Bootoffiziere von Dönitz ausdrücklich verpflichtet worden waren, keine Boote selbstzuversenken. Sie wurden als äußerst begehrte Kriegsbeute auf die Siegermächte verteilt, denen sie als Vorbilder für deren U-Bootbau dienten. U 2511 und U 2506 versenkten die Briten während der Operation „Deadlight“ Anfang Januar 1946 nördlich Irland; U 3008 wurde 1955 von den USA abgewrackt.</p>
<p><strong>U 2540 kann besichtigt werden</strong></p>
<p>Die U-Bootwaffe gehörte mit den „Elektro“-Booten zu den Waffengattungen der Wehrmacht, die am Kriegsende schlagkräftiger geworden waren als je zuvor. Ihr Admiral von Friedeburg, der deren Heimatorganisation aufgebaut hatte, wählte Ende Mai 1945, als seine U-Bootwaffe nicht mehr existierte, den Freitod.</p>
<p>Im Jahre 1957 wurde U 2540 gehoben und diente danach der Bundesmarine für den Neuaufbau der modernen U-Bootflotte. Es ist das einzige der Nachwelt erhalten gebliebene Typ XXI-Boot, das heute beim Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven besichtigt werden kann.</p>
<p>Eckart Wetzel</p>
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		<title>Militärische Leckerbissen</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 10:20:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zweiter Weltkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutsche Militärfahrzeuge in Holland
Geschichtliche Begebenheiten gewinnen einen eigentümlichen Reiz, wenn wir die Örtlichkeit kennen, wo sie stattgefunden haben“, soll der preußische Generalfeldmarschall Helmut von Moltke einmal gesagt haben. Wer diese Erfahrung sammeln möchte, für den lohnt sich der Weg in das nur wenige Kilometer westlich der deutsch-niederländischen Grenze gelegene Overloon. Hier befindet sich das „Nationale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-181" href="http://www.d-mz.de/archives/164/dmz-76-3"><img class="alignleft size-medium wp-image-181" title="dmz-76-3" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/06/dmz-76-3-300x148.jpg" alt="dmz-76-3" width="300" height="148" /></a>Deutsche Militärfahrzeuge in Holland</strong></p>
<p>Geschichtliche Begebenheiten gewinnen einen eigentümlichen Reiz, wenn wir die Örtlichkeit kennen, wo sie stattgefunden haben“, soll der preußische Generalfeldmarschall Helmut von Moltke einmal gesagt haben. Wer diese Erfahrung sammeln möchte, für den lohnt sich der Weg in das nur wenige Kilometer westlich der deutsch-niederländischen Grenze gelegene Overloon. Hier befindet sich das „Nationale Kriegs- und Widerstandsmuseum“ der Niederlande. Es hat eine bemerkenswerte Geschichte. Im Mai des Jahres 1946 hatte ein Gründungskomitee aus dem Dorf Overloon mit dem Aufbau der Ausstellung begonnen. Erklärte Absicht war es, damit an die heftige Schlacht zu erinnern, die in der Zeit vom 24. September bis zum 16. 0ktober 1944 in dem Gebiet zwischen Overloon und Venray zwischen alliierten und deutschen Truppen stattgefunden hat. Sie war unmittelbare Folge der Bildung des sogenannten „Holland-Korridors“ Eindhoven-Nimwegen durch die 2. britische Armee am 17. September 1944 (Operation „Market Garden“). Die hohen Erwartungen der Alliierten erfüllten sich jedoch nicht. Den deutschen Truppen gelang es, die Abwehrfront zwischen Nimwegen und Venlo zu stabilisieren. „Market Garden“, die Luftlandeoperation amerikanischer, britischer und polnischer Verbände bei Arnheim und Nimwegen, scheiterte. Die deutsche Verteidigung entlang der Reichsgrenze hielt stand.<span id="more-164"></span></p>
<p>Das Kriegs- und Widerstandsmuseum Overloon gehört zu den direkten Folgen dieser Schlacht, aber auch des Zweiten Weltkrieges, soweit sich dieser zwischen 1940 und 1945 auf niederländischem Boden abgespielt hat. Den Museumsbestand bildeten zunächst die Überbleibsel des Schlachtfeldes. Dazu gehörten ein Panzerkampfwagen V „Panther“(Sd.Kfz. 171), ein 15 cm-Nebelwerfer 41, weiterhin diverse Panzerabwehr-, Flugzeugabwehr- und Feldgeschütze der deutschen Seite. Die alliierten Truppen waren unter anderem mit verschiedenen Panzerspähwagen, einem englischen Kreuzerpanzer Mk VIII „Cromwell“ Mk IV, zwei Infanteriepanzern Mk IV „Churchill“ (Ausführungen Mk IV und Mk V), einem amerikanischen mittleren Panzer M4 „Sherman“ und mit Feldgeschützen, Scheinwerfern und mehreren Flugzeugen vertreten. Dank der vielen Spenden alliierter Truppen und zahlreicher Privatpersonen mußte man die Einrichtung schon sehr bald vergrößern.</p>
<p><strong>Eine gut sortierte Sammlung</strong></p>
<p>Heute präsentiert sich das Museum auf einer Fläche von 140.000 Quadratmetern, wovon 20.000 Quadratmeter überbaute Ausstellungsfläche darstellen. Allein in der neuen, vor einigen Jahren eröffneten Halle stehen 13.000 Quadratmeter zur Präsentation von Wehrtechnik zur Verfügung. Hier wird vor allem militärisches Großgerät der Alliierten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges vorgestellt.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-182" href="http://www.d-mz.de/archives/164/militarfahrzeuge"><img class="alignleft size-medium wp-image-182" title="militärfahrzeuge" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/06/militärfahrzeuge-300x217.jpg" alt="militärfahrzeuge" width="300" height="217" /></a>Spezialisten finden in der Ausstellung aber auch eine gut sortierte Sammlung deutscher Munition und hochwertige Uniformen, Waffen sowie Ausrüstungsgegenstände der deutschen Fallschirmjägertruppe aus dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt bildet Overloon ein großzügiges und abwechslungsreiches Angebot an Besucher, vornehmlich aus Deutschland und den Niederlanden, die Geschichte dieser Region von einem Standort aus zu erschließen, der mit dem Reiz historischer Ereignisse behaftet ist.</p>
<p>Wer das Kriegs- und Widerstandsmuseum Overloon am 15. und 16. Mai dieses Jahres besucht hat, konnte nicht nur auf historischem Boden wandeln, ihn erwartete an diesem Wochenende eine Überraschung besonderer Art. Die Museumsleitung hatte unter dem Motto „Militracks Overloon“ erstmals zu zwei erlebnisreichen Tagen mit historischer Fahrzeugtechnik militärischer Provenienz eingeladen. In der Werbung wurde ausdrücklich auf die zahlreichen deutschen Militärfahrzeuge hingewiesen, die erstmals in dieser Massierung in den Benelux-Staaten einem jungen und einem alten Publikum vorgestellt wurden. Möglich machten das zwölf namhafte Militärfahrzeugsammler aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. Die Zahl der Rad-, Halbketten- und Vollkettenfahrzeuge sowie militärischer Sonderanhänger, die hier versammelt werden konnten, war atemberaubend. Sie waren alle in einem ausgezeichneten technischen und optischen Zustand. Das war eine Bedingung für die Teilnahme an dem exklusiven Treffen, denn nach dem erklärten Willen der Veranstalter sollten die Fahrzeuge in Aktion gezeigt werden und auf Wunsch auch Besucher befördern. Dafür war von der Museumsmannschaft eine 1,7 Kilometer lange Waldrundstrecke durch den Museumspark vorbereitet worden. Sie führte vorbei an Tribünen, Brückendurchfahrten, Imbißständen und der Gartenterrasse der zum Museum gehörenden Gaststätte. Außerdem waren überall an diesem Parcours Sitzbänke aufgestellt. Es gab also ausreichend Gelegenheit für die Enthusiasten historischer Militärtechnik, die Objekte ihrer Begierde, in voller Fahrt durch das schwierige Gelände, zu fotografieren.</p>
<p><strong>Erlebnis: Eine Fahrt im historischen Fahrzeug</strong></p>
<p>Davon ist reichlich Gebrauch gemacht worden, das zumindest hat Fahrern und Mitfahrern das Blitzlichtgewitter auf der Strecke signalisiert. Viele Besucher nutzten überdies das Angebot, mit einem Jagdpanzer 38 „Hetzer“ (Sd.Kfz. 138/2), einem der beiden mittleren Zugkraftwagen 8 t (Sd.Kfz. 7) oder einem der drei leichten Zugkraftwagen 1 t (Sd.Kfz. 10) mitzufahren. Gleiches galt für die Personen-und Lastkraftwagen. Dabei erntete der VW-Schwimmwagen (Kfz. l/20) wiederum das besondere Interesse des Publikums. Insgesamt umrundeten die Fahrzeugveteranen 1.200mal die Waldstrecke, was 2.040 gefahrenen Kilometern entspricht. Dabei wurden fast 2.000 Liter Vergaserkraftstoff verbraucht. Je nach Fahrzeugart und -typ waren das neun bis 160 Liter auf 100 Kilometer Fahrstrecke. Rund 4.800 Besucher zählten die Mitarbeiter des Kriegs- und Widerstandsmuseums an diesem Wochenende. Das ist ein großer Erfolg. Das Angebot, Erkenntnisse und Erfahrungen in einem sehr lebendigen Museum (im wahrsten Sinne des Wortes) zu sammeln, ist angenommen worden.</p>
<p>Die größte niederländische Tageszeitung <em>De Telegraaf</em> berichtete: „Bemerkenswerte Vorführung von Kriegsfahrzeugen während des vergangenen Wochenendes im Kriegs- und Widerstandskämpfermuseum ,Liberty Park‘ in Overloon. Dort, wo normalerweise Fahrzeuge der Alliierten zur Schau gestellt sind, gab es diesmal nur deutsches Kriegsmaterial. Davon gibt es erheblich weniger, und zur Schonung werden sie nur selten dem Publikum vorgeführt.“</p>
<p>In einer Zeit voller wissenschaftlichen und technischen Hochmutes fällt es schwer, die Vergangenheit zu erkennen. Mit dem Exkurs in die Vergangenheit militärischer Fahrzeugtechnik haben die niederländischen Veranstalter den Versuch gemacht, Museumsbesuchern den Reiz historischer Technik zu vermitteln, die vor 70 Jahren Spitzentechnologie darstellte. Das ist vollauf gelungen. Gleichzeitig wurde man dem Anspruch, an den Zweiten Weltkrieg auf niederländischem Boden, im Besonderen aber an die Schlacht bei Overloon zu erinnern, gerecht.</p>
<p>Frank Schüttig</p>
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		<title>Bunkerwelten entdecken</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 23:05:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Zweiter Weltkrieg]]></category>

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In Tutow entsteht derzeit ein privates Militärmuseum
Nach dem Zweiten Weltkrieg war nicht mehr viel zu sehen vom Örtchen Tutow in Mecklenburg-Vorpommern. Der Grund: Tutow gehörte spätestens ab 1943 zu den Zielen der strategischen Bomberverbände der Alliierten. Seit Beginn der 1930er Jahre befand sich dort der Fliegerhorst Tutow – einer der modernsten überhaupt. Dort wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_101" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><strong><strong><a href="http://www.d-mz.de/?attachment_id=101"><img class="size-medium wp-image-101 " title="bunkerwelten1" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/04/bunkerwelten1-300x200.jpg" alt="Imposante Ausstellungsstücke: Diese Fliegerbombe der Alliierten wurde auf dem Gelände des Fliegerhorstes gefunden und wird nun der Öffentlichkeit präsentiert." width="240" height="160" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Imposante Ausstellungsstücke: Diese Fliegerbombe der Alliierten wurde auf dem Gelände des Fliegerhorstes gefunden und wird nun der Öffentlichkeit präsentiert.</p></div>
<p><strong>In Tutow entsteht derzeit ein privates Militärmuseum</strong></p>
<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg war nicht mehr viel zu sehen vom Örtchen Tutow in Mecklenburg-Vorpommern. Der Grund: Tutow gehörte spätestens ab 1943 zu den Zielen der strategischen Bomberverbände der Alliierten. Seit Beginn der 1930er Jahre befand sich dort der Fliegerhorst Tutow – einer der modernsten überhaupt. Dort wurde der Fliegernachwuchs der deutschen Wehrmacht ausgebildet. Für die jungen Flieger hatte der Fliegerhorst jede Menge zu bieten: Für deren Freizeitgestaltung standen ein Stadion, eine Schwimmhalle, eine Turnhalle, eine Kegelbahn, ein Tennisplatz, ein Schießstand und eine große Bibliothek mit Lesesaal zur Verfügung. <span id="more-98"></span></p>
<p>Zusammen mit den luftfahrttechnischen und militärischen Einrichtungen wurde auch die Siedlung Tutow errichtet. 1934 wurden von der Reichsluftwaffe in Tutow ein Behelfskampfgeschwader (I. Gruppe des Kampfgeschwaders 152) aufgestellt und eine Fliegerhorstkommandantur eingerichtet. Am 1. Januar 1935 wurde die Kampffliegerschule Tutow eröffnet. Bis zum 1. März 1935 führte sie die Tarnbezeichnung „Funkpeilversuchsinstitut der elektrotechnischen Industrie e.V. Tutow“. Am 1. Oktober 1935 wurde die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 152 aufgestellt. 1938 wurde in Tutow die Kampfgruppe z.b.V. 4 aus drei Staffeln Ju 52 aufgestellt, die jedoch schon am 22. Oktober 1938 wieder aufgelöst wurde. Ab dem 1. November 1938 trug die Fliegerschule die Bezeichnung Große Kampffliegerschule und die II. Gruppe des Lehrgeschwaders 2 (Schlachtflieger mit Hs 123) wurde hier stationiert. Neben Flugzeugführern wurden hier auch Kampfbeobachter, Bordfunker und Bordschützen ausgebildet. Außerdem war in Tutow ein Flak-Lehrregiment stationiert. Für die Ausbildung standen unter anderem ein Planetarium sowie Flugsimulatoren zur Verfügung. Die Garnisonstärke erreichte in Tutow zeitweise 3.000 Mann.</p>
<p><strong>Geheime Missionen in das Baltikum</strong><br />
Auf dem Flugfeld Süd waren bis 1944 Maschinen des geheimen Kampfgeschwaders 200 stationiert, das Kommandosoldaten von hier nach Estland, Lettland und Weißrußland transportierte. Im Zweiten Weltkrieg erfolgten während der sogenannten „Big Week“ der Alliierten ab dem 20. Februar 1944 vier Luftangriffe durch die 8. US Air Force auf den Flugplatz. Nach Bombenangriffen auf die Arado-Werke in Warnemünde wurde in Tutow ein Nebenwerk für die Endmontage der Fw 190 eingerichtet.</p>
<p>Ende April 1945 verließen die letzten Einheiten der Reichsluftwaffe den Fliegerhorst, der am 30. April von der Roten Armee eingenommen wurde. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Einrichtungen des Flugplatzes als Reparationsleistungen demontiert.</p>
<p>Erst 1952 erfolgte ein Ausbau der Start- und Landebahn für Düsenflugzeuge. Neben Truppen der Sowjets waren später auch Einheiten der NVA auf dem Flugplatz stationiert. Die Luftstreitkräfte der DDR ließen hier in den 1960er Jahren Piloten auf MiG-15 und MiG-21 ausbilden. Die Truppen der Sowjetunion, die ab 1985 allein auf dem Platz stationiert waren, verließen 1993 mit ihren Su 25 das Gelände.</p>
<p>In enger Zusammenarbeit mit anderen militärhistorischen Ausstellungen entsteht derzeit in Tutow ein militärgeschichtliches Museum, das die Vermächtnisse der Vergangenheit des Küstenvorlandes sowohl Einheimischen als auch Touristen zugänglich und erlebbar machen soll. Wer sich für deutsche Militärgeschichte interessiert und schon immer mehr sehen wollte, als in den üblichen Museen möglich ist, kann nun eine informative Reise durch die Zeit unternehmen und viele bisher für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Bunkeranlagen betreten. Zu sehen sind in Tutow nicht nur ein liebevoll in freiwilliger Arbeit hergestelltes Modell des alten Wehrmacht-Fliegerhorstes, sondern allerhand seltene Ausstellungsstücke, die von Tutower Bürgern und Sammlern zusammengetragen wurden. Alle Ausstellungsstücke stammen aus der Zeit des Dritten Reiches und des Kalten Krieges. Es handelt sich um Originalteile aus Hinterlassenschaften, die ausschließlich von den Ehemaligen des Tutower Fliegerhorstes stammen.</p>
<p>Bei fachkundigen Führungen lernen die Besucher ober- und unterirdische militärhistorische Bauwerke deutscher Vergangenheit kennen. Tutow liegt rund 60 Kilometer von Peenemünde entfernt. Dort soll das ehemalige Waffenforschungszentrum zu einem Ort von internationaler Bedeutung ausgebaut werden. Das ehemalige Kraftwerk soll nach Abschluß der Arbeiten vollständig begehbar sein. Dann wird man von der obersten Etage aus einen Ausblick über die gesamte vormalige Versuchsanstalt haben.</p>
<p>Aber auch ein Ausflug auf den polnisch verwalteten Teil der Insel Usedom verspricht interessant zu werden. Dort geht es über die Festung Swinemünde hinaus weiter zu einer Erprobungsstelle der V 3.</p>
<p>Markus Schwerdtfeger</p>
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		<title>Stalins &#8220;iranischer Korridor&#8221; 1942</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 23:02:30 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Zweiter Weltkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Spielball der Großmächte
Der Iran gehört nicht erst seit heute zu den geopolitischen Brenn­punkten des Globus. Bereits während des Zweiten Weltkrieges geriet das damals neutrale Land massiv unter Druck seitens der Alliierten – und ­wurde besetzt. Der „iranische Korridor“ sollte Stalins Sowjetunion den Nachschub aus Großbritannien und den USA sichern.
Am 18. Dezember 2009 gab Irans Präsident [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_104" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a rel="attachment wp-att-104" href="http://www.d-mz.de/archives/118/vormarsch1"><img class="size-medium wp-image-104" title="vormarsch1" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/04/vormarsch1-300x191.jpg" alt="Stalin unter Druck: Deutsche Soldaten rücken 1942 immer weiter in den Kaukasus vor, die Sowjetunion ist dringend auf Lieferungen der westlichen Verbündeten angewiesen. Den Iran durchlaufen mittlerweile jeden Tag 2.000 Transporte." width="240" height="153" /></a><p class="wp-caption-text">Stalin unter Druck: Deutsche Soldaten rücken 1942 immer weiter in den Kaukasus vor, die Sowjetunion ist dringend auf Lieferungen der westlichen Verbündeten angewiesen. Den Iran durchlaufen mittlerweile jeden Tag 2.000 Transporte.</p></div>
<p><strong>Spielball der Großmächte</strong></p>
<p>Der Iran gehört nicht erst seit heute zu den geopolitischen Brenn­punkten des Globus. Bereits während des Zweiten Weltkrieges geriet das damals neutrale Land massiv unter Druck seitens der Alliierten – und ­wurde besetzt. Der „iranische Korridor“ sollte Stalins Sowjetunion den Nachschub aus Großbritannien und den USA sichern.<br />
Am 18. Dezember 2009 gab Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad beim Kopenhagener Klimagipfel eine Pressekonferenz, deren Inhalte in der Berichterstattung westlicher Medien bezeichenderweise kaum einen Niederschlag fanden. Ahmadinedschad forderte nämlich Wiedergutmachungszahlungen für die Schäden, die der Iran im Zweiten Weltkrieg erlitten hätte. Die Staaten, die den Krieg gewonnen hätten, fügten dem Iran immensen Schaden zu, als sie das Land besetzten und sich seiner Ressourcen bedienten, betonte der iranische Präsident.<span id="more-118"></span> Konkret spielte Ahmadinedschad hier auf die völkerrechtswidrige britisch-sowjetische Invasion („Operation Countenance“) in den neutralen Iran im August 1941 an, die nicht nur dem Zweck diente, den Zugriff auf die iranischen Ölfelder abzusichern, sondern vor allem den Aufbau einer Nachschublinie für die Sowjets zum Ziel hatte. Der Iran geriet deshalb ins Visier, weil andere Nachschubwege erhebliche Einschränkungen mit sich brachten: Die Nordroute über Archangelsk und Murmansk war im Winter in der Regel kaum passierbar und überdies durch Verbände der deutschen Luftwaffe, die in Norwegen stationiert waren, bedroht. Die alternative Fernost-Route über Wladiwostok lag im Aktionsradius der Japaner. Und der Zugang zum Schwarzen Meer war durch die Türkei blockiert. So blieb aus Sicht der Briten und der Sowjets, die sich nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion als Verbündete betrachteten, nur der Iran.</p>
<p><strong>Vorspiel im Irak</strong></p>
<p>Die Invasion im Iran hatte, wenn man so will, ein Vorspiel im Irak. Im April 1941 hatte hier der prodeutsch eingestellte Raschid Ali-Gailani die Macht übernommen. Er strebte eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Reich an und gab den britischen Truppen im Irak zu verstehen, daß sie das Land zu verlassen hätten. Damit zeichnete sich ein für die Briten bedrohliches Szenario ab: Da auch Syrien und der Iran prodeutsch ausgerichtet waren, wäre ein Abzug aus dem Irak gleichbedeutend mit dem Ende der britischen Dominanz im Nahen Osten gewesen. Die Briten handelten schnell: Sie marschierten nach Bagdad und setzten die Regierung Gailani ab. Das deutsche „Sonderkommando Junck”, das die irakische Armee unterstützen sollte, konnte aufgrund von Nachschubproblemen an den Fakten nichts mehr ändern. Der Irak war damit wieder fest in britischer Hand.</p>
<p>Kurze Zeit später erfolgte die Invasion in den Iran, die mit einem Ultimatum, übermittelt an den iranischen Herrscher Reza Schah, eingeleitet wurde. Alle Deutschen, die noch im Iran tätig waren, sollten ausgewiesen werden. Reza Schah kam diesem Ultimatum zwar nach, was Briten und Sowjets aber nicht daran hinderte, den Iran dennoch zu besetzen, der in der Folge in drei Zonen aufgeteilt wurde. Der Norden wurde unter sowjetische und der südliche Teil mit den wichtigsten Ölfeldern unter britische Verwaltung gestellt. Ein winziges Gebiet in der Mitte des Iran verblieb unter iranischer Kontrolle. Reza Schah wurde zum Rücktritt gezwungen.</p>
<p>Im Vorfeld hatte Churchill veranlaßt, ihn mit den Mitteln „schwarzer Propaganda“ in den Augen seiner Landsleute herabzusetzen. An die Stelle von Reza Schah trat dessen Sohn Mohammed Reza, dessen Kompetenzen aber von den Besatzungsmächten auf „repräsentative Funktionen“ eingeschränkt wurden. Immerhin konnte Mohammed Reza Schah aber in einem Dreimächteabkommen die Zusicherung der Alliierten erreichen, den Iran nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu räumen. Bis dahin behielten sich die Alliierten vor, mehr oder weniger uneingeschränkt die Kontrolle auszuüben. Mit diesen Maßnahmen waren alle Voraussetzungen für den Ausbau jener Nachschublinie erfüllt, die als „persischer Korridor“ kriegsentscheidende Bedeutung erlangen sollte.</p>
<p><strong>Die Amerikaner schalten sich ein</strong></p>
<p>Bereits im September 1941, also gut zweieinhalb Monate vor der deutschen Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten, nahm auf Initiative Churchills eine US-Militärmission die Arbeit im Iran auf, die sich direkt am Aufbau einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur im Iran beteiligte. Denn nur mit gesicherten Transportwegen konnte das erreicht werden, was sich die Westalliierten erhofften, nämlich die ununterbrochene Belieferung der Roten Armee mit Millionen von Tonnen an kriegswichtigem Material. Die Amerikaner blieben nicht untätig: In iranischen Häfen wie Chorramschahr, Bandar-e Shapur (heute: Bandar-e Imam Khomeni) und Basra entstanden Ausladeeinrichtungen, Lagerräume, Werften und so weiter. Und es wurden Straßen gebaut, über die neben britischen bald schon US-Laster rollen sollten, darunter der Studebaker US6, der als Katjuscha-Lafettenträger („Stalinorgel“) diente.</p>
<p>Auf deutscher Seite blieben diese Aktivitäten nicht unbemerkt. So kommt eine für Hitler bestimmte Analyse vom 13. April 1942 zu folgendem Ergebnis: „In ihrem Bestreben, die Sowjetunion zu unterstützen, werden Großbritannien und die Vereinigten Staaten in den kommenden Wochen und Monaten alle erdenklichen Anstrengungen unternehmen, um die Verschiffung von Material, Truppen und Ausrüstung zu steigern. Inbesondere die Nachschublieferungen über die Basra-Iran-Route werden in den Kaukasus und an die Südfront gehen. Alle britischen und amerikanischen Materiallieferungen, die Rußland über den Nahen Osten und Kaukasus erreichen, sind extrem nachteilig für unsere Offensive.“ Die Verfasser dieser Studie, das zeigte sich nur zu bald, sollten in allem Recht behalten.</p>
<p><strong>Die „Brücke zum Sieg“</strong></p>
<p>Im Oktober 1942 – die Schlacht um Stalingrad ging ihrem Höhepunkt entgegen – übernahmen die Amerikaner schließlich ganz das Ruder. Das „Persian Gulf Command“ (P. G. C.) ersetzte die Briten, die auf andere Kriegsschauplätze verteilt wurden. Von nun an lief der Nachschub an die Sowjetunion ohne nennenswerte Unterbrechungen. Allein im Jahre 1942 – diese Zahlen legte der US-Militärhistoriker Thomas Hubbard Vail Motter in seiner 1952 erstmals publizierten Arbeit The Middle East Theatre. The Persian Corridor and Aid to Russia vor – gelangten 144.000 Lkws, 11.200 Flugzeuge, 20.000 Panzer und 44.200 Gewehre zur Roten Armee. Jeden Tag durchliefen rund 2.000 Transporte den Iran. Es wurde über Rüstungsgüter hinaus alles geliefert, was irgendwie von Nutzen sein konnte, so zum Beispiel auch Lebensmittel, Kleidung und Medikamente. Selbst eine komplette Autofabrik ging in die Sowjetunion und fertigte Fahrzeuge der Marke Ford.</p>
<p>Es greift deshalb nicht zu weit, wenn man feststellt, daß diese Lieferungen die Rote Armee überhaupt erst in den Stand versetzten, ab November 1942 in einen Bewegungskrieg „deutschen Musters“ überzugehen. Vor allem deshalb ging aus deutscher Sicht die Schlacht um Stalingrad verloren. Aber nicht nur das: Die Wehrmacht mußte einem mobiler und materialmäßig ständig überlegener werdenden Gegner in der Folge mehr und mehr die Initiative an der Ostfront überlassen.<br />
Im Mai 1943 beliefen sich die US-Lieferungen – so Wolfgang Schlauch in seiner Arbeit Rüstungshilfe der USA 1939–1945 (1985) – bereits auf über 100.000 Tonnen monatlich und übertrafen damit britische Lieferungen um das Zehnfache. Insgesamt wurden in der Zeit von November 1941 bis Mai 1945 rund 4,1 Millionen Tonnen Kriegsmaterial für die Sowjetunion über den „persischen Korridor“ geliefert, was zirka 25 Prozent der Gesamtlieferungen an die Sowjetunion gleichkommt. Die strategische Bedeutung dieses „Korridors“ kann deshalb nicht hoch genug veranschlagt werden. US-Präsident Roosevelt bezeichnete ihn denn auch als „Brücke zum Sieg“.</p>
<p><strong>Langfristige Sicherung des US-Einflusses</strong></p>
<p>Natürlich blieb das nicht ohne Widerstand seitens der traditionell deutschfreundlichen Iraner. Dieser Widerstand kam aber über einige vage Versuche nicht hinaus und hat den Fluß der Dinge nicht behindern können. So blieben Russen und Briten, denen die Iraner mit starker Abneigung begegneten, im Land. Die Abneigung gegen die Russen ging auf die Zarenzeit zurück, beginnend mit der Annektion Georgiens im Jahre 1801, das der Iran bis dahin zu seiner Einflußzone gezählt hatte. Die Briten, die die Kontrolle der iranischen Verkehrsverbindungen nach Britisch-Indien sicherzustellen trachteten, besetzten eine Zeitlang den Südiran. Darüber hinaus hatten sie sich über die 1909 gegründete „Anglo-Persian Oil Company“ den Zugriff auf iranische Ölquellen erzwungen.</p>
<p>Roosevelt erkannte sehr schnell die geostrategische Bedeutung des Iran und sondierte Möglichkeiten, den US-Einfluß auf den Iran langfristig zu sichern. Die Möglichkeit hierfür bot der Wirtschaftsexperte Arthur Millspaugh. Von Mohammed Reza Schah zum General­bevollmächtigten für die Staatsfinanzen ernannt, ebnete er immer weiteren US-Wirtschaftsexperten den Weg in den Iran. Sehr schnell, so der französische Journalist Gérard de Villiers in seinem Buch Der Schah (1975), befanden sich in allen iranischen Ministerien US-Amerikaner in Schlüsselpositionen. Den Iranern wurde auf der Teheran-Konferenz 1943, auf der Mohammed Reza Schah nicht geladen war, zugestanden, daß ihnen als Kompensation für die Kriegslasten territoriale Integrität und finanzielle Hilfen als Wiedergutmachung für die Kriegslasten gewährt werden würden.</p>
<p>Die Sowjets sollten das nur zu bald anders sehen. Als nach dem Ende des Krieges im März 1946 der „Truppenrückzug“ aus dem Iran begann, marschierte die Rote Armee nicht nur in Richtung Teheran, sondern brachte auch noch Hunderte von Panzern ins Land. Außerdem drängten die Russen darauf, daß eine iranisch-sowjetische Ölgesellschaft gegründet werden sollte. Erst unverhüllte Drohungen von US-Präsident Truman an die Adresse Stalins führten schließlich zum Rückzug der Sowjets.</p>
<p><strong>Die Folgen des Mossadegh-Putsches</strong></p>
<p>Nachhaltig verdunkeln sollte sich das Renommee der US-Amerikaner im Iran erst durch den Sturz der Regierung des iranischen Premierministers Mohammad Mossadegh im Iran im Jahre 1953. Hierzu hat Pulitzer-Preisträger Stephen Kinzer von der New York Times im letzten Jahr eine neue Untersuchung mit dem Titel Im Dienste des Schah. CIA, MI6 und die Wurzeln des Terrors im Nahen Osten vorgelegt. Der Grund für den Putsch gegen Mossadegh lag vor allem in dessen Absicht, die „Anglo-Persian Oil Company“ verstaatlichen zu wollen. Hiergegen sträubten sich inbesondere die Briten, die im Verein mit den Amerikanern den populären Mossadegh ab- und durch den Schah ersetzten. Pikanterweise war Mossadegh ein Anhänger der parlamentarischen Demokratie und ein Bewunderer Abraham Lincolns sowie der Vereinigten Staaten.</p>
<p>Letztlich sollte dieser Putsch für die USA aber katastrophale Konsequenzen haben. Dem repressiven Regime des Schah folgte 1979 die Islamische Republik Khomenis. ­Mahmud Ahmadinedschad hat übrigens auf seiner oben erwähnten Pressekonferenz diesen Putsch direkt angesprochen und in diesem Zusammenhang Ex-US-Außenministerin Madeleine Albright zitiert, die mit Blick auf die Absetzung Mossadeghs im März 2000 resümierte: „Dieser Staatsstreich war ein ganz klarer Rückschlag in der politischen Entwicklung des Iran. Es ist leicht einzusehen, warum so viele Iraner den USA diese Intervention übelnehmen.“</p>
<p>Michael Wiesberg</p>
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		<title>Bewährung auf dem Balkan</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 00:16:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweiter Weltkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[SS-Fallschirmjäger im Kampfeinsatz
Kurz vor 6 Uhr besteigen wir unseren Segler. In dem von Batschauer nehmen der Einsatzführer Müller, Truppführer Bastian, Streckfuß, Öhm, Fresdorf und ich unseren Platz ein. Ein Stuka hängt sich vor unsere Kiste aus Sperrholz und Leukoplast. Um 6 Uhr ein Getöse, die etwa 40 Apparate setzen sich in Bewegung, und bald schweben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_45" class="wp-caption alignleft" style="width: 220px"><a href="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/balkan2.jpg"><img class="size-medium wp-image-45 " title="Angehörige des Fallschirmjägerbataillons 500 im Häuserkampf" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/balkan2-300x206.jpg" alt="Angehörige des Fallschirmjägerbataillons 500 im Häuserkampf: „Da sind brennende Häuser zu erkennen, kleine schwarze Punkte rennen wild durcheinander.“" width="210" height="144" /></a><p class="wp-caption-text">Angehörige des Fallschirmjägerbataillons 500 im Häuserkampf: „Da sind brennende Häuser zu erkennen, kleine schwarze Punkte rennen wild durcheinander.“</p></div>
<p><strong>SS-Fallschirmjäger im Kampfeinsatz</strong></p>
<p>Kurz vor 6 Uhr besteigen wir unseren Segler. In dem von Batschauer nehmen der Einsatzführer Müller, Truppführer Bastian, Streckfuß, Öhm, Fresdorf und ich unseren Platz ein. Ein Stuka hängt sich vor unsere Kiste aus Sperrholz und Leukoplast. Um 6 Uhr ein Getöse, die etwa 40 Apparate setzen sich in Bewegung, und bald schweben wir über dem dalmatinischen Bergland, dreitausend Meter hoch. In dem luftigen Kasten zieht es ganz fürchterlich. Infolge des beengten Raumes kann man sich kaum rühren. Batschauer unterhält sich in schönstem Schwäbisch mit dem im Stuka sitzenden Piloten. Ständig umkreisen uns unsere Jagdmaschinen. Nach einer Stunde klinken uns die Stukas sieben Kilometer vor dem Ziel aus. Wir schauen nach unten. Da sind brennende Häuser zu erkennen, kleine schwarze Punkte rennen wild durcheinander.<span id="more-44"></span> Batschauer ruft seelenruhig nach hinten: ,Jetzt stürzet mer.‘ Unser Vogel neigt sich zunächst leicht und beginnt Schleifen zu drehen. Die Berge ringsherum stehen einmal richtig, dann wieder schräg, dann fast auf dem Kopf. Da müssen wir uns sehr energisch festhalten. Mit 80 Grad stürzen wir in kürzester Zeit von 3.000 auf 150 Meter. Dann fängt Batschauer mittels des Bremsfallschirmes den Segler auf etwa 20 Grad ab. Wir hören es knallen, dann ein Knacken und Krachen. Ich werde hochgehoben und sitze dann elegant auf einer Blechkante unseres Seglers, anscheinend unverletzt. Doch merke ich die Auswirkung dieses Manövers noch gute drei Wochen lang bei meinem Stuhlgang. Was war geschehen? Die Flak der Partisanen hatte uns einen Treffer in den Schwanz gesetzt, Batschauer verlor für einen Augenblick die Herrschaft, nahm mit der linken Tragfläche einen Baum mit bzw. der Baum die linke Tragfläche. Wir sind aus zirka acht Metern heruntergefallen. Öhm und Streckfuß müssen gleich zum Hauptverbandplatz. Oberscharführer Müller legt sich erstmal fünf Minuten lang kreidebleich neben den zerstörten Segler, Bastian beißt sich ein Loch in seine Zunge, nur Fresdorf kommt ungeschoren davon.</p>
<p><strong>Brutalität des Krieges</strong></p>
<p>Für uns Unverletzte gibt es zunächst nicht viel zu überlegen. Rings­umher knallt es. Das ist für mich neu, so laufe ich auf ein paar Gestalten zu, die wild daher gelaufen kommen. Auf eine Geste Fresdorfs sehe ich mir die Gestalten genauer an und erkenne erst jetzt den Sowjetstern auf dem italienischen Käppi. Bastian und ich erwidern das Geschieße, und nach kurzer Zeit kippen die Kollegen der anderen Seite um. Sie kommen hinter einer Böschung zu liegen, und als sich einer auf wiederholten Ruf ,Hände hoch‘ kurz hochwirft, springe ich nach Verschuß eines weiteren Pistolenmagazins zu ihm hin. Ein Toter liegt da, der andere hat seine Hose von den total zerschossenen Beinen gerissen und verbindet sich gerade. Ein schmerzverzerrtes Gesicht sieht mir entgegen. Ich bringe es nicht fertig, weiter auf diesen typischen Verwaltungsoffizier zu schießen und gebe ihm mein Verbandspäckchen, damit er sich ordentlich verbinden kann. Seinen Füllfederhalter sowie alles Persönliche gebe ich ihm ebenfalls zurück und nehme nur die Aktentasche, voll mit Papieren, und eine kleine spanische Pistole mit. Da kommen zwei Männer der Schützenkompanie angelaufen, lächeln mich als Greenhorn mitleidig an, einer der B-Schützen nimmt seine Pistole und erschießt den Partisanen.</p>
<p>Bastian hat sich inzwischen nach dem Gefechtsstand erkundigt. Ungefähr drei Kilometer entfernt liegt er in Drvar. Nach 500 Metern Ziehen der schweren Abwurfbehälter durch unseren reduzierten Funktrupp lassen wir diese schimpfend und fluchend einfach stehen. Die völlig überraschten Partisanen sind von hier vertrieben. In unserer Not kommen Gefangene zu Hilfe. Unter ständigen Beteuerungen ,Nix Partisan‘, schleppen sie unsere drei Behälter auf den hochgelegenen Friedhof. Dort befinden sich bereits die ersten Verwundeten, einige Tschetniks und der blutjunge Untersturmführer Wabersich (der beim Versuch, seinen dritten Panzer zu knacken, einen Schuß in den Arm bekam). Auch einige Engländer und Amerikaner sitzen völlig verstört auf den Steinen herum; sie gehörten zu den alliierten Militärmissionen. Bataillonskommandeur Rybka sichtet die ersten Ergebnisse des Einsatzes. Das gesamte Hauptquartier Titos ist zerschlagen, nur der alte Fuchs selber ist wieder entkommen. Aber seine Marschall-Uniform und seinen prächtigen Hund hat er zurücklassen müssen. Die ausländischen Militärmissionen sind ebenfalls aufgelöst, die Mitglieder gefangengesetzt. Unsere Leute konnten sogar noch das warme Frühstück der Engländer verzehren. Der mit dem Fallschirm abgesprungene Haselwanter bringt uns die 80 Watt-Unterlagen. Unterscharführer Fischer hat mit dem 20 Watt-Sender schon die beste Verbindung mit den deutschen Aufklärern über uns. Eine Luftnachrichtenfunkstelle hält Verbindung zum Flughafen Agram und leitet den vorzüglichen Einsatz der deutschen Luftwaffe.</p>
<p><strong>Scharfschützen nehmen uns ins Visier</strong></p>
<p>Die Kampfhandlungen haben sich außerhalb der Stadt verlagert. Beim Aufbauen unseres 80 Watt-Senders stören uns zunächst nur einzelne Scharfschützen von den gegenüberliegenden Höhen, die unseren Junker Schwarzbach mit einem Lungenschuß außer Gefecht setzen. Als wir unseren Betrieb mit dem Kragujevacer Panzer-Armeeoberkommando eröffnen wollen, landet gerade eindrucksvoll und planmäßig um 12 Uhr eine weitere Welle mit Schirmen. Infolge eines Rufzeichenfehlers der Schreiberlinge kann die praktische Verbindung erst gegen 15 Uhr zustandekommen.</p>
<p>Der Gefechtslärm wird immer stärker. Tito hat sich gesammelt und setzt mit großer Übermacht zum Gegenstoß an. Rybka gibt einen klaren Lagebericht an die höheren Stellen und fordert schleunigst Entsatz und Munition. Ununterbrochen funken wir nun seine dringenden Sprüche. Alle noch verfügbaren Waffen und Munitionsreserven werden auf dem Friedhof zusammengetragen, alles schon unter dem starken Gewehrfeuer der Partisanen. Die um 12 Uhr gelandete Gruppe unter Hauptsturmführer Obermaier ist abgeschnitten und muß sich erst zu uns durchschlagen. Um 18 Uhr beginnt der Gegner mit Werferfeuer auf den Friedhof. Um 19 Uhr ist unser 80 Watt-Sender durch Volltreffer zerstört. Der uns als Ersatz für die Verwundeten zugeteilte Remer fällt dabei, auch Unterscharführer Hoffmann wird tödlich verwundet. Schwerste Verluste gibt es nun während des weiter andauernden Feuers. Selbstlos hilft der gefangene englische Arzt unserem überlasteten Sanitätspersonal. Auch unser Bataillonskommandeur, Hauptsturmführer Rybka, ist schwer verwundet.</p>
<p>Der durch eiserne Ruhe und Kühnheit hervortretende Haselwanter hat erstmals das Kommando übernommen. Infolge der hereinbrechenden Nacht wird die deutsche Luftwaffe ausgeschaltet. Die Lage ist fast aussichtslos, Rybka rät Haselwanter, sich mit dem kleinen kampffähigen Rest in Richtung unserer Entsatztruppen durchzuschlagen. Die herbeigeholten Kompanieführer Schmidl, Kaulitz und Korngiebel stimmen dem Vorschlag zu. Da stoßen die Reste der Kampfgruppe Obermaier zu uns.</p>
<p><strong>Verteidigung des Friedhofs</strong></p>
<p>Der Hauptsturmführer selbst ist gefallen, der Adjutant Mertely lehnt den sofortigen Ausbruch ab und übernimmt das Kommando mit der Anordnung rücksichtsloser Verteidigung des Friedhofs.</p>
<p>Trotz des ununterbrochenen nächtlichen Ansturms scheitern die Angriffe der Partisanen immer wieder. Freilich nimmt unsere Munition ständig ab, und jeder Verlust bei uns wiegt schwerer als zehn des Gegners. Wir rechnen mit dem Ende des Widerstands am nächsten Morgen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Mertely hat richtig gerechnet. Kaum graut der Morgen, da brummt es von ferne, und ungefähr 30 Schlachtflugzeuge und Stukas räumen beim Gegner gewaltig auf. Die alten Henschel 126 feuern, was sie können, und die heulenden Stukas bekommen auch die letzten Titojaner klein. Endlich haben auch wir in unseren Löchern eine Verschnaufpause. Ach, wie da eine Zigarette schmeckt! Wenn nur der verheerende Durst nicht wäre, aber niemand kann an das Wasser kommen. Ju 52 brausen über uns hinweg und werfen Munition und Waffen so niedrig ab, daß die Lastenschirme meist gar nicht aufgehen. Ist das eine Freude. Mertely ordnet sofort die Stellungen, mit einem der Engländer holen einige Kameraden freiwillig Wasser; zunächst natürlich nur für die Verwundeten. Der Nahaufklärer teilt uns die Annäherung der ersten Entsatzkräfte mit. Die letzten Partisanen aber räumen ihre Stellungen erst, als hinter den westlich liegenden Bergrücken weiße Leuchtkugeln der Entsatztruppen aufsteigen.</p>
<p>Mertely ordert sofort einen Stoßtrupp zu der Stelle, wo die Gruppe Obermaier die Verwundeten zurücklassen mußte. Ein Bild des Grauens bietet sich unseren Leuten dar. Den Sowjetstern in die Stirn gebrannt, mit Zündschnüren umwickelt und dann verbrannt, Geschlechtsteile, Nase und Ohren waren abgeschnitten. So gingen die Verteidiger der Kultur mit den barbarischen Deutschen um. Nun läßt Mertely selbstverständlich den Befehl durchgeben: ,Strengste Maßnahmen sind gegen Partisanen und Flintenweiber zu ergreifen‘. Lediglich die alliierten Militärs sind von diesen härteren Maßnahmen ausgeschlossen. Auch der gefühlvollste Mensch muß hier jedes Mitleid verlieren.</p>
<p><strong>Durchbruch der „Balkan-Feuerwehr“</strong></p>
<p>Um 4 Uhr nachmittags ist es dann so weit. Die ersten deutschen Panzerspähwagen der Balkan-Feuerwehr-Division ,Brandenburg‘ halten am Friedhof nach gelungenem Durchbruch einer der letzten Stellungen des Gegners und werden herzlich begrüßt. Drei ,Spitfires‘ wollen diese Szene stören, doch die rasch aufgefahrene Flak der ,Brandenburger‘ knallt bei den ersten fünf Schüssen eine der Tommy-Maschinen ab. In Sekundenschnelle zerbirst sie an den bosnischen Berghängen. Die zweite ,Spitfire‘ zieht mit einer Rauchfahne ab, und die dritte sucht daraufhin schleunigst das Weite.</p>
<p>300 (in Worten dreihundert) Kameraden des Bataillons blieben unverwundet. Ihr Leben für Deutschland gaben weitere 300 Kameraden, der Rest wurde verwundet.</p>
<p>Drei Fieseler ,Störche‘ bringen am Spätnachmittag die Schwerverwundeten, unter ihnen unseren ,Papa‘ Rybka und vom Nachrichtenzug den sonst immer lustigen Unterscharführer Ebert, der auf dem Hauptverbandsplatz von Haselwanter noch zum Oberscharführer befördert wird, vom Kampfplatz. Leider mußte das rechte Bein von Ebert später amputiert werden. Am nächsten Tag wird eines dieser Sanitätsflugzeuge trotz des weithin sichtbaren ,Roten Kreuzes‘ von den britischen Lufthelden abgeschossen.</p>
<p><strong>Leo Schaap</strong></p>
<div id="attachment_46" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/balkan1.jpg"><img class="size-medium wp-image-46" title="Balkangebirge" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/balkan1-300x196.jpg" alt="Örtchen im Balkangebirge: Das Gelände ist zerklüftet und unübersichtlich" width="300" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Örtchen im Balkangebirge: Das Gelände ist zerklüftet und unübersichtlich</p></div>
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<p><a rel="attachment wp-att-65" href="http://www.d-mz.de/archives/44/anzeige-kampfauftrag"><img class="alignnone size-full wp-image-65" title="Kampfauftrag: Bewährung" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/anzeige-kampfauftrag.jpg" alt="Kampfauftrag: Bewährung" width="535" height="413" /></a></p>
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		<title>Unternehmen &#8220;Weserübung&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 00:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweiter Weltkrieg]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit der Jahreswende 1939/40 trat der norwegisch-schwedische Raum immer stärker ins Gesichtsfeld der Hauptgegner Deutschland und Großbritannien. Beide Seiten wußten, daß das über den norwegischen Hafen Narvik umgeschlagene hochwertige Erz aus Schweden für die deutsche Rüstung unverzichtbar war. Immerhin liefen 54 Prozent der schwedischen Erz-Ausfuhren nach Deutschland über Narvik, das über die Bahn leicht erreicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_40" class="wp-caption alignleft" style="width: 220px"><a href="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/norwegen1.jpg"><img class="size-medium wp-image-40 " title="Deutsche Zerstörer" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/norwegen1-300x209.jpg" alt="Deutsche Zerstörer während des Unternehmens „Weserübung“. Im Vordergrund sind Seeminen zu sehen" width="210" height="146" /></a><p class="wp-caption-text">Deutsche Zerstörer während des Unternehmens „Weserübung“. Im Vordergrund sind Seeminen zu sehen</p></div>
<p>Seit der Jahreswende 1939/40 trat der norwegisch-schwedische Raum immer stärker ins Gesichtsfeld der Hauptgegner Deutschland und Großbritannien. Beide Seiten wußten, daß das über den norwegischen Hafen Narvik umgeschlagene hochwertige Erz aus Schweden für die deutsche Rüstung unverzichtbar war. Immerhin liefen 54 Prozent der schwedischen Erz-Ausfuhren nach Deutschland über Narvik, das über die Bahn leicht erreicht werden konnte und dessen Hafen im Winter eisfrei war. Das Oberkommando der Kriegsmarine wußte auch, welchen Gefahren der Erztransport entlang der rund 800 Seemeilen langen norwegischen Küsten ausgesetzt war.<span id="more-37"></span></p>
<p>Die deutsche Kriegsmarine war der britischen zahlen- und kräftemäßig unterlegen. So verfügte sie bei Kriegsbeginn nur über 57 U-Boote, wogegen Admiral Karl Dönitz, der Befehlshaber der U-Boote, 300 atlantikfähige Boote gefordert hatte, um den Tonnagekrieg gegen England erfolgreich führen zu können. Die deutsche Seekriegsleitung war daher an Norwegen doppelt interessiert: Neben der Sicherung der Erztransporte ging es um die Gewinnung von Seestützpunkten, um aus den Engen des Kattegat und Skagerrak auszubrechen und eine breite Basis für den Einsatz der Flotte gegen England zu gewinnen. Gleichzeitig fürchtete die Seekriegsleitung, daß britische Truppen früher oder später selbst in Norwegen landen würden.</p>
<p>Es war Großadmiral Erich Raeder, der am 12. Dezember 1939 bei Reichskanzler Adolf Hitler erreichte, daß dieser das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) anwies, eine Studie über die Inbesitznahme Norwegens zu erstellen. Am 5. Februar 1940 wurde der Sonderstab „Weserübung“ von General Jodl in seine Aufgabe eingewiesen, und am 1. März 1940 unterzeichnete Hitler die Weisung für „Fall Weserübung“. Die Vorbereitungen standen unter der Forderung, möglichst bald zu einem Eingreifen in Norwegen bereit zu sein, da ein Zuvorkommen Englands unbedingt verhindert werden mußte. Hand in Hand damit war die möglichst kampflose Besetzung Dänemarks („Weserübung Süd“) vorgesehen.</p>
<p>Ohne es zu wissen, befanden sich das OKW und die Marineführung in einem Wettlauf mit britisch-französischen Invasionsvorbereitungen. Obwohl der am 12. März 1940 beendete sowjetisch-finnische Winterkrieg England und Deutschland den Vorwand für eine Invasion in Norwegen genommen hatte, liefen die Vorbereitungen weiter. Raeder drängte auf baldige Durchführung des Unternehmens, da er den Zusammenstoß mit England für unvermeidlich hielt; die Marine könne die Konzentration der Transport- und Begleitschiffe nicht mehr lange beibehalten, und überdies sollte das noch trübe, nebelige Wetter ausgenutzt werden.</p>
<p><strong>Reibereien um die Führung</strong></p>
<p>Deutscherseits kam es zu Reibereien während der Vorbereitung, da das OKW das Unternehmen direkt leiten sollte, aber keinen dafür geeigneten Stab besaß, während Hermann Göring gegen die mangelnde Einbindung „seiner“ Luftwaffe protestierte; obendrein wurde das Oberkommando des Heeres (OKH) von den Planungen fast gänzlich ausgeschaltet, hatte aber acht Divisionen und eine Brigade für die Aktion abzustellen. Für Hitler bedeutete das Festsetzen in Norwegen und Dänemark den Auftakt für den entscheidenden Kampf gegen England, so daß er ein Unternehmen wagte, das auf Grund der eigenen Unterlegenheit und der britischen Seeherrschaft gegen alle Regeln der Seekriegsführung verstieß.</p>
<p>Auf der Gegenseite hatte die französische Regierung seit längerem auf eine gemeinsame Landung in Norwegen, vor allem bei Narvik, gedrängt, wobei man einen Hilferuf der Finnen, die im Kampf gegen die Sowjetunion standen, als Vorwand nehmen wollte, um endlich in Skandinavien Fuß zu fassen. Da dieser finnische Hilferuf aber nicht erfolgte, verweigerten Norwegen und Schweden die Erlaubnis zur Landung und zum Durchmarsch. Andererseits wollte sich Winston Churchill, der Erste Lord der Admiralität, mit einer gründlichen Verminung der norwegischen Küstengewässer begnügen. Er setzte aber am 29. März 1940 im britischen Kriegskabinett seine Absicht durch, Truppen für eine Landung in Norwegen einzuschiffen, um im Falle einer Invasion der Deutschen unverzüglich reagieren zu können. Am 6. April 1940 erhielt die britische Flotte den Befehl zur Verminung der Küstengewässer vor Narvik, den sie zwei Tage später ausführte.</p>
<p>Deutscherseits sollten die genannten neun Heeresverbände an 14 Stellen in Norwegen und Dänemark an Land gehen, während die Luftwaffe 878 Maschinen, darunter etwa 500 Transporter, 95 Jäger und Zerstörer sowie 240 Bomber und Stukas einsetzte. Der Marine fiel die schwierigste Aufgabe zu, nämlich die Truppen über See zu transportieren und außerdem gegen Angriffe zu schützen. Sie zog fast alle schweren Überwasserschiffe zusammen, darunter die Schlachtschiffe „Scharnhorst“ und „Gneisenau“, die Schweren Kreuzer ­„Blücher“, „Hipper“ und „Lützow“, dazu drei Leichte Kreuzer und 14 Zerstörer, während 31 U-Boote vor allem gegen feindliche Landungsversuche wirken sollten. Nachdem Hitler den 9. April als Angriffstag bestimmt hatte, liefen die Schiffe der Transportstaffel am 6. April aus, und am nächsten Tag stachen die schweren Einheiten unter Vizeadmiral Günther Lütjens samt den 14 Zerstörern, die für Narvik und Trondheim vorgesehen waren, von der Jade bei Wilhelmshaven in See.</p>
<p><strong>Die Landung in Norwegen</strong></p>
<p>Trotz des schlechten Wetters konnte die britische Luftaufklärung den Verband am 7. April erfassen, aber die noch am selben Tag aus der Bucht von Scapa Flow auslaufende „Home Fleet“ unter Admiral Ian Forbes verfehlte knapp den deutschen Flottenverband. Am 8. April erhielt das 1. Kreuzergeschwader, das im Firth of Forth lag, den Befehl, die an Bord befindlichen Truppen, die für eine Landung in Stavanger bestimmt waren, wieder auszuschiffen und sich mit der Home Fleet zu vereinigen. Forbes faßte den Entschluß, den Vorstoß nach Nordwesten abzubrechen und die im Skagerrak nach Norden laufenden deutschen Verbände anzugreifen.</p>
<p>In der Folge entwickelte sich eine Operation, in deren Verlauf es den deutschen Streitkräften zunächst um die Gewinnung von Landeköpfen, Häfen und Flugplätzen ging. Nachdem Lütjens den Eingang des Westfjords, der nach Narvik führte, erreicht hatte, entließ er zehn Zerstörer mit 2.000 Mann Landungstruppen. Die Zerstörer erzwangen am 9. April unter Kommodore Friedrich Bonte die Landung, worauf Narvik schnell in deutsche Hand fiel. Währenddessen war Lütjens südwestlich der Lofoten auf den britischen Schlachtkreuzer „Renown“ gestoßen, der den Westfjord hätte überwachen sollen. Nach kurzem Feuerwechsel erhielt die „Gneisenau“ zwei Treffer, worauf Lütjens das Gefecht abbrach und sich mit beiden Schlachtschiffen nach Süden absetzte.</p>
<p>Am frühen Morgen des 9. April lief die 2. Landungsgruppe um den Kreuzer „Hipper“ in den inneren Trondheimfjord ein und kämpfte eine norwegische Küstenbatterie nieder, worauf vier Zerstörer 1.700 Mann Truppen an Land setzten, die kampflos Trondheim besetzten. Weiter südlich drang die 3. Landungsgruppe in den Byfjord vor Bergen ein, wobei der Leichte Kreuzer „Königsberg“ und ein Schulschiff durch norwegische Küstenbatterien Treffer erhielten. Nach dem Eingreifen deutscher Bomber vollzog sich die Landung mit der anschließenden Besetzung Bergens durch 1.900 Mann ohne größeren Widerstand. Ähnlich erfolgreich verliefen die deutschen Landungen in Stavanger und Egersund. Demgegenüber stieß die 4. Landungsgruppe mit 1.100 Mann vor Kristiansand auf Widerstand; die alarmierten Norweger feuerten mit ihren Küstenbatterien auf die Angreifer, die erst an Land gehen konnten, nachdem Luftangriffe die Batterien zum Schweigen gebracht hatten.</p>
<p>Der Angriff auf Oslo und den Flugplatz Fornebu gestaltete sich höchst dramatisch. Die Landungsgruppe 5, die unter starkem Begleitschutz am frühen Morgen des 9. April in den Oslo-Fjord einlief, geriet in der Dröbak-Enge in das Feuer schwerer Küstenbatterien. Der Schwere Kreuzer „Blücher“ sank nach Torpedotreffern, während die „Lützow“ beschädigt wurde. Erst am nächsten Morgen konnten gelandete Einheiten die Dröbak-Enge in Besitz nehmen und das Einlaufen der Schiffe nach Oslo gewährleisten.</p>
<p><strong>Deutscher Handstreich auf Fornebu</strong></p>
<p>Der deutsche Handstreich auf Fornebu scheiterte zunächst. Die für die Luftlandung bestimmten Fallschirmjäger mußten wegen Nebels umkehren. Obwohl das X. Fliegerkorps, unter dessen Leitung die Operation stand, die Umkehr aller Transporter befohlen hatte, flog eine Transportgruppe weiter, da ihr Kommandeur den Befehl für eine Täuschung des Gegners hielt. Während deutsche Me-110-Zerstörer die Verteidiger des Flugplatzes niederhielten, landeten die Transporter, worauf die Norweger den Widerstand einstellten.</p>
<p>Am Abend des 9. April waren aus deutscher Sicht fast alle gesetzten Ziele erreicht. Doch die norwegische Regierung hatte bereits die Mobilmachung angeordnet und setzte den Widerstand fort. Die norwegische Regierung und das Königshaus verließen Oslo, und der König lehnte es ab, den von Hitler favorisierten Politiker Vidkun Quisling zum neuen Regierungschef zu ernennen. Eine Verständigung mit den norwegischen Behörden scheiterte somit. Die Deutschen mußten also nicht nur mit den sechs regulären norwegischen Divisionen, sondern mit weiteren Aufgeboten rechnen.</p>
<p>Jetzt erst begann der wirkliche Kampf um die Besetzung Norwegens. Während die beiden Schlachtschiffe und der Kreuzer „Hipper“ unbehelligt in den Heimathafen zurückkehrten, wurden die vor Narvik verbliebenen zehn Zerstörer von den Briten überrascht. Nach tapferer Gegenwehr gingen alle deutschen Zerstörer bis zum 13. April verloren, wobei Kommodore Friedrich Bonte fiel. Die geretteten Besatzungen, etwa 2.500 Mann stark, verstärkten die Gebirgstruppen unter Generalmajor Eduard Dietl in Narvik.</p>
<p>In der Folge erlitten die deutschen Kriegsschiffe empfindliche Verluste, vor allem auf dem Rückmarsch. Zwölf britische U-Boote lauerten im Skagerrak auf ihre Gegner. Der Leichte Kreuzer „Karlsruhe“ wurde nach dem Auslaufen aus Kristiansand am Abend des 9. April durch einen Torpedotreffer so schwer beschädigt, daß man ihn aufgab und versenkte. Der Kreuzer „Königsberg“ sank am 10. April nach Bombentreffern im Hafen von Bergen. Am 11. April torpedierte ein britisches U-Boot den Schweren Kreuzer „Lützow“ auf dem Rückmarsch nach Kiel, so daß das Schiff abgeschleppt werden mußte und für Monate ausfiel. Zudem gingen zwölf deutsche Transportschiffe und drei Tanker verloren. Dennoch setzten Marine und Luftwaffe die Verstärkung und Versorgung der in ­Norwegen kämpfenden Truppen fort. Handels- und ­Küstenschiffe transportierten bis zum 15. Juni knapp 108.000 Mann und 101.000 Tonnen Nachschubgüter, während auf dem Luftweg 29.000 Mann und fast 2.400 Tonnen Güter überführt wurden.</p>
<p><strong>Besetzung Dänemarks</strong></p>
<p>Die Besetzung Dänemarks vollzog sich, ohne auf nennenswerten militärischen Widerstand zu stoßen. Während deutsche Heeresverbände am frühen Morgen des 9. April in Jütland eindrangen, sprangen Fallschirmjäger über Aalborg ab und nahmen gemeinsam mit Infanteristen die dortigen Flugplätze ein. Auch an den übrigen Stellen gelangen die Landungen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Eine Kompanie Fallschirmjäger eroberte die wichtige Storströmsbrücke, die die Insel Falster mit der Insel Seeland verbindet. Die für Kopenhagen bestimmten deutschen Truppen wurden an Land gesetzt und besetzten auf Anhieb die Zitadelle. Angesichts dieser Erfolge beugte sich die dänische Regierung unter Protest dem deutschen Ultimatum, und der König befahl, den Widerstand gegen die Deutschen einzustellen.</p>
<p>Das britische Kriegskabinett war entschlossen, dem deutschen Angriff entgegenzutreten und Norwegen nicht aufzugeben. Schon am 11. April lief der erste Geleitzug unter dem Schutz des Schlachtschiffs „Valiant“ und neun Zerstörern aus, der britische Truppen für die Rückeroberung Narviks transportierte. Churchill entwickelte den Plan zur Operation „Hammer“, die nach der Landung in Namsos und Andalsnes zur Rückgewinnung der wichtigen Stadt Trondheim führen und damit die deutschen Truppen im Süden des Landes von denen im Norden trennen sollte. Am 15. und 18. April gingen 12.000 Briten und Franzosen in Namsos und Andalsnes an Land, von wo sie in Richtung Gudbransdal vorrückten. Doch nachdem deutsche Verbände nach mühsamem Vormarsch am 30. April die Verbindung zwischen Oslo und Trondheim hergestellt hatten, räumte der Gegner, der arg unter Nachschubschwierigkeiten litt, am 2. und 3. Mai seine Landeköpfe. Von nun an stand der Kampf um Narvik im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen.</p>
<p>Schon vor den Landungen der Alliierten in Mittelnorwegen war in Berlin eine ernste Führungskrise ausgebrochen. Da Hitler die Lage bei Narvik für aussichtslos hielt, wollte er die Kampfgruppe Dietl über die Berge nach Süden durchbrechen lassen. Die Nervosität in Berlin stieg nach den Landungen der Alliierten bei Namsos und Andalsnes und flaute erst ab, nachdem sich die durch das Gudbransdal vorrückende deutsche 196. Infanteriedivision mit den bei Trondheim stehenden Kräften vereinigt hatte.</p>
<p>Vor Narvik entbrannte der Kampf erst später. Generalmajor Joseph Mackesy, der Kommandeur der 49. britischen Division, errichtete einen Stützpunkt in Harstad und wartete, bis ein französischer Verband, Teile der Fremdenlegion und eine polnische Brigade eingetroffen waren. Nach der Landung der Alliierten, die nun 24.500 Mann zählten, nördlich und südlich von Narvik am 28. April mußte sich Dietl zurückziehen, konnte aber die Stadt unter größter Anstrengung einen Monat lang halten. Doch am 28. Mai mußte die Kampfgruppe Dietl den Rückzug auf die schwedische Grenze antreten, während die deutschen Entsatztruppen, die am 1. Juni Bodö erreichten, noch immer 150 Kilometer entfernt standen.</p>
<p><strong>Marineoperation „Juno“</strong></p>
<p>Die Marineoperation „Juno“, die am 4. Juni unter Einsatz der Schlachtschiffe „Scharnhorst“ und „Gneisenau“ begann, hätte Dietl Entlastung bringen sollen. Doch am 10. Mai hatte das Deutsche Reich seinen Frankreichfeldzug begonnen, und die Alliierten hatten inzwischen angesichts der überragenden Erfolge der Deutschen in Belgien und Frankreich beschlossen, sich auf den dortigen Kriegsschauplatz zu konzentrieren, Narvik zu räumen und den Rückzug anzutreten. Am 8. Juni gingen die Nachhuten in Harstad an Bord, und als Norwegens König Håkon VII. tags darauf die Einstellung des Widerstandes befahl, endete der Kampf um Norwegen.</p>
<p>Die deutsche Seekriegsleitung gab sich aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Da man annahm, daß der Krieg mit dem bevorstehenden Sieg in Westeuropa entschieden wäre, wollte die Kriegsmarine nicht hinter den Leistungen von Heer und Luftwaffe zurückstehen. Im Rahmen der Operation „Juno“ wollte der optimistische Raeder vor allem mit den Schlachtschiffen bei den Lofoten, im Westfjord, vor Narvik, im Nordatlantik, vor den Shetlands und Faröern möglichst viel Aktivität entfalten, obwohl kein sinnvolles Operationsziel winkte. Es gelang zwar Flottenchef Admiral Wilhelm Marschall am 8. Juni, den britischen Flugzeugträger „Glourious“ und zwei Zerstörer zu versenken, doch erlitt die „Scharnhorst“ einen Torpedotreffer und mußte den Rückmarsch antreten. Da in der Folge auch die „Gneisenau“ von einem britischen U-Boot torpediert wurde, waren fast alle schweren Einheiten zur großen Enttäuschung der deutschen Seekriegsleitung außer Gefecht gesetzt. Eine weitere Krise war bei den U-Booten eingetreten, nachdem sich die Magnetzünder der Torpedos zumeist als Versager erwiesen hatten. Zahlreiche deutsche Torpedoangriffe auf britische Schlachtschiffe, Kreuzer und andere Schiffe schlugen daher fehl.</p>
<p>Obwohl die deutsche Besetzung von Norwegen und Dänemark einen großen Erfolg der Wehrmacht darstellte, waren die Nachteile nicht zu übersehen. Eine zerklüftete, rund 2.000 Kilometer lange Küstenlinie, die bis zum Nordkap reichte, mußte gesichert werden; man hatte es mit einer Bevölkerung zu tun, die kaum Bereitschaft zur Kooperation zeigte; doch der größte Nachteil lag wahrscheinlich darin, daß die deutschen Zerstörer enorme Verluste erlitten hatten und die beiden Schlachtschiffe für längere Zeit ausfielen. Gerade dieser Umstand sollte wenige Monate später bei der Vorbereitung einer Landung in England eine wesentliche Rolle spielen.</p>
<p><strong>Dr. Heinz Magenheimer</strong></p>
<div id="attachment_41" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/norwegen2.jpg"><img class="size-medium wp-image-41 " title="Verladung von Material" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/norwegen2-300x205.jpg" alt="Verladung von Material und Proviant für einen deutschen Zerstörer" width="300" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">Verladung von Material und Proviant für einen deutschen Zerstörer</p></div>
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<p><a href="http://www.lesen-und-schenken.de/de/B-uumlcher/Die-Feldzuege-39/40"><img class="alignnone size-full wp-image-61" title="Die Feldzüge" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2010/02/anzeige-feldzuege.jpg" alt="Die Feldzüge" width="535" height="301" /></a></p>
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