Archiv für die Kategorie „Zweiter Weltkrieg“

Der Ulrichsberg ruft

Montag, 29. Oktober 2012

DMZ vor Ort: Ulrichsberggedenken 2012 in Kärnten
Herrlicher Sonnenschein liegt am 16. September über den Kärntner Alpen, spätsommerliche Wärme. Auf dem Ulrichsberg findet das traditionelle Ulrichsberggedenken statt. „Das Wetter spielt mit“, freut sich ein Teilnehmer. Die Gedenkveranstaltung hat Geschichte: Schon zum 52. Mal wird auf den Berg geladen, um der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs und des Kärntner Abwehrkampfes sowie der glücklich heim­gekehrten Kriegsgefangenen zu gedenken. Eingeladen hatte wie jedes Jahr die „Ulrichsberggemeinschaft Heimkehrer- und Europagedenkstätte“. Die Gemeinschaft hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und 1959 erstmals das Gedenken auf dem Ulrichsberg ausgerichtet. Seither fand die Veranstaltung bis 2008 jährlich auf dem Berg statt. Nach drei Jahren Pause – in denen nicht auf dem Berg, sondern in einer benachbarten Ortschaft gedacht werden konnte – ist das Ulrichsberggedenken nun wieder auf „seinen“ Berg zurückgekehrt. (weiterlesen…)

Der Atlantikwall

Mittwoch, 7. Dezember 2011

85dmz2Monumentales Bauwerk des Zweiten  Weltkrieges

Nach dem Sieg im Westen über Frankreich 1940 und dem Präventivschlag der Wehrmacht gegen die zum Angriff aufmarschierte Rote Armee 1941 befand sich die Masse der deutschen Streitkräfte in den Weiten Rußlands. Um der Gefahr einer alliierten Invasion im Westen zu begegnen, wurde auf Befehl Hitlers durch die Organisation Todt mit dem Bau eines gewaltigen Bollwerks am Meer begonnen, von der spanischen Grenze im Süden bis zu den Küsten Norwegens im Norden. Zum Schutz des Reiches entstanden im Laufe der Jahre tief­gestaffelte Verteidigungsstellungen, gewaltige Bunkerwerke zur Deckung weittragender und schwerer Geschütze, Funkmeßanlagen zum Erfassen und zu frühzeitiger Bekämpfung feindlicher Bomberströme auf dem Flug nach Deutschland, U-Bootbunker als Stützpunkte für die „Schlacht im Atlantik“, um Großbritannien von seinen Versorgungslinien abzuschneiden und vieles mehr. (weiterlesen…)

Operation „Deadlight“

Donnerstag, 20. Oktober 2011

84dmz3Die letzte Fahrt der grauen Wölfe

Die grauen deutschen U-Boote waren es, die während beider Weltkriege die Seeherrschaft Großbritanniens angefochten und wie reißende Wölfe das britische Inselreich umlagert haben und die unsere Vettern jenseits des Kanals mehr als vieles andere ganz besonders gefürchtet haben. Und so verwundert es kaum, daß sie jeweils unmittelbar nach Beendigung der Weltkriege alles daran setzten, „all german subs“ in Bausch und Bogen von den Meeren zu tilgen.

Die im Mai 1945 auf See kapitulierenden deutschen U-Boote mußten unter Hissung einer schwarzen Flagge unverzüglich englische Häfen anlaufen. Eine erste Gruppe von zwölf von Norwegen überführten U-Booten erreichte am 30. Mai 1945 den britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow. Bis zum 5. Juni 1945 kamen dort weitere 52 Boote hinzu. Über 130 Boote wurden dann von den über Deutschland obsiegenden Briten auf den Sammelplätzen Loch Ryan (Südwestküste Schottland) und Lisahally nördlich Londonderry (Loch Foyle/Nordirland) zusammengezogen. (weiterlesen…)

Kommando Becker

Freitag, 2. September 2011

Beutestück aus Frankreich: Dieses Flak-Geschütz wurde ebenfalls von Einheiten der deutschen Wehrmacht während des Frankreichfeldzuges übernommen.

Beutestück aus Frankreich: Dieses Flak-Geschütz wurde ebenfalls von Einheiten der deutschen Wehrmacht während des Frankreichfeldzuges übernommen.

„Recycling“ von alliiertem Kriegsmaterial

Es ist eine bekannte Tatsache, daß seit Anbeginn der Menschheit und im Lauf der Evolution nach Konflikten zwischen Stämmen und später Nationen die Waffen des Gegners weiterverwendet wurden. Besonders erbeutete Waffen höherer Technologie wurden auch vom neuen Besitzer sehr oft eingesetzt. Ob Pfeilspitzen aus Stein oder Metall, Schwerter aus Bronze oder Eisen, sowjetische T-34-Panzer oder deutsche „Panther“, es waren immer dieselben Motive ausschlaggebend. Deutschland hatte dieses Prinzip bereits im großen Stil im Ersten Weltkrieg angewendet. Damals wurden unzählige Tanks des Gegners, meistens britischer Herkunft, erbeutet und zum Teil gegen die ehemaligen Eigentümer eingesetzt – insgesamt kamen auf diese Weise etwa 170 britische Panzer gegen die eigene Seite zum Einsatz. Deutschland konnte so meh­rere Panzer-Abteilungen neben den zahlenmäßig weit unterlegenen Einheiten mit dem eigenen Sturmpanzerwagen A7V deutscher Fabrikation aufstellen. (weiterlesen…)

Die Ausnahmesoldaten

Freitag, 18. Februar 2011

Brillantenträger

Ein Farb-Bildband erinnert an die Brillantenträger

Als am 1. September 1939 die Auszeichnung des Eisernen Kreuzes neu geschaffen wurde, knüpfte der Staat damit an eine deutsche Militärtradition an, die ihren Ursprung im Jahre 1813 hat. Mit Beginn der Befreiungskriege gegen die französischen Besatzungstruppen stiftete der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. – am 18. März, dem Geburtstag der Königin Luise – einen Orden in drei Klassen, der, mit Ausnahme des Großkreuzes, jedem Soldaten unabhängig vom Dienstgrad und gesellschaftlichen Stand für eine herausragende Waffentat verliehen werden konnte. Der Entwurf zu diesem Ehrenzeichen stammte von Karl Friedrich Schinkel. Die Stiftung wurde 1870 und 1914 erneuert. 1939 trat als Stifter an die Stelle des untergegangenen Königreichs Preußen das Deutsche Reich. Neben dem EK II, dem EK I und dem Großkreuz war als Zwischenstufe das am Hals zu tragende Ritterkreuz hinzugekommen. Da es sich nun um eine gesamtdeutsche Auszeichnung handelte, wurden die Farben des Ordensbandes von den preußischen schwarz und weiß in die Reichsfarben schwarz-weiß-rot geändert. (weiterlesen…)

„Vergewaltigung des Rechts“

Mittwoch, 8. Dezember 2010

79dmz2Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat in Nürnberg die neue Dauerausstellung zu den Nürnberger Prozessen eröffnet. Vor 65 Jahren war der Auftakt des alliierten Siegertribunals in Berlin, später zog man nach Nürnberg um. Der renommierte Historiker Prof. Franz W. Seidler erklärt im DMZ-Interview die Hintergründe.

DMZ: Herr Prof. Seidler, der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach bei der Eröffnung der Ausstellung „Memorium Nürnberger Prozesse“ vom „wichtigsten Prozeß in der Geschichte der Zivilisation“. Teilen Sie diese Ansicht?

Seidler: Was versteht er wohl unter Zivilisation? Ich kann keinen Schub zu einer besseren Zivilisation erkennen. Die Menschen wurden nachher nicht edler, und die Staaten wurden nicht friedlicher. Die Nürnberger Prozesse markieren jedoch eine politische Zäsur. Die Konkurrenz der sogenannten „faschistischen“ Staaten, insbesondere Deutschlands, war ausgeschaltet. Die USA und die UdSSR teilten sich von da an die Weltherrschaft. Die europäischen Nationalstaaten wurden von der einen oder an­deren Seite für ihre Zwecke vereinnahmt. Mit dem Prozeß gegen die deutschen „Hauptkriegsverbrecher“ endete die Ko­operation der beiden Weltmächte. Es zog der Kalte Krieg herauf, der bis 1990 die Weltpolitik als Blockpolitik de­finierte. Der politische Aspekt des Prozesses rangiert vor dem zivilisatorischen. Zur Zivilisation hat das IMT (International Military Tribunal) nichts beigetragen, aber es hat die heuchlerische Allianz zwischen den westlichen Demokratien (USA, Großbritannien, Frankreich) und der totalitären Diktatur der UdSSR demaskiert. Nachdem das für beide Seiten gefährliche „deutsche Schwein“ geschlachtet war, zerfiel das Bündnis. Zu einem zweiten gemeinsamen Prozeß fand sich keine Seite bereit.   (weiterlesen…)

Kluger und kühler Rechner

Dienstag, 26. Oktober 2010

78dmz1Wilhelm List gehörte zu jenen deutschen Offizieren des Zweiten Weltkrieges, die bereits im Ersten Weltkrieg ihre Kampferfahrungen sammelten. Obwohl er sich stets für eine ritterliche Kriegsführung eingesetzt hatte, wurde er 1945 von den Alliierten als „Kriegsverbrecher“ verurteilt und verbrachte insgesamt acht Jahre in alliierter Haft.

Wilhelm List wurde am 14. Mai 1880 in Oberkirchberg bei Ulm/Württemberg als Sohn eines Arztes geboren.

Nach dem Besuch eines humanistischen Gymnasiums in München von 1890 bis 1898 trat List am 15. Juli 1898 als Fahnenjunker in das 1. Bayerische Pionierbataillon in München ein. Hier wurde er am 7. März 1900 zum Leutnant befördert und besuchte von 1902 bis 1904 die Königlich Bayerische Artillerie- und Ingenieurschule, ehe er bei seiner Stammtruppe als Bataillonsadjutant eingesetzt wurde.

Nach seiner Beförderung zum Oberleutnant am 9. März 1908 erfolgte ab dem 1. Oktober 1908 seine Kommandierung für drei Jahre auf die Kriegsakademie nach München. Nach dem erfolgreichen Besuch dieser Bildungsstätte schlossen sich zunächst wieder Truppenkommandos an, ehe Wilhelm List ab 1912 in der Zentralstelle des Bayerischen Generalstabes verwendet und am 22. März 1913 als Hauptmann endgültig in den Generalstab versetzt wurde.

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Rollender Nachschub

Donnerstag, 19. August 2010

77dmz3Das Wehrmachttransportwesen im Zweiten Weltkrieg

Die deutschen Militärs hatten bereits frühzeitig die Bedeutung der Eisenbahn als strategischer Faktor erkannt. Bereits seit den Zeiten des Generalstabschefs Helmuth von Moltke wurde das militärische Transportwesen von einer eigenen Abteilung des Großen Generalstabes geführt. (weiterlesen…)

Leise Feindfahrt

Montag, 21. Juni 2010

dmz-76-2Drei große „Elektro“-Boote liefen 1945 noch aus

Sie kamen zu spät, aber sie gehörten, ebenso wie die weltweit aufsehenerregenden V2-Raketen und die vielfach gepriesenen ersten Düsenjäger Me 262, zu den legendären deutschen Wunderwaffen: Die fortschrittlichen, für den totalen Unterwasserkrieg entwickelten U-Boote des Typs XXI, die ab April 1944 im Eiltaktverfahren in Großserien auf den Großwerften trotz permanenter angloamerikanischer Bombenbedrohung aufgelegt wurden und von denen ein Jahr später 118 Boote – ursprünglich sollten 38 davon monatlich an die Kriegsmarine abgeliefert werden – von der U-Bootwaffe indienstgestellt und zügig auf ihren Einsatz vorbereitet waren. (weiterlesen…)

Militärische Leckerbissen

Montag, 21. Juni 2010

dmz-76-3Deutsche Militärfahrzeuge in Holland

Geschichtliche Begebenheiten gewinnen einen eigentümlichen Reiz, wenn wir die Örtlichkeit kennen, wo sie stattgefunden haben“, soll der preußische Generalfeldmarschall Helmut von Moltke einmal gesagt haben. Wer diese Erfahrung sammeln möchte, für den lohnt sich der Weg in das nur wenige Kilometer westlich der deutsch-niederländischen Grenze gelegene Overloon. Hier befindet sich das „Nationale Kriegs- und Widerstandsmuseum“ der Niederlande. Es hat eine bemerkenswerte Geschichte. Im Mai des Jahres 1946 hatte ein Gründungskomitee aus dem Dorf Overloon mit dem Aufbau der Ausstellung begonnen. Erklärte Absicht war es, damit an die heftige Schlacht zu erinnern, die in der Zeit vom 24. September bis zum 16. 0ktober 1944 in dem Gebiet zwischen Overloon und Venray zwischen alliierten und deutschen Truppen stattgefunden hat. Sie war unmittelbare Folge der Bildung des sogenannten „Holland-Korridors“ Eindhoven-Nimwegen durch die 2. britische Armee am 17. September 1944 (Operation „Market Garden“). Die hohen Erwartungen der Alliierten erfüllten sich jedoch nicht. Den deutschen Truppen gelang es, die Abwehrfront zwischen Nimwegen und Venlo zu stabilisieren. „Market Garden“, die Luftlandeoperation amerikanischer, britischer und polnischer Verbände bei Arnheim und Nimwegen, scheiterte. Die deutsche Verteidigung entlang der Reichsgrenze hielt stand. (weiterlesen…)