Worum geht es bei der Debatte um Frauen in der Armee tatsächlich? Der israelische Militärtheoretiker Martin van Creveld überrascht im DMZ-Gespräch mit einigen unorthodoxen Thesen.
DMZ: Herr Prof. van Creveld, in Deutschland tobt derzeit eine Debatte um Frauen bei der Bundeswehr. Junge – männliche – Offiziere stehen im Kreuzfeuer der Kritik, weil sie diese Frage offen diskutieren. Warum akzeptiert die Political Correctness keine Diskussion um die Vor- und Nachteile von weiblichen Soldaten?
Creveld: Wenn wir über die Political Correctness sprechen, dann ist die Debatte um Frauen bei der Bundeswehr wirklich das geringste der Probleme. Political Correctness, dieses grünäugige Monster, ist doch allgegenwärtig. Dieses Monster bekämpft das freie Denken überall dort, wo es um die möglichen Unterschiede von Menschen unterschiedlicher Rassen, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Zusammenhang von Gesellschaft und Biologie geht, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Political Correctness versucht zudem die Unterschiede zwischen Objektivität und Subjektivität, zwischen Feigheit und Mut und sogar zwischen Gut und Böse aufzulösen. Um es mit Friedrich Nietzsche zu sagen: Die Political Correctness ist die Manifestation einer Sklavenmoral. Sie ist ein Kennzeichen einer niedergehenden Gesellschaft, die sich selbst in ihrem Niedergang für ihre Rechtschaffenheit, Freiheit und ihre angebliche Toleranz preist. (weiterlesen…)











