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	<title>DMZ - Deutsche Militärzeitschrift &#187; Bundeswehr</title>
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		<title>„Privilegierte Frauen“</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 11:43:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>

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		<description><![CDATA[Worum geht es bei der Debatte um Frauen in der Armee tatsächlich? Der israelische Militärtheoretiker Martin van Creveld überrascht im DMZ-Gespräch mit einigen unorthodoxen Thesen.
DMZ: Herr Prof. van Creveld, in Deutschland tobt derzeit eine Debatte um Frauen bei der Bundeswehr. Junge – männliche – Offiziere stehen im Kreuzfeuer der Kritik, weil sie diese Frage offen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-472" href="http://www.d-mz.de/archives/471/83dmz1"><img class="alignleft size-medium wp-image-472" title="83dmz1" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/09/83dmz1-300x148.jpg" alt="83dmz1" width="300" height="148" /></a>Worum geht es bei der Debatte um Frauen in der Armee tatsächlich? Der israelische Militärtheoretiker Martin van Creveld überrascht im <em>DMZ</em>-Gespräch mit einigen unorthodoxen Thesen.</strong></p>
<p><em><strong>DMZ: </strong></em><strong>Herr Prof. van Creveld, in Deutschland tobt derzeit eine Debatte um Frauen bei der Bundeswehr. Junge – männliche – Offiziere stehen im Kreuzfeuer der Kritik, weil sie diese Frage offen diskutieren. Warum akzeptiert die Political Correctness keine Diskussion um die Vor- und Nachteile von weiblichen Soldaten?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Wenn wir über die Political Correctness sprechen, dann ist die Debatte um Frauen bei der Bundeswehr wirklich das geringste der Probleme. Political ­Correctness, dieses grünäugige Monster, ist doch all­gegenwärtig. Dieses Monster bekämpft das freie Denken überall dort, wo es um die möglichen Unterschiede von Menschen unterschiedlicher Rassen, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Zusammenhang von Gesellschaft und Bio­logie geht, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Political Correctness versucht zudem die Unterschiede zwischen Objektivität und Subjektivität, zwischen Feigheit und Mut und sogar zwischen Gut und Böse aufzulösen. Um es mit Friedrich Nietzsche zu sagen: Die Political Correctness ist die Manifestation einer Sklavenmoral. Sie ist ein Kennzeichen einer niedergehenden Gesellschaft, die sich selbst in ihrem Niedergang für ihre Rechtschaffenheit, Freiheit und ihre angebliche Toleranz preist.<span id="more-471"></span><br />
<em><strong>DMZ:</strong></em><strong> Wagen wir einen Blick in die Geschichte: Seit wann spielen Frauen als Kombattanten auf dem Schlachtfeld überhaupt eine Rolle?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Trotz einiger weniger Ausnahmen haben Frauen in der Geschichte nie an Schlachten teilgenommen. Wir finden dies auch nicht im Tierreich, wo die männlichen Tiere die Kämpfe ausführen. Und auch in sogenannten „tribalen“ menschlichen Gesellschaften genießen die Frauen oftmals eine Art Immunität und nehmen nicht an Kämpfen teil – egal, ob es sich dabei um arrangierte Gefechte oder um Überraschungsüberfälle auf andere Stämme handelt. Wir finden das nicht in den Imperien des Altertums und auch nicht in der klassischen Antike, nicht im Mittelalter, nicht bei den Azteken oder bei den Inka. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em><strong> Aber es gibt Ausnahmen, sagen Sie…</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Ja, es gibt einige. Einige wenige Frauen haben an Kriegen teilgenommen, sie waren bei Rebellionen, Aufständen und Revolutionen dabei. Es gibt auch Frauen, die Selbstmordattentate verübt haben. Eine Untersuchung über die französische, italienische, griechische, jugoslawische und sowjetische Widerstandsbewegung während des Zweiten Weltkrieges würde zeigen, daß etwa 15 Prozent der Angehörigen der Gruppen weiblich waren. Aber in praktisch allen Fällen waren diese Bewegungen von Männern geführt, die auch die oftmals nur spärlich vorhandenen Waffen hatten und die Kämpfe führten. Die Frauen waren meist als Krankenschwestern und in der Kommunikation tätig. Außerdem: Sobald das Ziel erreicht war, also die Befreiung, gingen die Frauen nach Hause.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em><strong> Was hat es eigentlich mit den sagenumwobenen „Amazonen“ auf sich?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Zu den Amazonen müssen einfach vier Dinge gesagt werden: Erstens haben sie niemals existiert. Wie in vielen anderen griechischen Mythen diente die Geschichte der Amazonen dazu, eine Welt zu porträtieren, in der bestimmte Dinge anders sind als in der Realität. Zweitens handelt es sich bei den Amazonen um einen besiegten Stamm. Sie wurden der Sage nach von Theseus besiegt und verschwanden. Kein Grieche, egal ob Mann oder Frau, erwartete ernsthaft, irgendwann einmal auf eine leibhaftige Amazone zu treffen. Drittens nutzten die Amazonen als Hauptwaffe Pfeil und Bogen. Im antiken Griechenland war der Bogen ein Kontrast zum dort üb­lichen Speer. Der Bogen stand – als Distanzwaffe – für Feigheit. Man denke nur daran, wie Paris den großen Helden und Krieger Achilles mit einem Pfeil erschoß. Und viertens, so sagen es einige Versionen der Amazonen-Legende, mußten die Kriegerinnen ihre rechte Brust amputieren, um den Bogen bedienen zu können. In anderen Worten: Um Kriegerin zu sein, mußten sie sich das sichtbare Merkmal ihrer Weiblichkeit entfernen.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em><strong> Israel hat vor allem in Europa den Ruf, daß in seiner Armee (Israel Defence Force, abgekürzt IDF) schon lange Frauen in der Truppe dienen. Ist das wirklich so? Welche Erfahrungen hat man in Israel damit gemacht?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Israel ist der einzige Staat dieser Erde, der von Anfang an die Wehrpflicht für Frauen hatte und diese in Uniformen steckte. Angenommen, das Ziel eines Krieges ist, jene zu verteidigen, die sich nicht selbst verteidigen können, bleibt diese Praxis in meinen Augen dennoch zweifelhaft.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em><strong> Warum?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Diese Geschichte ist einfach viel komplexer, als sie auf den ersten Blick scheint.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Was ist daran komplex?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Das hat mit der Geschichte Israels zu tun. Bevor sich der Staat Israel im Jahre 1948 gründete, machten Frauen in den bewaffneten Untergrundgruppen, die gegen die Briten kämpften, etwa 15 Prozent aus. Nur wenige von ihnen trugen aber tatsächlich Waffen, die meisten Frauen dienten als Kuriere, da die Briten an Kontrollpunkten diese weniger gründlich durchsuchten, als sie es mit Männern taten. Frauen überbrachten Informationen, sie waren in der Logistik tätig, sie dienten als Führerinnen und sammelten geheimdienstliche Informationen. Schon am ersten Tag des Unabhängigkeitskrieges, der Ende 1947 ausgebrochen war, wurde eine gemischte israelische Pa­trouille von Beduinen in der Negev-Wüste überwältigt und auf grauenvolle Art und Weise zugerichtet. Die „Hagana“-Miliz – der Vorgänger der heutigen israelischen Armee – hat sofort darauf reagiert und den Befehl ausgegeben, daß alle Frauen die Kampfeinheiten verlassen sollten. Doch da man in jenen Tagen verzweifelt nach Kämpfern suchte und die Organisation allgemein nicht besonders gut war, folgten viele Gruppen diesem Befehl nicht. Einige Frauen kämpften also weiter. Von den 2.000 gefallenen Angehörigen der Palmach-Truppe, einem Elitekampfverband, waren nur 19 Frauen. Bei der Schlacht bei Latrun im Mai 1948, nicht weit entfernt von Jerusalem, fielen 300 Israelis, darunter nur drei Frauen. Zwei von ihnen waren als Krankenschwestern tätig, eine diente als Funkerin. Wenige Wochen später wurden aber auch die letzten verblie­benen Frauen aus den Kampfeinheiten entfernt. In den Jahren von 1949 bis 1973, also der erfolgreichen Zeit der israelischen Armee, war die Rolle der Frauen dort gering. Die Waffenausbildung für Frauen hatte allenfalls sym­bolischen Charakter, sie waren weder in Kampfeinheiten zu finden noch nahmen sie an Kämpfen teil. Immer, wenn ein Krieg ausbrach, stellte das Hauptquartier sicher, daß nirgendwo Frauen in der Nähe der Front waren. Von den 2.700 israelischen Soldaten, die während des Jom-Kippur-Krieges 1973 getötet wurden, waren weniger als zehn Frauen.</p>
<p>In den späten 1970er Jahren veränderte sich aber die Situation. Der Umfang der israelischen Streitkräfte wurde um 150 Prozent erhöht, was allerdings mit dem Problem einherging, hierfür genügend Soldaten zu bekommen. Auch der Feminismus wurde in jenen Jahren stark, daher machten dann die Frauen in der israelischen Armee zwischen 25 und 30 Prozent aus. Und trotzdem gilt weiter: Wo immer Schüsse fallen, sind keine Frauen, und wo Frauen sind, fallen keine Schüsse. Während des Libanonkrieges im Jahre 2006 fielen 130 israelische Soldaten, eine einzige Frau war darunter.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Sieht man deshalb auf Aufnahmen von IDF-Operationen im Libanon oder in den Palästinen­sergebieten kaum Frauen?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Wie ich bereits sagte: Die Vorstellung, daß israelische Frauen mit der Waffe in der Hand an den Fronten kämpfen, ist falsch.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Doch warum hält sie sich dann so hartnäckig und dient vielen Befürwortern von Frauen in der Armee als wichtiges Argument?</strong><br />
<em><strong></p>
<div id="attachment_473" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><em><strong><a rel="attachment wp-att-473" href="http://www.d-mz.de/archives/471/creveld"><img class="size-medium wp-image-473" title="creveld" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/09/creveld-200x300.jpg" alt="Prof. Dr. Martin van Creveld, geboren 1946 in Rotterdam (Niederlande), gilt als einer der „weltweit führenden Militärtheoretiker“ (Tageszeitung) und als „einer der renommiertesten Militärhistoriker der Gegenwart“ (Die Welt).  Van Creveld erwarb mehrere akademische Abschlüsse an der London School of Economics und der Hebräischen Universität Jerusalem, an deren Historischer Fakultät er seit 1971 lehrt. 1991/1992 unterrichtete er an der Führungsakademie des US Marine Corps, 1999/2000 unterrichtete er am US Naval War College. Schwerpunkte seiner publizistischen Tätigkeit sind Militär­geschichte und Strategie. Zu seinen wichtigsten Buchveröffentlichungen hierzu zählen Command in War, 1985, Supplying War: Logistics from Wallenstein to Patton, 1977 und The Sword and the Olive (Geschichte der israelischen Streitkräfte, 1998). Weltweite Bekanntheit erlangte er 1991 mit seinem bahnbrechenden Werk Die Zukunft des Krieges, in dem er die Formen des Krieges vorwegnimmt, mit denen sich der Westen seit dem 11. September 2001 konfrontiert sieht. Im deutschsprachigen Raum ist van Creveld vor allem bekannt geworden durch seine umfassende Arbeit über die deutsche Wehrmacht, deren Kampfkraft und innere Geschlossenheit er als im Vergleich zu den anderen Streitkräften des Zweiten Weltkriegs als überlegen einstuft (Kampfkraft, 2003)." width="200" height="300" /></a></strong></em><p class="wp-caption-text">Prof. Dr. Martin van Creveld, geboren 1946 in Rotterdam (Niederlande), gilt als einer der „weltweit führenden Militärtheoretiker“ (Tageszeitung) und als „einer der renommiertesten Militärhistoriker der Gegenwart“ (Die Welt).  Van Creveld erwarb mehrere akademische Abschlüsse an der London School of Economics und der Hebräischen Universität Jerusalem, an deren Historischer Fakultät er seit 1971 lehrt. 1991/1992 unterrichtete er an der Führungsakademie des US Marine Corps, 1999/2000 unterrichtete er am US Naval War College. Schwerpunkte seiner publizistischen Tätigkeit sind Militär­geschichte und Strategie. Zu seinen wichtigsten Buchveröffentlichungen hierzu zählen Command in War, 1985, Supplying War: Logistics from Wallenstein to Patton, 1977 und The Sword and the Olive (Geschichte der israelischen Streitkräfte, 1998). Weltweite Bekanntheit erlangte er 1991 mit seinem bahnbrechenden Werk Die Zukunft des Krieges, in dem er die Formen des Krieges vorwegnimmt, mit denen sich der Westen seit dem 11. September 2001 konfrontiert sieht. Im deutschsprachigen Raum ist van Creveld vor allem bekannt geworden durch seine umfassende Arbeit über die deutsche Wehrmacht, deren Kampfkraft und innere Geschlossenheit er als im Vergleich zu den anderen Streitkräften des Zweiten Weltkriegs als überlegen einstuft (Kampfkraft, 2003).</p></div>
<p>Creveld:</strong></em> Das kommt vor allem von der Publicity, die gerne israelische Soldatinnen auf Paraden mit Waffen zeigt. Das hat aber wenig mit der Realität zu tun, wie ich bereits anmerkte. Es gibt beispielsweise gemischte Patrouillen, die finden aber an der jordanischen Grenze statt, die sehr friedlich ist. In 40 Jahren wurde dort kaum geschossen. Soldatinnen dienen in der Administration, Ausbildung und Logistik. Sie arbeiten beim Geheimdienst und in der Kommunikation. Einige von ihnen steuern auch fern­gelenkte Drohnen, die in der modernen militärischen Aufklärung zunehmend eine wichtigere Rolle spielen. Als Pilotinnen richtiger Flugzege findet man sie hin­gegen kaum. Man mag es für einen Höhepunkt des Absurden halten, daß in Israel und auch woanders heute weibliche Soldaten in der Aufstandsbekämpfung ein­gesetzt werden – und zwar, um andere Frauen an Kontrollpunkten zu durchsuchen oder Verhöre mit ihnen durchzuführen.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Warum ist das absurd?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen. Vor einigen Jahren zwang eine israelische Soldatin eine palästinen­sische Frau an einem Checkpoint, eine giftige Flüssigkeit zu trinken, die die Palästinenserin bei sich trug. Und das nennt man dann Frauensolidarität…<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em><strong> Gibt es andere internationale Beispiele?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Ja. Bei den US-Streitkräften gibt es zwischen sieben und 16 Prozent Frauen, und das blieb die letzten drei Jahrzehnte konstant. Bei den US-Truppen im Irak machen sie etwa sieben Prozent aus, unter den Gefallenen ­US-Soldaten dort allerdings nur zwei Prozent.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em><strong> Frauen, so ist immer wieder zu lesen, werden im Militär diskriminiert&#8230;</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Frauen beim Militär werden alles andere als diskriminiert! Sie genießen alle Vorteile!<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Das ist erklärungsbedürftig!</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Auf der einen Seite haben sie alle Privilegien der Soldaten. Sie werden gleich bezahlt, sie haben eine ko­stenlose medizinische Versorgung, günstige Unterkünfte und Beförderungen. Auf der anderen Seite sind sie aber nicht der gleichen Todesgefahr ausgesetzt wie Männer. Im Gegenteil: Sie werden beschützt, vor Gefahren ab­geschirmt, geradezu verhätschelt. Während die männ­lichen US-Soldaten bei 48 Grad Hitze durch Bagdad pa­troullieren, befinden sich die meisten Frauen geschützt in der sogenannten „Grünen Zone“ der irakischen Hauptstadt. Dazu kommt noch, daß die Frauen unter gar keinen Umständen von ihren männlichen Kameraden angegangen werden dürfen. Kein Wunder also, wenn die männ­lichen Veteranen, nachdem sie die Fesseln der Disziplin hinter sich gelassen haben und ein paar befreiende Biere getrunken haben, fast immer ihre Verachtung und gleichzeitig auch ihre Furcht vor ihren „Kameradinnen“ ausdrücken…<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Warum wollen Frauen dann überhaupt beim Militär dienen?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Ich persönlich glaube, daß Siegmund Freud mit seiner These Recht hatte: Was Frauen wirklich bewegt, ist ihr Penis-Neid.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Ist das Ihr Ernst?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Wie Freud selbst sagte, kann man das wortwörtlich verstehen als biologisch motiviert oder aber auch als ein Ergebnis der sozialen Verhältnisse. Das männliche Geschlecht, reduziert auf das Geschlechtsorgan, symbolisiert dann die angeblichen Privilegien des Mannes.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Doch was hat das mit dem Militär zu tun?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Wie es auch immer sei, der ganze moderne Feminismus ist so etwas wie ein gigan­tischer Beweis für diesen Geschlechtsneid. Wie sollte man sonst Dinge erklären, warum Frauen plötzlich ihre Haare kurz tragen, Hosen statt Röcke anziehen, Karriere machen wollen und Fußball spielen? Und nun geht es darum, an bewaffneten Auseinandersetzungen teilzunehmen, der furchtbarsten und brutalsten menschlichen Aktivität, die bislang sozusagen den Männern „vorbehalten“ war. Doch ist das Führen von Kriegen wirklich eine Notwendigkeit für die „Befreiung der Frau“? Ein israelisches Sprichwort sagt, daß, wenn Männer damit anfangen, von den Dächern zu springen, die Frauen auch dies sofort nachmachen würden.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Der Krieg als „Selbstverwirklichung“?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Man muß Freud weiterlesen. Die traditionelle Lösung für das Problem, keinen Penis zu haben, war, ein Kind auf die Welt zu bringen. Dies war der Vorteil, den die Frauen gegenüber den Männern hatten. Männer können keine Kinder gebären, dazu sind nur Frauen in der Lage. Heute bekommen immer weniger Frauen immer weniger Kinder – daher scheint für viele Frauen diese „Lösung“ des Geschlechterkonfliktes nicht mehr länger praktikabel. Es kommt einem fast so vor, als würden die Frauen sich selbst aufgeben, indem sie heute immer mehr ver­suchen, wie Männer zu werden – und das bedeutet aufgrund der biologischen Unterschiede: Männer zweiter Klasse.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Ein Argument der „Frauen-Befürworter“ bei Kampftruppen lautet: Die moderne Armee ist heute so technisiert und computerisiert, daß es nicht mehr (nur) auf die körperliche Fitneß bzw. die körperlichen Fähigkeiten ankommt. Stimmt das?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Nein. Im Großteil aller Situationen des Krieges sind die Soldaten den Strapazen ausgesetzt, über die bereits Clausewitz schrieb. Und die Operationen in der Aufstandsbekämpfung sind noch anstrengender. Schauen Sie sich doch nur einmal die schwerbepackten US-Ma­rines an, die im Irak oder in Afghanistan auf Patrouille gehen. Sie sehen dann, wie hoch deren Last und Risiko ist und warum – allen feministischen Forderungen zum Trotz – keine einzige Frau dabei ist.</p>
<p>Das Argument, daß die moderne technische Kriegsführung auch ohne große physische Belastung zu meistern ist, stimmt natürlich bis zu einem gewissen Punkt. Aber in Wahrheit bedarf jede militärische Arbeit – sogar meine, die darin besteht, Bücher zu schreiben – einer gewissen physischen Ausdauer. Und die einfache Tatsache, daß Frauen weniger darüber verfügen als Männer, mag erk­lären, weshalb in allen Ländern, von denen Daten verfügbar sind, die Leistung von Frauen um etwa ein Drittel geringer ist als die ihrer männlichen Kameraden.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Frauen bei Kampftruppen: Welche Gefahren birgt das für die Kampfkraft der Truppe?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Wie in jeder anderen Organisation muß sich auch das Militär stets auf die schwächsten Mitglieder einstellen. In Situationen, die hohen körperlichen Einsatz erfordern – und davon gibt es beim Militär viele! – kann der Einsatz durch die Anwesenheit weiblicher Soldaten daher gefährlicher werden und sogar zum Verlust von noch mehr Soldaten führen. Anstatt zu kämpfen oder sich geordnet zurückzuziehen, müssen sich dann die männlichen Kameraden mit dem Handicap herumschlagen, daß sie auch noch auf die Frauen achtgeben müssen.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em><strong> Worum geht es denn Ihrer Meinung nach bei der aktuellen Debatte in der Bundeswehr tatsächlich: um die Steigerung der militärischen Kompetenz, oder um das „Recht auf Selbstverwirklichung“ von Frauen?</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Die Bundesrepublik Deutschland lebt – wie auch alle anderen sogenannten „fortschrittlichen“ Staaten – in der Situation, daß eine solche Debatte nur deshalb möglich ist, weil man dort schon lange keinen richtigen Krieg erlebt hat. Eine Folge ist, daß man sich dort mit allerlei sozialen Experimenten beschäftigt, und viele davon sind so bizarr, daß man es gar nicht glauben kann. Um es mit anderen Worten zu sagen: Die steigende Präsenz von Frauen beim Militär hat nichts mit der Emanzipation zu tun, sondern sie ist ein klares Zeichen dafür, daß man das Militär dort eigentlich gar nicht mehr braucht.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Herr Professor van Creveld, einige Kri­tiker werden Sie als „Frauenfeind“ beschimpfen…</strong><br />
<em><strong>Creveld:</strong></em> Man mag den Eindruck gewinnen, ich sei generell gegen Frauen beim Militär. Das stimmt aber nicht. Sehen Sie, seit Tausenden von Jahren, seit wir Menschen uns vom Affen weiterentwickelten, haben Männer ihr Leben dafür geopfert, daß ihre Frauen weiterleben können. Betrachtet man es so, wäre es doch für uns Männer wunderbar, wenn man die Rollen einfach  tauschen könnte. Mit anderen Worten: Wenn Frauen dafür sterben, damit ich leben kann. Warum müssen es immer die Männer sein, die ihr Leben für die Frauen opfern? Da die Feministinnen immer nur von ihren Rechten, nie aber über die Pflichten sprechen, wird das niemals geschehen. Ich habe keinen Zweifel, daß im Falle eines richtigen Krieges auch die „fortschrittlichen“ Gesellschaften schnell wieder in das traditionelle Geschlechterrollenbild zurückfinden werden – oder sie werden schnell besiegt sein.<br />
<em><strong>DMZ:</strong></em> <strong>Herr Professor van Creveld, vielen Dank für das Gespräch.</strong></p>
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		<title>Mit Blitz und Donnerhall</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 11:34:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Mittlere Artillerieraketensystem MARS II (MLRS)
Die Grundidee, raketenförmige Kampfmittel auf einen Feind zu schießen, ist so alt, wie es pulverförmige Treibladungen gibt. Auch wenn bis heute nicht zweifelsfrei belegt ist, wer der Erfinder des Schwarzpulvers war, kann davon ausgegangen werden, daß es im 12. Jahrhundert zahlreiche parallel verlaufende Erfindungen in Europa, China und den arabischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-464" href="http://www.d-mz.de/archives/463/83dmz2"><img class="alignleft size-medium wp-image-464" title="83dmz2" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/09/83dmz2-300x148.jpg" alt="83dmz2" width="300" height="148" /></a>Das Mittlere Artillerieraketensystem MARS II (MLRS)</strong></p>
<p>Die Grundidee, raketenförmige Kampfmittel auf einen Feind zu schießen, ist so alt, wie es pulverförmige Treibladungen gibt. Auch wenn bis heute nicht zweifelsfrei belegt ist, wer der Erfinder des Schwarzpulvers war, kann davon ausgegangen werden, daß es im 12. Jahrhundert zahlreiche parallel verlaufende Erfindungen in Europa, China und den arabischen Ländern gegeben hat. Dabei konzentrierten sich die Entwicklungen interessanterweise in China eher in Richtung der Raketen, wohingegen europäische Tüftler die Kanonentechnologie bevorzugten. <span id="more-463"></span></p>
<p>Im alten China kamen die ersten Raketen als militärische Explosionswaffen, taktische Signalgeber (Leucht­kugeln, verschiedenfarbige Rauchfahnen) oder eher als harmloses Feuerwerk zur Anwendung. Wegen der größeren Präzision der gezogenen Läufe setzte sich jedoch in den nachfolgenden Jahrhunderten beim Militär letztendlich die Rohrartillerie als Standard durch. Es spielte dabei aber auch die insgesamt unkompliziertere Handhabung und Logistik eine Rolle. Trotzdem wurde das Raketenkonzept immer wieder aufgegriffen. So experimentierten der Franzose Friossart 1410 und der deutsche Forscher Johannes Schmidlap 1591 weiter an der Idee. Sie entwik­kelten das Werfersystem und die Mehrfachstufen maßgeblich weiter. Der erste belegte, großflächige Raketenwerfereinsatz in Europa wurde von der britischen Marine 1807 gegen die dänische Hauptstadt Kopenhagen durchgeführt. Der dabei ausgelöste Großbrand richtete in der Stadt so schwere Schäden an, daß sich die Verteidiger bedingungslos ergeben mußten. Raketen kamen aber insgesamt in den Folgejahren meist nur noch in der Küstenverteidigung bzw. in der Seenotrettung zum Einsatz.</p>
<p><strong>Versuche mit Raketenwerfern</strong><br />
In den Jahren des Ersten Weltkriegs wurden erneute Versuche mit Raketenwerfern gestartet. Auf deutscher Seite sind beispielsweise unter der Federführung der Luftwaffe Luft-Luftraketen für die Bekämpfung von feindlichen Bombern und Luftschiffen erprobt worden. Diese Tests waren jedoch (noch) nicht zukunftsträchtig und sind nach kurzer Zeit wieder eingestellt worden. Erst dem Heer gelang es in der Folgezeit, eine einsatzreife Rakete mit entsprechender mobiler Abschußvorrichtung zu entwickeln und zum Einsatz zu bringen. Auch wenn dieses 15 Kilogramm schwere Raketensystem nur eine Höchstreichweite von 5.000 Meter hatte, bildeten die dabei gewonnenen Erkenntnisse die Grundlage für die nachfolgenden Entwicklungen. Aus diesem Prototyp entstanden zahlreiche Nachfolgemodelle.</p>
<p>Allgemein gilt in Sachen Mehrfach-Raketenwerfertechnologie die Sowjetunion als Vorreiter und erster militärstrategischer Anwender. Bereits 1938 stellten ihre Ingenieure erste mobile Startvorrichtungen auf einer Demonstrationsvorführung der Militärführung vor. Der er–ste belegte moderne Raketenwerferangriff wurde im Juli 1941 auf den russischen Bahnhof von Orscha durch­geführt. Mit einem starken Feuerschlag schlugen die Raketen in die dortige Truppenkonzentration der Wehrmacht ein. Dieser <a href="http://erfolg.org" target="_blank" >Erfolg</a> hinterließ auf beiden Seiten einen bleibenden Eindruck. Sofort ordnete die sowjetische Regierung für die Rote Armee eine großangelegte Massen­beschaffung der ersten fronttauglichen Muster an. Obwohl die Nachteile, die dieses Waffensystem baubedingt mit sich bringt, erheblich sind, entspricht ihr Einsatzkonzept genau der vorherrschenden sowjetischen Gesamtstrategie, nämlich feindliche Kräfte nicht in längeren und zähen Schlachten zu besiegen, sondern diese bereits in der Aufmarschphase mit massiven Feuerwalzen schlagartig und vollständig zu vernichten.</p>
<p>In der Roten Armee wurden bis 1945 ganze Gardewerfer-Abteilungen mit über 5.000 Stück an die Fronten geworfen. Diese unterstützten und verstärkten dort die unzähligen Schützendivisionen.</p>
<p>Auf Seiten der Wehrmacht sind ebenfalls verschiedene Muster von Mehrfachraketenwerfern zum Einsatz gekommen. Unter den Tarnnamen „Nebelwerfer“ und „Panzerwerfer“ sind unterschiedlichste Werfersysteme und Kaliber an die Front gekommen. Ihre Anzahl erreichte aber nicht annähernd die der sowjetischen Waffensysteme.</p>
<p><strong>Großer Streukreis</strong><br />
Die Raketenwerfer hatten im Vergleich zur Artillerie einen großen Streukreis und einen hohen Zeitaufwand beim Nachladen. Ihre wesentlichen Vorteile lagen in der ko­stengünstigen Beschaffung und der sehr schnellen Feuerrate. Die Reichweiten betrugen je nach Typ von 2,5 bis zu 20 Kilometer. Die verschiedenen Varianten hatten zwischen 6 und 54 Rohre. Die Kaliber betrugen dabei bis zu 240,9 Millimeter im Durchmesser und hatten tödliche Streukreise von bis zu 100 Metern je Sprengkopf. Das Abfeuern einer Batterie dauerte nur wenige Sekunden, und die Sprengköpfe schlugen auch mit dieser geringen Verzögerung im Zielgebiet ein. Der Sammelbegriff für die vielen unterschiedlichen Muster sowjetischer Raketenwerfer war deutscherseits „Stalinorgel“. Die Russen nannten sie  „Katjuscha“, die Koseform des weiblichen Vor­namens Katharina.</p>
<p>In den Jahren und Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg waren die zahlreichen sowjetischen Raketenwerfer auch wieder auf fast allen nachfolgenden Konflikt- und Kriegsschauplätzen zu finden. Ob in Korea, Vietnam, in den afrikanischen Bürgerkriegen oder aktuell im Irak und in Afghanistan kommen noch viele alte und neuere Raketenwerfer zum Einsatz. Ihre günstige Anschaffung und leichte Bedienbarkeit machte sie auch für Ungeübte zu einer begehrten, aber verheerenden Waffe.<br />
Die Bundeswehr erhielt 1990 das in den USA gebaute Mittlere Artillerieraketensystem MARS / US-MLRS (Multiple Launch Rocket System). Es löste das noch auf einem Lkw montierte „Leichte Artillerie-Raketen-System (LARS)“ ab.</p>
<p>Der MARS ist ein autonomes, auf einem Panzerunterbau basierendes Mehrfachwerfersystem. Die bis 1993 beschafften 150 Werfer sind als typische Flächenfeuerwaffen in das neue, auf globale Einsätze ausgerichtete NATO-Verteidigungskonzept eingeplant worden. Durch die Weiterentwicklung der Lenkraketen sind sie jetzt jedoch auch zu hochpräziser Bekämpfung von Punkt- und Einzelzielen befähigt. Die beschafften zwölf Raketen-Container verfeuern unterschiedliche Munitionsarten im Kaliber 227 Millimeter. Je nach Munitionsart erreichen diese eine Schußentfernung von 10 bis 70 Kilometern. So entfalten etwa die Minenraketen AT-2 im Zielgebiet als Submunition je 28 Hohlladungsminen gegen gepanzerte Fahrzeuge. Eine weitere Variante, die M31-Rakete, detoniert nach einer einstellbaren Zeitverzögerung in oder oberhalb der Erde. Sie kann auch gegen ungepanzerte Feindkräfte über dem Ziel zur Wirkung gebracht werden. Die Zielfläche eines Werfer-Zuges (vier Fahrzeuge) beträgt 800 mal 800 Meter. Dieses Gebiet kann bei einem Feuerüberfall nahezu zeitgleich mit zielsuchenden Panzerabwehr-Gefechtsköpfen überzogen werden. Genauso ist es auch möglich, größere Gebiete mit Panzerabwehrminen zu verminen und damit den Vormarsch von Feindkräften erheblich zu verzögern. Nach der Ächtung von Clusterbomben hat die Bundeswehr ihre Anti-Personenmunition aus dem Bestand genommen.</p>
<p><strong>Großer Einsatzradius</strong><br />
Der auf dem US-M2 „Bradley“-Schützenpanzer basierende Unterbau des MARS hat eine Besatzung von drei Soldaten (Fahrer, Kommandant und Bediener der Feuerleitanlage). Mit seinen 500 PS beschleunigt der anzugstarke V8-Viertakt-CUMMINS-Dieselmotor mit Direkteinspritzung und Turbolader das Fahrzeug (mit Gefechtsbeladung im Geländelauf) auf beacht­liche 56 Stundenkilometer. Sein Tankinhalt von 636 Litern erlaubt einen Einsatz­radius bis zu 500 Kilometern. Die Drehstabfederung und die Hochleistungsschwingungsdämpfer gewährleisten auch in schwierigem Gelände eine (fast) ruhige Fahrt.</p>
<p>Die Werferanlage besteht aus einem schwenkbaren Rahmen. Die Ausrichtung erfolgt über ein hydraulisch/elektronisches Richtsystem. In dem geschulterten Abschußbehälter werden jeweils die 12 Raketen bevorratet. Nach dem Abschuß können die Container schnell ausgetauscht werden.<br />
Im Rahmen einer weiteren Kampfwertsteigerung ist jetzt in Idar-Oberstein das neue MARS II-Waffensystem an die Artillerieschule übergeben worden. Hier wird auch das erweiterte Schulungsprogramm durchgeführt. Durch das neue modernisierte Konzept von schnellerer und präziserer Zielauffassung, gekoppelt mit der lenkbaren GMLRS-Munition, ist es der Besatzung jetzt auch möglich, sich noch eher der feindlichen Aufklärung zu entziehen und in neue Wirkstellungen auszuweichen.</p>
<p>Die Bundeswehr hat für ihre neuen Erfordernisse 55 MARS II mit dem GMLRS UNITARY-System ausgerüstet und die betroffenen Einheiten aufwendig ausgebildet.</p>
<p>Björn Sefari</p>
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		<title>Wir denken an Euch!</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 11:31:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Uschi und Mario Schulz erinnern an Soldatenschicksale
Mitgefühl ist manchmal ein heikles Thema in der Bundesrepublik Deutschland – man will es kaum glauben. Doch vor allem dann, wenn es um Mitgefühl mit Soldaten geht, die verwundet oder traumatisiert aus ihren Auslandseinsätzen zurückkehren, schweigen Me­dien und Politik oft seltsam lange. Wenn deutsche Sol­daten aus dem Einsatzgebiet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_457" class="wp-caption alignleft" style="width: 303px"><strong><strong><a rel="attachment wp-att-457" href="http://www.d-mz.de/archives/456/schulz"><img class="size-medium wp-image-457" title="schulz" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/09/schulz-293x300.jpg" alt="Immer für die gute Sache unterwegs: Mario und Uschi Schulz engagieren sich für Bundeswehrsoldaten  im Auslandseinsatz." width="293" height="300" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Immer für die gute Sache unterwegs: Mario und Uschi Schulz engagieren sich für Bundeswehrsoldaten  im Auslandseinsatz.</p></div>
<p><strong>Uschi und Mario Schulz erinnern an Soldatenschicksale</strong></p>
<p>Mitgefühl ist manchmal ein heikles Thema in der Bundesrepublik Deutschland – man will es kaum glauben. Doch vor allem dann, wenn es um Mitgefühl mit Soldaten geht, die verwundet oder traumatisiert aus ihren Auslandseinsätzen zurückkehren, schweigen Me­dien und Politik oft seltsam lange. Wenn deutsche Sol­daten aus dem Einsatzgebiet nach Hause kommen, fühlen sie sich meist alleingelassen. Mehr als tausend Afghanistan-­Veteranen der Bundeswehr leiden an sogenannten „posttraumatischen Belastungsstörungen“. Diese drücken sich in qualvollen Erinnerungen an das Erlebte, Depressionen, Reizbarkeit, Wutausbrüchen, Schlafstörungen, Konzen­trationsschwierigkeiten, Angstzuständen, Suchtproblemen oder sozialer Vereinsamung aus. <span id="more-456"></span>Viele können aufgrund dieser Belastungen nicht mehr am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen. In einer Studie von der Technischen Universität Dresden heißt es, daß Bundeswehrsoldaten durchschnittlich in ihrer Einsatzzeit mehr als 20 „belastende einsatzbezogene Ereignisse“ erfahren, zu denen „Kampf-, Verletzungs- und Todeskonfrontationen“ zählen, bei „Kampftruppen in Kundus nahezu doppelt so häufig wie bei anderen Truppenteilen und an ­anderen Standorten. 50 Prozent dieser belastenden Ereignisse erfüllten die Studienkriterien für sogenannte ‚traumatische Ereignisse‘. Ein hoher Anteil der Soldaten und Soldatinnen erlebte multiple traumatische Ereignisse.“</p>
<p>Nicht nur die Soldaten, sondern auch deren Familien leiden unter dieser Situation. Die offizielle Unterstützung, die ihnen seitens des Bundesverteidigungs­ministeriums angeboten wird, hat sich in den vergangenen Jahren zwar verbessert, doch vor allem die gesellschaftliche Hilflosigkeit im Umgang mit den eigenen Soldaten ist nach wie vor bedrückend. Wo große Programme versagen, kommt es vor allem auf das beherzte Engagement einzelner an. Uschi und Mario Schulz aus dem Ahrtal kämpfen für die Anerkennung der deutschen Soldaten. Mario Schulz ist Hauptfeldwebel der Bundeswehr und engagiert sich gemeinsam mit seiner Frau Uschi seit über zehn Jahren für den Verein „Lachen Helfen e.V.“, der Kinder in Kriegsgebieten unterstützt. Aber auch die Solidarität mit den Bundeswehrsoldaten ist dem Ehepaar wichtig. Sie sind ehrenamtlich unterwegs, vermitteln den zurückgekehrten Soldaten und ihren Familien Rückhalt.</p>
<p><strong>Großformatiger Wandkalender</strong><br />
Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, haben Uschi und Mario Schulz in Eigeninitiative einen großformatigen Wandkalender über Soldaten im Einsatz für das Jahr 2012 erstellt. Dessen zentrale Botschaft ist: „Wir stehen hinter Euch!“ „Besonders ist dieser Kalender allen gefallenen Kameraden gewidmet, die ihr Leben für uns gegeben haben“, so das Ehepaar Schulz. Auf zwölf großformatigen und beeindruckenden Farbbildern wird der entbehrungsreiche Einsatz im Ausland dargestellt.</p>
<p>Politische Fragen, etwa die nach Sinn und Unsinn solcher Einsätze, stellt der Kalender allerdings nicht. Denn darum geht es gar nicht. Es ist die menschliche Seite, die betont wird. Es geht dem engagierten Paar darum zu zeigen, daß man auch mit viel Eigeninitiative ein Zeichen für die deutschen Soldaten setzen kann – und daß es gerade in Zeiten gesellschaftlicher Kälte gegenüber der Armee bitter notwendig ist, daran zu erinnern, daß es sich um Väter, Brüder und Söhne handelt, die derzeit auf mehr als vier ausländischen Schauplätzen ihrem Sol­datenhandwerk nachgehen.</p>
<p>Carsten Fromm</p>
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		<title>Keine letzte Ruhe</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 11:26:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Grab des erfolgreichen Jagdfliegers Walter Nowotny in Wien ist seit Jahren ein Politikum. Es tobt ein Kampf um die Zukunft der letzten Ruhestätte. Linke wollen diese am liebsten einebnen. Doch es geht nicht nur um das Andenken an Walter Nowotny – letztendlich geht es um die ganze geschichtspolitische Einordnung des Zweiten Weltkrieges.
Kaum eine Grabstätte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-444" href="http://www.d-mz.de/archives/443/grab"><img class="alignleft size-medium wp-image-444" title="grab" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/06/grab-219x300.jpg" alt="grab" width="219" height="300" /></a>Das Grab des erfolgreichen Jagdfliegers Walter Nowotny in Wien ist seit Jahren ein Politikum. Es tobt ein Kampf um die Zukunft der letzten Ruhestätte. Linke wollen diese am liebsten einebnen. Doch es geht nicht nur um das Andenken an Walter Nowotny – letztendlich geht es um die ganze geschichtspolitische Einordnung des Zweiten Weltkrieges.</strong></p>
<p>Kaum eine Grabstätte sorgt derzeit in Österreich für so viel Aufregung, wie das vormalige Ehrengrab von Walter Nowotny. Der Major der Luftwaffe und mit 443 Feindflügen und 258 Abschüssen einer der erfolgreichsten Jagdflieger des Zweiten Weltkriegs wurde 1944 in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof beerdigt. Das Grab liegt an prominenter Stelle und wurde jahrzehntelang auf Kosten der Stadt Wien gepflegt. Ein halbes Jahrhundert lang sorgten weder das Grab noch die Person des gefallenen gebürtigen Niederösterreichers für Aufregung. Erst mit dem allmählichen Ableben der Erlebnisgeneration wurden die Stimmen lauter, die eine Aberkennung des Ehrengrab-Status forderten. Besonders die Grünen und Teile der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) begannen Ende der 1990er Jahre im Wiener Gemeinderat Stimmung gegen das Ehrengrab Nowotnys zu machen.<span id="more-443"></span></p>
<p>Ein besonderer Dorn im Auge waren den Linken im Wiener Gemeinderat die alljährlich um den Todestag des Jagdfliegers stattfindenden Gefallenenehrungen an seinem Grab. Das Grab, so hieß es in der damaligen Diskussion, sei zu einer „Pilgerstätte von Kameradschaftsverbänden der Waffen-SS“ geworden. Nach jahrelangen Diskussionen wurde dem Grab schließlich im Mai 2003 der Ehrenstatus mit den Stimmen von Grünen und SPÖ aberkannt. Gegen diesen geschichtspolitischen Affront begehrten viele Persönlichkeiten vor allem aus dem freiheitlichen Lager, auf und so gründete sich im Juli desselben Jahres unter Beteiligung von  Prof. Gerhard Pendl, dem ORF-Redakteur Walter Seledec und dem freiheitlichen Stadtrat Johann Herzog der „Verein zur Pflege des Grabes von Walter Nowotny“, da mit der Aberkennung des Ehrengrab-Status auch die Einstellung der Grabpflege einherging.</p>
<p><strong>Zielscheibe linker Medien </strong><br />
Obwohl die Zielsetzung des Vereines bereits klar aus seinem Namen hervorgeht, wurden der Verein und seine Mitglieder in den Folgejahren Zielscheibe der linksgerichteten Medien in ­Österreich. Unter anderem erfolgte die Abberufung von Prof. Pendl als Universitätsrat für die Medizinische Universität in Wien wegen des Vorwurfs, den „Ruf der Univer­sität zu schädigen“, nachdem dieser anläßlich der Kranzniederlegung im Jahre 2006 die Trauerrede für Nowotny gehalten hatte. Zugleich sorgt die alljährliche Kranzniederlegung am Zentralfriedhof seit 2003 immer wieder für negative Schlagzeilen in Teilen der österreichischen Presse.</p>
<p>Nachdem das Grab Ende des vergangenen Jahres von unbekannten Randalierern mit roter Farbe besudelt wurde, halten sich neuerdings Gerüchte, daß die Grabstätte demnächst eingeebnet und verlegt werden solle. Geplant ist offenbar eine Verlegung an eine andere Stelle des Zentralfriedhofs oder auf einen Soldatenfriedhof. Ob damit die Diskussionen um den gefallenen Jagdflieger aufhören werden, ist jedoch fraglich.</p>
<p>Parallel zum Streit über den Ehrengrab-Status und die jährliche Kranzniederlegung sorgt auch die Person Walter Nowotnys immer wieder für Diskussionen. Besonders die Frage, ob er Parteimitglied in der NSDAP war, ruft regelmäßig Streit hervor. Während vor allem freiheitliche Politiker dies in Zweifel ziehen, da historisch gesichert sei, daß Wehrmachtangehörige bis 1944 nicht gleich­zeitig Parteimitglieder sein durften, soll die NSDAP-Mitgliedschaft Nowotnys im Bundesarchiv in Berlin belegt sein. Demnach soll Nowotny als 18jähriger am 1. Mai 1938 mit der Nummer 6.382.781 Mitglied der NSDAP geworden sein. Doch warum entsteht in dieser Frage überhaupt Streit? Der Münchner Militärhistoriker und ehemalige Professor an der Bundeswehruniversität Franz W. Seidler versteht die provozierte Aufregung nicht: „Warum sollte das so wichtig sein“, fragt er. „Bei Walter Jens und bei Günther Grass wird das als Jugendsünde abgetan, bei Walter Nowotny soll es nun plötzlich ein Verbrechen sein.“</p>
<p>Unabhängig von der Frage, ob Nowotny nun Mitglied der NSDAP war oder nicht, kann dies kein Kriterium sein, um über seine soldatische Leistung und Tapferkeit sowie über seine Person als Ganzes den Stab zu brechen. Man darf nicht vergessen, daß nach dem Kriege viele ehemalige Partei­genossen an leitender politischer Stelle in Österreich und der Bundes­republik Deutschland tätig waren, ohne daß dies zu Diskus­sionen geführt hätte. Zudem spricht für Nowotny, daß er besonders gegen Ende seines beeindruckenden Fliegerlebens in der Reichsverteidigung mit dem Abschuß alliierter Bomber das Leben vieler Zivilisten im Bombenkrieg gerettet hat.</p>
<p><strong>Luftsiege an der Ostfront</strong><br />
Walter Nowotny wurde 1920 in Gmünden (Niederösterreich) geboren und verbrachte seine Jugendzeit in Mistelbach, wo sich am Friedhof noch heute eine Gedenktafel für den Jagdflieger befindet. Im Jahre 1938 legte er seine Reifeprüfung an der Realschule in Laa an der Thaya ab, wo er seit 1936 Mitglied der pennalen Burschenschaft Vandalia war. Nach der Reifeprüfung meldete sich Nowotny als Offiziersanwärter zur Luftwaffe und wurde in der Jagdfliegerschule C in Wiener Neustadt zum Flugzeugführer ausgebildet. Zum Leutnant wurde Nowotny am 1. April 1941 befördert, seine ersten Luftsiege errang er im Juli desselben Jahres an der Ostfront. Für den zehnten Abschuß erhielt er im August 1941 das Eiserne Kreuz I. Klasse, ein Jahr später für den 54. Abschuß das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Im Januar 1943 wechselte sein Geschwader auf die Focke-Wulf Fw 190, bis dahin flog Nowotny die Messerschmitt Bf 109 E-7.</p>
<p>Nach seinem 191. Abschuß im September 1943 wurden ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen und im selben Monat nach seinem 220. Luftsieg die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub.</p>
<p>Inzwischen zum Hauptmann befördert, errang er als er­ster Jagdflieger der Militärgeschichte 250 Luftsiege (in 421 Feindflügen) und bekam dafür die Brillanten verliehen.</p>
<p>Im Februar 1944 erhielt er das Kommando des Jagd­geschwaders 101 in Pau (Südfrankreich). Mitte des Jahres 1944 stellte Nowotny im niedersächsischen Achmer (bei Bramsche) dann das Erprobungskommando Nowotny auf. Dieses weltweit erste Düsen-Jagdgeschwader hatte den Auftrag, die Messerschmitt Me 262 zu erproben und führte dazu in der Reichsverteidigung Abfangeinsätze gegen alliierte Bomberverbände durch. Am 8. November 1944 wurde Nowotny beim Landeanflug auf den Flugplatz Achmer von zwei amerikanischen North American P-51 Mustang ab­geschossen. Nowotny konnte zwar noch aussteigen und seinen Fallschirm öffnen, dieser verfing sich jedoch am Leitwerk seiner Maschine und riß ihn mit in die Tiefe. An der Absturzstelle in der Nähe des Flugplatzes Achmer befindet sich noch heute ein Gedenkstein mit Überresten der Absturzmaschine und folgendem Text: „Hier fiel am 8. November 1944 nach 258 Luftsiegen der Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten Major Walter Nowotny für Volk und Vaterland.“</p>
<p>Jan Ackermeier</p>
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		<title>Ab an die Front</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 11:24:46 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Bundeswehr: Der neue GTK „Boxer“
In Afghanistan stellt der aktuell geführte Militäreinsatz der Bundeswehr ganz besondere, ungewohnte Anforderungen an die deutschen Kräfte. 1955 ursprünglich ausschließlich für die Landesverteidigung vorgesehen und entsprechend aufgestellt, stießen die deutschen Soldaten – mit dem neuen, weltweiten Einsatzkonzept – schnell und zum Teil schmerzhaft an ihre Grenzen. Die von den Aufständischen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-428" href="http://www.d-mz.de/archives/427/boxer"><img class="alignleft size-medium wp-image-428" title="boxer" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/06/boxer-300x237.jpg" alt="boxer" width="300" height="237" /></a>Bundeswehr: Der neue GTK „Boxer“</strong></p>
<p>In Afghanistan stellt der aktuell geführte Militäreinsatz der Bundeswehr ganz besondere, ungewohnte Anforderungen an die deutschen Kräfte. 1955 ursprünglich ausschließlich für die Landesverteidigung vorgesehen und entsprechend aufgestellt, stießen die deutschen Soldaten – mit dem neuen, weltweiten Einsatzkonzept – schnell und zum Teil schmerzhaft an ihre Grenzen. Die von den Aufständischen in Afghanistan angewandte asymmetrische Kriegsführung erforderte schon im Frühstadium des ISAF-Engagements Anfang 2002 ein komplettes Umdenken bei der deutschen Militärführung. Die mitgeführte Ausrüstung und ein Teil der Fahrzeuge waren unzweckmäßig oder wurden mit falschem Schwerpunkt eingesetzt.<span id="more-427"></span><!--more--></p>
<p>Im Verlauf der Folgejahre sind die Erfahrungen und Anregungen der Truppe von der deutschen Wehrindustrie aufgegriffen und in zum Teil völlig neuartigen Konzepten umgesetzt worden. Eines dieser Projekte ist das neue Gruppen- und Einsatzfahrzeug für die Jägertruppe GTK „Boxer“ von ARTEC, ein Joint Venture der Tradi­tionsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall Radfahrzeuge. Ursprünglich als eine europäische Gemeinschaftsentwicklung geplant, mußten Deutschland und die Niederlande, nachdem Großbritannien und Frankreich aus Kostengründen ausschieden, das Projekt alleine bewältigen. 2003 konnte das Konsortium den ersten fahrbereiten Prototypen vorstellen und mit den ­Praxis-Tests beginnen. 2006 wurde der „Boxer“ auf der Weltmesse für Wehrmaterial „Eurosartory“ in Paris einem fachkundigen Publikum vorgestellt.</p>
<p><strong>Neun unterschiedliche Muster</strong><br />
Es gibt vom „Boxer“ insgesamt neun unterschiedliche Muster. Darunter sind die Versionen Führungs-, Sanitäts- und Fahrschulfahrzeug. 2009 rollte das erste Se­rienfahrzeug vom Band. Eine deutsche Expertengruppe aus Technikern und Soldaten hatte in einer sechswöchigen Testreihe, die auch eine Fahrstrecke von ins­gesamt 90.000 Kilometern beinhaltete, den „Boxer“ auf „Herz und Nieren“ geprüft. Diese „Höllenwochen“ fanden in den Sand- und Steinwüsten der Vereinigten Ara­bischen Emirate und im Süden Australiens statt.</p>
<p>In „Down Under“, im Bundesstaat South Australia, liegt das ehemalige militärische Sperrgebiet „Woomera Pro­hibited Area“. Auf diesem 127.000 Quadratkilometer großen Übungs- und Schießgelände der australischen Armee wurde die Einsatzfähigkeit des „Boxer“ unter tropischen Bedingungen getestet. Besonderes Augenmerk wurde auf die Verträglichkeit der hohen Luftfeuchtigkeit und des mehlartigen Sandes für die elektronischen Anlagen und den Motor gelegt. Von großem Interesse war aber auch die Belastung für die mitfahrenden Soldaten. Wie kommt die Besatzung im Innenraum mit Hitze, Feuchtigkeit und Staub, aber auch mit dem unruhigen Geschaukel und der Enge klar? Ist das zusätzliche Anbringen von Staukästen sinnvoll? Sind diese am richtigen Platz angebracht?  Der abzuarbeitende Fragebogenkatalog war detailliert und sehr umfangreich. Die ausführlichen Tests bestätigten schließlich das gesamte Fahrzeugkonzept.</p>
<p>Nach diesen einsatzorientierten Pra­xistests sind die ersten acht „Boxer“ als „Armoured Personnel Carrier“ (APC) an die Infanterieschule des Heeres in Hammelburg ausgeliefert worden. Hier werden aktuell erste Führer und Funktionspersonal eines Jägerzuges an den neuen Fahrzeugen ausgebildet. Die hochflexiblen Jäger, die von ihrer Konzeptionierung her für die Überwachung und den Schutz von Räumen (Landstriche) prädestiniert sind, gelten auch als Spezialisten für den infanteristischen Kampf in stark bewaldetem oder schwierigem Gelände. In den zurückliegenden Jahrzehnten der Verstädterung in Europa kam für die Jägertruppe später dann noch die spezialisierte Befähigung für den Kampf in urbanem Umfeld hinzu. In einem vier Wochen dauernden Speziallehrgang an der Infan­terieschule lernen die späteren Kommandanten, Fahrer und Richtschützen des „Boxer“ die Möglichkeiten und Grenzen des Fahrzeuges in Theorie und Praxis kennen. Danach folgt eine intensive taktische Gefechtsausbildung, in der das Erlernte überprüft und gefestigt wird.</p>
<p><strong>Bis zu 103 Stundenkilometer schnell</strong><br />
Das Gepanzerte-Transport-Kraftfahrzeug (GTK) „Boxer“ macht mit seinen fast acht Metern Länge, einer Breite von knapp drei Metern und der Höhe von 2,40 Metern einen robusten und schlagkräftigen Eindruck. Der 720 PS (530 kW) starke V8 Motor von MTU treibt das 30 Tonnen schwere Gefährt spurtschnell auf bis zu 103 Stundenkilometer. Im beladenen Zustand ist – je nach Gelände – ein Einsatzradius von bis zu 1.100 Kilometern möglich. Mit seiner Minimalgeschwindigkeit von drei Stundenkilo­metern ist der „Boxer“ ein wahrer Klettermeister. Er ist problemlos in der Lage, über 80 Zentimeter hohe Hindernisse zu fahren und dabei Gräben mit bis zu zwei Metern Breite zu überwinden. Seine vier permanent angetriebenen Achsen (8&#215;8), von denen die vorderen beiden lenkbar sind, erlauben einen Wendekreis von nur 15 Metern. Das wuchtig wirkende Fahrzeug ist damit hochflexibel und kann im Gelände mit jedem kettengetriebenen Panzer mithalten. Die vom Fahrerhaus  regulierbare Reifendruckanlage gewährleistet die Bewältigung von Steigungen bis zu 60 Prozent und Seitenneigungen von 30 Prozent.</p>
<p>Der 16 Quadratmeter große Innenbereich des „Boxer“ bietet zehn voll ausgerüsteten Soldaten genügend Platz, um auch längere Anmarschwege einigermaßen bequem zu „ertragen“. Sogar an eine Klimaanlage, einen Wasserkocher und eine eigene Bordtoilette wurde gedacht. Ein nicht zu unterschätzender Luxus in den aktuellen rauhen Einsatzgebieten mit ihren extremen Temperaturen von -40 Grad bis +50 Grad. Bemerkenswert ist, daß eine komplette „Kampfbeladung“ des Fahrzeuges eine autonome Einsatzdauer von bis zu zehn Tagen ermöglicht. Der GTK „Boxer“ ist kein Kampffahrzeug, sondern soll als „Mutterschiff“ einer Jäger-Gruppe als Stützpunkt („Gruppennest“) dienen und diese zusätzlich unter Panzerschutz nahe an den eigentlichen Einsatzort bringen.</p>
<p>Vier Fahrzeuge bilden dabei einen Jäger-Zug. Drei Züge stellen die Kompanie. Zur Selbstverteidigung haben je zwei „Boxer“ eine aus dem Fahrzeuginnern fern­gesteuerte Waffenstation FLW 200 für das schwere Maschinengewehr 12,7 mm und je zwei Fahrzeuge eine FLW 200 für das Granatmaschinengewehr 40 mm. Diese Kombination der Bordbewaffnung gibt den Gruppenfahrzeugen eine effiziente Möglichkeit, unerwartet angreifende Feinde mit massivem Feuer niederzuhalten und damit das „Ausbooten“ der Jägergruppen wirkungsvoll zu gewährleisten. Mit Unterstützung der tag- und nachtkampffähigen optronischen Ausstattung, wie der hochauflösenden CCD-Farbkamera und einem Wärmebild­gerät, ist die Besatzung (auch bei zusätzlich schlechter Sicht durch Nebel, Regen oder Schnee) in der Lage, eine weitreichende Umfeldbeobachtung und -bekämpfung vorzunehmen.</p>
<p>Die stabilisierten Waffenstationen und ein präziser Entfernungsmesser erlauben auch bei schneller Fahrt oder schwierigem Gelände ein gezieltes, treffsicheres Bekämpfen von Angreifern. Die Akzeptanz des neuen Gruppenfahrzeuges bei den Soldaten ist sehr hoch. Der „Boxer“ ist mit dem neuen A400M Airbus Transportflugzeug luftverladefähig und löst letztendlich den bewährten, aber in die Jahre gekommenen „Fuchs“ als Basisfahrzeug ab. Es ist ein Beschaffungsvolumen von insgesamt 272 „Boxer“-Fahrzeugen vorgesehen. Die Auslieferung soll zwar 2016 abgeschlossen sein, ist aber bei der sehr bedenklichen Unterfinanzierung der Truppe bis dahin nicht wirklich zu erwarten. Daher wird auch die vor­gesehene Nutzungsdauer von 30 Jahren wahrscheinlich weit überschritten werden. Das Jägerbataillon 292 aus Donau­eschingen wird mit seinen „Boxer“-Fahrzeugen ab August 2011 als erste deutsche Einheit das neue taktische Einsatzkonzept im Norden Afghanistans umsetzen.</p>
<p>Björn Sefari</p>
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		<title>Die Besten der Besten</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 11:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Navy SEALs: Der Mythos der Elitekrieger
Virginia Beach ist schon eine eigenartige Stadt an der US-amerikanischen Ostküste. An der Strandpromenade steht eine etwas unförmige Statue des alten römischen Meeresgottes Neptun, über die immer wieder Militärjets donnern. Und an der Strandpromenade stehen kleine Schilder, die die Passanten darauf hinweisen, daß „Vulgärsprache“ hier verboten ist. Ein kommunales Gesetz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-420" href="http://www.d-mz.de/archives/419/82dmz1"><img class="alignleft size-medium wp-image-420" title="82dmz1" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/06/82dmz1-300x148.jpg" alt="82dmz1" width="300" height="148" /></a><strong>Navy SEALs: Der Mythos der Elitekrieger</strong></p>
<p>Virginia Beach ist schon eine eigenartige Stadt an der US-amerikanischen Ostküste. An der Strandpromenade steht eine etwas unförmige Statue des alten römischen Meeresgottes Neptun, über die immer wieder Militärjets donnern. Und an der Strandpromenade stehen kleine Schilder, die die Passanten darauf hinweisen, daß „Vulgärsprache“ hier verboten ist. Ein kommunales Gesetz regelt dort, daß unter dem Donnern der Düsenflugzeuge die blanke Höflichkeit regiert. Rauher Seemannshumor soll nicht die Touristen stören. Denn Seemänner, Matrosen und Soldaten gibt es in der Hafen- und Strandstadt zu Genüge: Mit der „Naval Air Station Oceana“ der US-Marine befindet einer der größten Militärflugplätze der Welt in Virginia Beach. Zahlreiche weitere militärische Einrichtungen, wie beispielsweise der größte Ma­rinestützpunkt der Welt in Norfolk, befinden sich in unmittelbarer Nähe. Fünf der zwölf Flugzeugträger der ­US-Navy haben hier ihren Heimathafen. <span id="more-419"></span></p>
<p>Und auch einige hundert Soldaten der Elitetruppe Navy SEALs sind dort beheimatet. Das lockt seit Wochen Journalisten und Schaulustige an, die nachmittags in einem der vielen Hotels einchecken, um abends durch die Kneipen und Clubs zu tingeln mit dem Ziel, einem leibhaf­tigen Navy-SEAL gegenüberzustehen. Kneipenwirte reagieren mittlerweile genervt auf die Gaffer von außerhalb, die sich stundenlang an einem Glas Bier festhalten und alle männlichen Gäste mustern. Wie sieht der ty­pische Navy-SEAL aus? Was hat er an? Läuft er ständig mit zwei Blondinen im muskulösen Arm herum und prahlt mit seinen geheimen Missionen? Mittlerweile, erzählt ein Wirt, machten sich junge Männer einen Jux daraus, Journalisten irre Geschichten zu erzählen und sich dabei als angebliche Navy SEALs auszugeben. Dafür bekämen sie dann schon mal einige Biere spendiert.</p>
<p><strong>Neptuns Speer gegen Osama</strong><br />
Mit der Operation „Neptune’s Spear“ trat das Seal-Team 6 (heutiger offizieller Name: DEVGRU = Development Group) am 2. Mai  2011 eher unfreiwillig in den Focus der Weltöffentlichkeit. Bei dieser Kommandoaktion drang nach offiziellen Angaben eine 24 Mann starke Zugriffseinheit des Teams 6 mit vier Hubschraubern widerrechtlich in den pakistanischen Luftraum ein und stürmte in dem Ort Abbottabad, nahe Islamabad, ein mittelgroßes, drei­stöckiges Gebäude. Bei dem Sturmlauf töteten die Seals ins­gesamt fünf Menschen (vier Männer und eine Frau), darunter den gesuchten Osama Bin Laden. In dem Bericht ist von nur einem bewaffneten Wachmann die Rede, und veröffentlichte Bilder des Hausinneren zeigten eher ein durchschnittliches Wohnhaus, in dem auch viel Kinderspielzeug herumlag. Eine moderne Kommandozentrale eines internationalen Terrornetzwerkes war nicht zu erkennen.</p>
<p>Bei dem Einsatz ging ein US-Hubschrauber zu Bruch und mußte von der Besatzung aufgegeben werden. Die Leiche von Bin Laden wurde nach US-Angaben per ­Hubschrauber auf ein Kriegsschiff gebracht, dort durch DNS-Abgleich identifiziert und im Meer beigesetzt.</p>
<p>Dabei scheint diese wohl berühmteste aller Navy SEAL-Missionen gleichzeitig auch die fragwürdigste, undurchsichtigste zu sein. Denn von diesem Einsatz existieren keine Bilder, allenfalls einige Aufnahmen des angeb­lichen Anwesens nach der Stürmung. Doch in Virginia Beach interessiert das kaum jemanden. Dort ist man auf der Suche nach den Helden von Abbottabad, zumindest jedoch vielleicht nach deren alten Stubenkameraden oder einer Ex-Freundin.</p>
<p>Daß es so schwer ist, sich den Navy SEALs zu nähern, liegt in der Natur der Sache. Die hohe Professionalität der kleinen Truppe von gerade einmal rund 2.000 Kämpfern ist ebenso legendär wie ihre Verschwiegenheit. Wer in einem muskelbepackten, volltätowierten Prahlhans auf einem Barhocker einen Navy SEAL wähnt, fällt höchstwahrscheinlich gerade auf einen Hochstapler rein. Denn Rambos und Selbstdarsteller eignen sich nicht für den Einsatz in dieser Kommandoeinheit.</p>
<p><strong>­­Höllenwoche ohne Gnade</strong><br />
Viele junge US-Soldaten träumen vom Dienst bei den Navy SEALs – viele fühlen sich berufen, doch nur wenige sind auserwählt. Die Grundanforderungen an die Männer sind hoch. Sie müssen bereits eine mehrjährige Dienstzeit in der US-Marine ohne negativen Eintrag abgeleistet haben, dürfen nicht älter als 28 Jahre sein und die tauchärztliche und psychologische Untersuchung erfolgreich durchlaufen haben. Der sportliche Eignungstest beinhaltet einen Schwimmabschnitt und einen Lauftest mit voller Ausrüstung (25 Kilogramm). Der Bewerber muß abschließend noch 42 Liegestütze, 50 Rumpfbeugen und acht Klimmzüge auf Zeit (je 2 Minuten) leisten. Diese Anforderungen sind hoch, aber für einen sportlichen Soldaten durchaus erfüllbar.</p>
<p>Der Anwärter durchläuft anschließend eine einjährige Grundausbildung im kalifornischen Coronado. In den ersten sieben Wochen wird er durch gezieltes Training physisch und psychisch aufgebaut und seine Leistungsfähigkeit dabei kontinuierlich erhöht. Dieser Abschnitt, der schon mehrfach Stoff für Hollywoodfilme lieferte, gilt als der anspruchsvollste Vorbereitungslehrgang in der gesamten US-Navy. In dem nachfolgenden fünf­wöchigen Teil werden die Bewerber an Meerwasser und Sand gewöhnt. In sehr strapaziösen Lauf- und Turnübungen sowie Hindernisüberwindungen bei Tag und Nacht prüft dieser Abschnitt die Selbstüberwindungs­bereitschaft des Einzelnen.</p>
<p>In der abschließenden „Hell Week“ („Höllenwoche“) wird der Soldat noch einmal weit über seine Grenzen hinweg gefordert. Mit gezieltem Schlaf- und Wärmeentzug, Körperertüchtigungen in nasser Uniform und weiten Paddelausflügen aufs offene Meer wird von den Ausbildern die Leidensfähigkeit der Bewerber getestet. Jeder Teilnehmer kann diese Tortur jederzeit abbrechen und den Lehrgang verlassen. Die Zahl der Abbrüche wird mit 70 bis 80 Prozent angegeben.</p>
<p>Doch erst jetzt beginnen die eigentlichen Ausbildungseinheiten.  Neben der Ausbildung an den Standard- und Spezialwaffen der SEALs und ausländischer Armeen hat traditionell die Tauchausbildung einen hohen Stellenwert. Die folgenden Wochen dienen der intensiven infanteristischen Kampfform. Hierzu zählen Kletter- und Abseiltechniken, Sprengen, Nahkampf und Fernspähtaktik. In der Abschlußphase wird das Erlernte in realistischen Großübungen noch einmal überprüft. Erst nach erfolgreichem Abschluß dieses Abschnittes werden die zukünftigen Navy SEALs zur Fallschirmsprungausbildung nach Fort Benning in Georgia versetzt. An der Luftlandeschule der US-Army erhalten sie die Befähigung zum Fallschirmjäger. Mit Beendigung der anspruchsvollen Ausbildung werden die Männer in ihre Stammeinheiten ­versetzt. Hier geht die Spezialisierung der einzelnen Soldaten für ihre endgültige Verwendung weiter (beispielsweise als Bootführer, Pionier, Sanitäter, Freifaller).</p>
<p>Die Geschichte dieser legendären Spezialeinheit geht zurück bis in den Zweiten Weltkrieg. Bereits damals begann die US-Armee, eigene Kampfschwimmer auszubilden. Kenntnisse ließen sich diese frühen Kommandosoldaten unter anderem von den Italienern vermitteln, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg über Kampfschwimmereinheiten verfügten. Die US-Navy rekrutierte die Angehörigen der neuen Einheit bevorzugt aus den kampf­erprobten und bereits spezialisierten Marine-Pionier­bataillonen. Diese zur Täuschung „Navy Combat Demolitions Unit“ (Marine-Kampfmittelräumdienst) genannte Einheit begann im Juni 1944 mit 550 ausgebildeten Soldaten, die alliierte Invasion an der französischen Küste in der Normandie vorzubereiten. Lange vor den eigentlichen Sturmtruppen waren sie in der Nacht mit Kajaks angelandet und hatten in den US-Abschnitten „Utah“ und „Omaha“ die Sperren zur Sprengung vorbereitet. So sollte eine Gasse den Truppen einen schnellen Vorstoß ermöglichen. Die Menge der von den Pionieren der Wehrmacht aufgestellten Hindernisse war jedoch so groß, daß trotzdem viele alliierte Landungsboote in den verbliebenen Sperren festsaßen oder von den Sprengfallen zerrissen wurden.</p>
<p><strong>Feindlich besetzte Strände</strong><br />
Die Erfahrungen dieser Einsätze veranlaßten US-Admiral Richmond Turner, damals Oberbefehlshaber der amphibischen Kräfte im Südpazifik, dazu, die Aufstellung weiterer Spezialverbände anzuordnen. Diese „Under­water Demolition Teams“ (UDT) genannten Verbände gelten als Vorgänger der modernen Navy SEALs. Ihre Aufgabe bestand darin, sich unbemerkt feindlich besetzten Stränden anzunähern und diese zu erkunden. Die Männer der UDT waren an allen Kriegsschauplätzen im Südpazifik im Einsatz. Dabei erlitten sie hohe Verluste. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges war die Sollstärke der UDT auf 3.500 Mann angestiegen.</p>
<p>Doch die eigentliche Geburtsstunde der Navy SEALs schlug nach der verpatzten Invasion Kubas im April 1961. Der US-Geheimdienst CIA organisierte mit Exilkubanern eine Invasion der „Schweinebucht“, die aber schnell und wirkungsvoll von den Kubanern unter Fidel Castro zurückgeschlagen werden konnte.</p>
<p>Der gerade neu gewählte US-Präsident John F. Kennedy lernte aus dieser Erfahrung: Er übertrug dem Militär wieder die komplette Planung und Durchführung von Sonderoperationen, gleichzeitig befahl er den Aufbau einer speziellen amphibischen Aufklärungs- und Kommandoeinheit – die Navy SEALs. Der Name kennzeichnet die zukünftigen Betätigungsfelder (Sea, Air, Land), bedeutet gleichzeitig im Englischen aber auch Seehund, der das ursprüngliche Wappentier der Einheit war.</p>
<p>Anfang 1962 wurde die erste Einheit, das SEAL-Team 1, auf der Insel Coronado vor der kalifornischen Küste bei San Diego aufgestellt. Das Stammpersonal rekrutierte sich überwiegend aus den Einheiten der UDTs. Die noch relativ kleinen Verbände bestanden aus zehn Offizieren und insgesamt 50 operativen Kampfschwimmern. Durch die Protektion von Präsident Kennedy konnten die SEAL-Teams auf ein umfangreiches Finanzbudget zugreifen und modernste Ausrüstung beschaffen. Sie tauschten sich in gemeinsamen Übungen mit den britischen und australischen SAS und SBS aus. Zeitgleich wurden die in den vorherigen Einsätzen gemachten eigenen Erfahrungen in neuen Ausbildungsverfahren und Einsatztaktiken umgesetzt. So erreichten die einzelnen Gruppen schnell einen hohen Einsatzstatus und konnten sich bereits ab 1963 „combat ready“ – einsatzbereit – melden.</p>
<p>Ihre Feuertaufe erhielten die SEAL-Teams während des Vietnamkrieges (1965–1973). Parallel zur US-Army Special Force („Green Berets“), zu denen sie in kameradschaftlicher Konkurrenz standen, wurden sie von der ­US-Regierung als „Militärberater“ in das südostasiatische Land entsandt. Anfangs bestand ihr Hauptauftrag in der Ausbildung der südvietnamesischen Armee und ge­legentlicher Fernspäheinsätze im Hinterland des kommunistischen Nordens. Hier erkundeten sie die Feindstärke und Anmarschwege des Vietcong. Später setzten sie auch für die CIA Agenten ab und verübten Sabotageaktionen gegen den Vietcong.</p>
<p><strong>Einsatz in Vietnam</strong><br />
Häufig gingen ihre Einsätze auch über die Grenzen ins benachbarte Laos und Kambodscha. Die SEALs infiltrierten die Einsatzgebiete auf ihren angestammten Wegen, den Flüssen oder vom Meer her. Sie benutzen dabei häufig die schnellen Patrouillenboote der Navy. Mit dem Aufkommen der Hubschrauber als universellem Transportgerät und taktischen Waffen wurden diese dann zum bevorzugten Absetzmittel der Marine-Kommandotruppen. Vereinzelt wurden aber auch noch kleine Trupps mit dem Fallschirm abgesetzt. Die Stärke der „Militärberater“ in Vietnam insgesamt stieg schnell von 750 auf fast 18.000 Mann an.</p>
<p>Der Stab der US-amerikanischen Military Assistance Command Vietnam/Study and Observation Group (MACV/SOG), der die gesamten Operationen aller ­US-Spezialeinheiten in Vietnam koordinierte, hatte seinen Sitz in Da Nang. Von dort wurde das ganze Land mit einer Flut von Kommandounternehmungen überzogen. Die Bandbreite reichte von Fernspähunternehmen über die bodengebundene Einweisung von Bomberverbänden bis hin zu gezielten Tötungen von feindlichem Funk­tionspersonal.</p>
<p>Die unkonventionell kämpfenden SEALs waren dabei die effizienteste Waffengattung der Amerikaner. Da sie an keine Richtlinien gebunden waren und ihre Kommandoaktionen mit großer Konsequenz und Kühnheit durchführten, fügten sie den Kräften des Vietcong und der Nordvietnamesischen Volksarmee (NVA) hohe Verluste zu. Gleichzeitig förderten diese Einsätze einen bis heute erhaltenen Mythos über die „Grüngesichter“ und hinterließen Verunsicherung und Angst beim Feind.</p>
<p>Die sogenannte „Tigerstripe“-Tarnuniform machte die Männer im dichten Dschungel nahezu unsichtbar, und ihre moderne Bewaffnung gab ihnen eine hohe Feuerkraft. Die stärkste Waffe der Soldaten aber war der un­bedingte Wille zur Auftragserfüllung und eine hohe, antrainierte Leidensfähigkeit. Durch die große Effizienz der nur in Truppstärke (bis fünf Mann) operierenden Kampfschwimmer waren nie mehr als 200 Navy SEALs zeitgleich in Vietnam im Einsatz. Diese Waffengattung hatte die höchste Rate an Auszeichnungen für Tapferkeit im Kampf. Nach offiziellen Quellen wird die Zahl der im Einsatz gefallenen Seals mit 17 Soldaten angegeben. Verglichen mit der Gefährlichkeit der Einsätze ist das eine sehr geringe Quote.</p>
<p>Vietnam war der erste Kriegseinsatz für die SEALs und setzte gleichzeitig den Grundstein für die weitere Entwicklung dieser Sondereinheit.</p>
<p>Nachdem sich die USA allerdings zutiefst gedemütigt und auf Jahrzehnte traumatisiert aus Südostasien zurückzogen, fand auch bei den Spezialkräften der Navy SEALs ein Umdenken statt. Bis in die 1980er Jahre kam es nicht mehr zu größeren Einsätzen. Es wurde ruhig um die Männer, die „90 Prozent ihrer Zeit trainieren, um in den restlichen zehn Prozent nicht zu fallen“, wie ein Navy SEAL-Offizier gegenüber der DMZ sagte.</p>
<p><strong>Terror und Drogen</strong><br />
Zeitgleich erschien ein neuer Feind auf der Bildfläche: Der internationale Terrorismus und die Organisierte Drogenkriminalität. Speziell zur Bekämpfung dieser Gegner ist 1981 aus Mitgliedern des SEAL-Team 2 eine eigenständige Einheit – das SEAL-Team 6 – geschaffen worden. Ihre Ausbildung und Ausrüstung wurde auf die besonderen Anforderungen von Anti-Terror-Missionen zugeschnitten. Die Männer dieser Gruppe waren die Spezialisten unter den Spezialisten.</p>
<p>Als auf der kleinen karibischen Insel Grenada im Jahr 1983 kommunistische Kräfte die Macht übernahmen, entsandten die USA für die Evakuierungsoperation „Urgent Fury“ eine 10.000 Mann starke „Combined Joint Task Force“. Darunter auch 16 Soldaten der SEAL-Teams 5 und 6. Die mangelhafte Voraufklärung durch die CIA und die Selbstüberschätzung der US-Armee führte im Verlauf dieser Operation zum Tod von vier SEAL-Mitgliedern. Sie waren bei schlechtem Wetter und mit zu schwerer Ausrüstung aus einem Hubschrauber ins Meer gesprungen – und dort ertrunken.</p>
<p>Auch die Evakuierung des britischen Botschaftsper­sonals scheiterte am massiven Abwehrfeuer der grenadinischen Soldaten und der fehlenden Panzerabwehrfähigkeit der Navy SEALs. Auf Seiten der US-Truppen gab es dabei zahlreiche Verwundete. Nach wenigen Tagen er­gaben sich die Soldaten von Grenada der fast zehnfachen Übermacht der US-Invasionstruppen.</p>
<p>Die fatalen Erfahrungen des Grenadaeinsatzes führten bei den SEALs erneut zu starken Umstrukturierungen. Die eklatanten Abstimmungsprobleme in der Führungsebene und das von starkem Konkurrenzdenken gekennzeichnete Verhalten der unterschiedlichen US-Spezialeinheiten (Navy SEALs, Special Forces und Army Rangers) offenbarten das fehlende Gesamtkonzept für Spezialoperationen. Die Ausrüstung wurde umfangreich moder­nisiert und angepaßt. Jetzt hatten die nun vier SEAL-Teams (auf 60 operative Züge verteilt) insgesamt über 2.000 Soldaten als Sollstärke.</p>
<p>In den folgenden Jahren konzentrierten sich die SEALs (im Verbund mit Einheiten der US-Delta Force) auf  Einsätze gegen Führungs- und Funktionskräfte verschie­dener Terrorgruppen im Libanon und in Libyen. Diese Missionen hatten fast immer „exekutiven“ Charakter und werden bis heute aus gutem Grund unter Verschluß gehalten.</p>
<p><strong>Paramilitärisch strukturierte Drogenkartelle</strong><br />
Der zweite Schwerpunkt der SEAL-Aktivitäten galt dem Anti-Drogen-Kampf in Lateinamerika. Da in den 1990er Jahren der größte Teil der harten Drogen in diesen Ländern industriell hergestellt und auch von dort in die USA exportiert wurden, setzte die US-Regierung den Hebel an dieser Stelle an. Gegen die paramilitärisch strukturierten Drogenkartelle hatten die lokalen und überregionalen Polizei- und Armeekräfte kein nachhaltiges Konzept. Ein großer Teil der Drogenlabore lag im unzugänglichen Dschungel der Hochebenen und damit häufig im Zugriffsgebiet unterschiedlicher politischer Guerilla-Bewegungen. Da einzelne Drogen-Bosse namentlich zu Staatsfeinden der USA erklärt wurden, konnte die US-Regierung unter Georg Bush offiziell Berater der Navy SEALs als Unterstützung und zur Ausbildung der kolumbianischen Anti-Drogen-Behörde sowie seiner Exekutivkräfte entsenden.</p>
<p>Ähnlich aufwendig und spektakulär war die Ergreifung des panamesischen Diktators Manuel Antonio Noriega Moreno. Anfangs noch ein Verbündeter der ­US-Regierung, fiel er wegen seiner Rolle bei großangelegten Drogen­geschäften in Ungnade. Im Dezember 1989 besetzten ­US-Elitetruppen in der Operation „Just Cause“ Panama, um Noriegas Treiben ein Ende zu setzen. Die SEAL-Teams 2 und 4 hatten dabei den Auftrag, seine potentiellen Fluchtfahrzeuge (ein Schnellboot und ein größeres Flugzeug) aufzuklären und unbrauchbar zu machen, was jedoch wegen der starken Gegenwehr seiner Leibgarde nicht gelang. SEAL-Team 6 sollte Noriega festnehmen, dem es jedoch gelang unterzutauchen. Während der von den USA geführten UN-Mission UNOSOM in Somalia 1992 stellten die Navy SEALs gar die Speerspitze dar. Im Morgengrauen des 9. Dezember 1992 landete ein gemischtes Kommando mit 44 Mann (davon zwölf SEALs) in der Nähe der Hauptstadt Mogadischu, um den Flugplatz und den Hafen zu sichern und später an die nachrückenden Hauptverbände zu übergeben. Dies gelang ohne Gegenwehr seitens der somalischen Milizen. Bei der verlustreichen Schlacht um Mogadischu im Oktober 1993 waren offiziell keine SEALs beteiligt. Sie führten in der Folgezeit aber noch weitere Kampfeinsätze durch und blieben bis zum Abzug der US-Truppen 1994 im Land.</p>
<p>Das bei den Navy SEALs wegen seiner Eigenmächtigkeit bei der Vergabe von Beschaffungsaufträgen für Ausrüstung und der großen Brutalität in den Einsätzen un­beliebte SEAL-Team 6 ist 1995 aufgelöst worden. Die Einsatzkräfte gingen jedoch nach einer Umstrukturierung übergangslos in der neu aufgestellten DEVGRU (United States Naval Special Warfare Development Group) auf. 2001 wurde das Team 6 komplett der CIA unterstellt und war damit nur noch administrativ (also auf dem Papier) Teil der Navy. Den Namen durfte diese Einheit wegen des großen Wiedererkennungswertes behalten.</p>
<p><strong>Im Reich der Taliban</strong><br />
Auf die Anschläge des 11. September 2011 auf New York und Washington reagierte die US-Regierung mit dem von ihr ausgerufenen „Krieg gegen den Terror“. Bereits im Dezember griffen US-Streitkräfte Afghanistan an, das damals unter der Herrschaft der radikal-islamischen Taliban stand. Wieder kamen als erstes die Spezial­einheiten des Heeres und der Marine zum Einsatz. Sie führten anfangs in den Hochebenen des  schwierigen und zerklüfteten afghanischen Terrains Fernspähaufträge durch. Parallel knüpften sie Kontakt zu den neuen „Verbündeten“, den Verbänden der Nord­allianz. Auch Einheiten der Navy SEALs waren dort im Einsatz. Sie durchkämmten mit ihren Allradfahrzeugen die Gebirgszüge, in denen die Führung der Taliban und Al-Kaida vermutetet wurde. Obwohl die afghanischen Kämpfer keine klassische infanteristische Ausbildung nach westlichem Standard hatten, fügten sie den alliierten Invasionstruppen in verbissenen Verzögerungsgefechten erhebliche Verluste zu. Die Task Force 11, der auch die SEAL-Teams unterstellt waren, hatte große Probleme, mit der mangelhaften Information ihrer afghanischen Informanten konkrete Einsätze durchzuführen. Wegen der zeitgleichen Verschlechterung der Situation im Irak wurde 2003 ein großer Teil der US-Spezialkräfte aus Afghanistan abgezogen. Die US Delta Forces „kümmern“ sich seitdem im Schwerpunkt um den Irak. Die Navy SEALs verblieben zu einem großen Teil in Afghanistan und operieren seither  in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen KSK und dem britischen SAS. Ihre Aufträge in den Brennpunkten gleichen dabei aber immer öfter einer Sisyphosarbeit.</p>
<p>Doch davon will man in diesen Tagen in Virginia Beach nichts wissen. Dort sucht man Heldengeschichten, Stories über Adrenalin, heißes Blut. Doch damit können die Navy SEALs nicht dienen. Ihre Verschwiegenheit ist gleichzeitig auch ihr größter Schutz. Das Unternehmen gegen Osama Bin Laden lastet wie ein Fluch auf Virginia Beach. Die Menschen dort fürchten sich nun vor Vergeltungsaktionen. „Dagegen kann dann auch kein Navy SEAL etwas ausrichten“, sagt ein Kellner schulterzuckend hinter seiner Theke.</p>
<p>Frank Reichel</p>
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		<title>Mythos an der Ostsee</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 11:18:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Geheimnisse des U-Boot-Grabes im Kieler Hafen
Bis heute hält sich die vielvertretene Ansicht, der Kieler Hafen berge ein geheimnisumwittertes U-Boot-Grab im Ostuferbereich, wo im Jahre 2000 damit begonnen worden war, die alte Ruine des U-Boot-Bunkers „Kilian“ für neue Kaianlagen zu planieren.
Die im Hafenwasser versunkenen mysteriösen Betonreste des „Kilian“ hatten in den Nachkriegsjahren wagemutige Schatztaucher angezogen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-414" href="http://www.d-mz.de/archives/413/82dmz2"><img class="alignleft size-medium wp-image-414" title="82dmz2" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/06/82dmz2-300x148.jpg" alt="82dmz2" width="300" height="148" /></a><strong>Die Geheimnisse des U-Boot-Grabes im Kieler Hafen</strong></p>
<p>Bis heute hält sich die vielvertretene Ansicht, der Kieler Hafen berge ein geheimnisumwittertes U-Boot-Grab im Ostuferbereich, wo im Jahre 2000 damit begonnen worden war, die alte Ruine des U-Boot-Bunkers „Kilian“ für neue Kaianlagen zu planieren.</p>
<p>Die im Hafenwasser versunkenen mysteriösen Betonreste des „Kilian“ hatten in den Nachkriegsjahren wagemutige Schatztaucher angezogen, die auf die Bergung von Quecksilber und Edelmetallen erpicht waren, die den Gerüchten nach für Japan bestimmt gewesen sein sollten. Die geheimnisvollen Trümmer im Kieler Hafen lockten im Sommer 1952 auch einen Taucher an, der mit schwerer Ausrüstung durch ein Loch in der Landseite einstieg, um einen angeblich versunkenen Fernost-U-Transporter aufzuspüren. Quer zur Landseite fand er eine mit Vidia-Stählen vollbepackte Schute. Das erhoffte Transport-U-Boot fand er nicht, auch kein ebenfalls dort vermutetes, bis dato unbekanntes Walter-U-Boot mit revolutionärem Einheitsantrieb mittels Wasserstoffperoxyd. <span id="more-413"></span>Aber in acht Metern Tiefe ertastete der Schatzsucher stattdessen ein kleineres U-Boot, dessen Bug einen halben Meter tief eingedrückt war und Schlagseite hatte. Auch ein später nachgefolgter Tauchermeister fand dieses U-Boot im südlichen Teil des Bunkers an der rechten Wand des wasserseitigen Eingangs etwa dreißig Meter vom Eingangstor. Vor der 2000 begonnenen Planierung des Bunkerbeckens überschlugen sich „kompetent“ wähnende Lokalredakteuere sich in immer neuen schlagzeilen­träch­tigen, abstrusen Berichten über die vermeintliche Iden­tität und den vorgesehenen Sonderauftrag eines ge­heimnisumwitterten „Nazi-U-Bootes“ in der Ruine und schürten in der Regionalpresse das U-Boot-Fieber, da sie eine Sensation witterten.</p>
<p><strong>Alliierter Bombenterror auf Kiel </strong><br />
Doch blenden wir zurück in die letzten Kriegstage des Jahres 1945, als das Schreckgespenst des angloamerikanischen strategischen Bombenkrieges auch im Marine­hafen Kiel allgegenwärtig war, als die Kieler Bevölkerung fast täglich in den Kellern und Luftschutzbunkern hockte, Fesselballons über den Dächern aufstiegen, Luftschutzobjekte eingenebelt wurden, nachts grell leuchtende sogenannte „Tannenbäume“ über der von Bomben zerschlagenen Stadt standen und tags darauf in den noch rauchenden Trümmern Kinder mit gefundenen Bombensplittern und Stanniolpapierstreifen spielten, welche die gegnerischen Flugzeuge zwecks Irreführung der deutschen Funkmeßgeräte abgeworfen hatten.</p>
<p>Nachdem Sir Arthur Harris, besser bekannt als „Bomber-Harris“, das britische Bomber Command übernommen hatte, gehörten nächtliche Flächenbombar­dements zum Kriegsalltag. In der Endphase des Krieges, als in Kiel die Schulen längst zerbombt waren, aber auf dem Gelände des Ostuferhafens bis zum bitteren Ende hoch­moderne U-Boote gebaut und ausgerüstet wurden, erlebte die ­heutige schleswig-holsteinische Landeshauptstadt ihre schlimm­ste Heimsuchung durch die alliierten Bomberflotten. Die gezielte Luftattacke auf die Kieler U-Boot-Werften eröffneten am 11. März 1945 nicht weniger als 340 ­B-24-Maschinen der 8. US-Air Force. Doch die 709 Tonnen abgeworfener Bomben trafen keine U-Boote; im Hafen wurden stattdessen die Minensuchboote M 266, M 804 und M 805 sowie ein kleines Tankschiff versenkt. Die 8. US-Luftflotte war, nachdem sie am 12. März 1945 Swinemünde, am 30. März 1945 Wilhelmshaven, Hamburg und Bremen heimgesucht hatte, mit 700 Maschinen am 3. April 1945 abermals über Kiel zur Stelle und warf dort eine Bombenlast von 2.200 Tonnen ab. Neben Schäden auf der Germaniawerft (GW) und den Deutschen Werken Kiel (DWK) wurden außer dem Minenschiff „Brummer“, dem Minentransporter „Irben“, dem Minensucher M 802, den Räumbooten R 59, R 119, R 261 und den U-Booten U 1221, U 2542, U 3505 auch der Tanker „Mexphalte“ sowie die großen deutschen Fahrgastschiffe „New York“ und „Monte Olivia“ versenkt.</p>
<p>Anschließend schickten sich die Briten ihrerseits an, mit ihren Groß-Luftangriffen auf Kiel die U-Boot-Werften zu treffen. Am 9. April 1945 ließ Harris das RAF-Bomber-Command zu einem Präzisionsangriff auf Kiels Hafenanlagen aufsteigen – dem 81. Angriff auf die längst darniederliegende Stadt. Als um 21.33 Uhr am 9. April 1945 die Luftalarmsirenen aufheulten, waren 576 bri­tische Flugzeuge im Anflug auf Kiel. Ihre Zerstörungs­absicht richtete sich diesmal gezielt gegen die Werft­anlagen der DWK im Ostuferhafen.</p>
<p><strong>Leidgeprüfte Zivilbevölkerung</strong><br />
In jenen düsteren Tagen suchte nicht nur die leid­geprüfte Zivilbevölkerung Zuflucht in den städtischen Luftschutzbunkern, auch die Besatzungen der bei den DWK und den Howaldtswerken zur Instandsetzung oder Endausrüstung befindlichen Boote wähnten sich unter der Betondecke des bei den DWK über einem Dock errichteten U-Boot-Bunker „Konrad“ und des vor der Schwentinemündung gelegenen U-Boot-Doppelbunkers „Kilian“ relativ sicher vor Bombenschlägen.</p>
<p>Das unter der Baunummer G 950 bei der Germaniawerft am 26. März 1945 vom Stapel gelassene U 4708, eines der damals fortschrittlichen „Elektro-U-Boote“ des Typs XXIII (234 t, 34,68 m), hatte am 9. April 1945 eine Werftprobefahrt durchgeführt. Wegen der Fliegergefahr hatte die Leitung der GW kurzzeitig verfügt, das unmittelbar vor der Abnahme durch die Marineaufsicht stehende Boot in das Südbecken des nahen Bunkers „Kilian“ zu verlegen. Zu dieser Zeit lag dort bereits das große Typ-IXC/40-Boot U 170, dessen Sehrohr zwecks Reparatur gezogen werden sollte.</p>
<p>U 4708 zählte gemeinsam mit U 4704 zu den einzigen Booten ihres Typs, die von ihrer Bauwerft mit einem dunklen Tarnüberzug, einer rundherum aufgeklebten vier Millimeter dicken Buna-Folie namens „Alberich“, gegen Schallortung versehen worden waren. Seine Bauzeit hatte sich infolgedessen gegenüber herkömmlich aus­gestatteten Booten um zirka eine Woche verzögert. An Bord befanden sich an diesem Abend insgesamt sieben Mann; zwei zum Bordkommando zählende Marine­angehörige, der Maschinen-Maat Erwin Knortz und der Gefreite Heinz Tillmann, sowie fünf Mitarbeiter der GW, darunter der Garantie-Ingenieur Karl Schmidt. Der Kommandant, Olt.z.S. Dietrich Schulz, und die übrige Besatzung hatten ihr Quartier auf dem in der Innenhörn liegenden Wohnschiff „Holstenau“ bezogen.</p>
<p>In jenen späten  Abendstunden hielten sich viele Besatzungsmitglieder der unlängst zuvor mit Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten angekommenen Dickschiffe „Admiral Scheer“, „Admiral Hipper“ und „Emden“ sowie Angehörige von Sicherungsschiffen und Booten im „Konrad“ auf, als von 22.29 Uhr bis 22.54 Uhr das RAF-Bomber-Comand seine todbringende Fracht ablud. Aus den Bombenschächten der in 11.000 Meter Höhe anfliegenden Flugzeuge prasselten 6.712 500-lb-, 469 1000-lb-, 486 4.000-lb-, vier 8.000-lb- und zwei 12.000-lb-Bomben auf das Kieler Werftareal nieder. Bei den 4.000-lb- und 8.000-lb-Bomben handelte es sich um sogenannte Luftminen, während die zwei 12.000-Lb-Bomben bewehrungsbrechende, mit Detonationsverzögerung ausgestatte Sprengkörper waren, sogenannte „Tallboys“.</p>
<p><strong>Der Betonbau schwankte unter der Wucht der Bomben</strong><br />
Ringsum krachten die Bomben nieder, Feuerfunken zuckten durch die Spalten des Bunkertores, der massige Betonüberbau schwankte wie ein Schiff auf stürmischer See. Als die letzten abfliegenden Bomber noch zu hören waren, öffnete sich das Bunkertor des „Konrad“, und es zeigte sich das ganze Ausmaß des Infernos: brennende Maschinenhallen, Flammen auf dem Vorschiff der „Hipper“, die „Emden“ hatte schwere Treffer erhalten, neben dem „Konrad“ hatten die niedergegangenen Fliegerbomben im Dock I die U-Boote U 1227 (Typ VIIC) und U 2516 (Typ XXI) zerstört sowie das Torpedoboot T 1, das Minensuchboot M 504 und drei Handelsschiffe vernichtet. Um 23.35 Uhr kenterte gegenüber der Bunkerpforte an der Werftpier die „Scheer“. In den abgeschotteten Kammern des über die Steuerbordseite gekippten Stahlriesen kämpften eingeschlossene Marinesoldaten der Schiffs­sicherungsgruppe ums schiere Überleben. Kaum 1.000 Meter vom Innenhafen der DWK entfernt vollzog sich in jenen Schicksalsminuten ähnlich Schreckliches: das Drama im U-Boot-Bunker „Kilian“.</p>
<p>Während des Luftangriffes hatte der Kommandant von U 170, Olt.z.S. Hans Gerald Hauber, in kluger Voraussicht – und entgegen einem ausdrücklichen Befehl – alle Außenposten auf seinem Boot eingezogen und befohlen, die Luks zu verriegeln. „Alles auf Tauchstation! Schottendichtzustand!“ wurde in U 170 angeordnet, das über mehrere Abteilungen verfügte. In dem hereingekommenen U 4708 gab es keine druckfesten Kugelschotts zu schließen, lediglich das Turmluk konnte in dem Einraum-Boot, neben einer einfachen Stahltür zum Motorenraum, dichtgesetzt werden. Die Männer in U 4708 waren in ihre Arbeit vertieft und hatten nicht einmal wahrgenommen, daß es Fliegeralarm gegeben hatte.</p>
<p>Die gezielt auf den „Kilian“-Bunker angesetzten britischen Bomber verfügten jeweils über ein spezielles Zielgerät für Präzisionsangriffe. In Höhe des Flak-Standes detonierte unmittelbar vor dem rechten Bunkereingang eine überschwere Luftmine. Eine urgewaltige Druck- und Flutwelle schwappte in die Bunkerbecken. Sämtliche Außenposten der im Nordbecken liegenden Boote und die sich im „Kilian“ aufhaltenden Wachmanschaften und Arbeiter wurden sofort getötet. Die Bedienungsmannschaft des Flak-Standes kam augenblicklich bis auf den letzten Mann ums Leben. Die massiven Stahlplatten des Hängetors wurden weggerissen, Teile davon prallten auf das Achterschiff von U 4708, rissen hinter dem Turmaufbau, wo sich der Luftansaugschacht und die Abgasleitung für den Dieselmotor befanden, ein Leck in den Einhüllenrumpf. Lediglich U 170 erlitt als einziges Boot im Bunker keine Beschädigungen und Menschenverluste.</p>
<p><strong>Gefechtsstationen wurden besetzt</strong><br />
Die Vorsichtsmaßnahme vom Kommandanten war unter Deck von U 170 zunächst belächelt worden. Die Gefechtsstationen in der Zentrale waren gerade besetzt worden, als offenbar – so stellte es sich im Bootsinneren dar – ein Volltreffer den Bunker traf. Es war ein unvorstellbarer Knall, ein Krachen, Bersten und Brausen. Halb betäubt sahen die Bootsinsassen ihren Tiefenmesser ausschlagen bis zur 40-Meter-Marke, dann ging der Zeiger langsam zurück und blieb bei 25 Meter stehen. Die Besatzung wähnte sich mit ihrem großen Boot in den Grund des Hafens gebohrt. Erst ganz langsam, es verstrichen bange Minuten, kehrte der Zeiger des Tiefendruckmanometers in die Nullage zurück. Es herrschte eine drückende Stille im Boot, bis die Männer einige undeutliche Rufe zu hören glaubten. Olt.z.S. Hauber kurbelte das Turmluk auf und streckte seinen Kopf heraus.</p>
<p>„Scheinwerfer auf die Brücke“, befahl er. Nun konnten er und seine Männer sehen, was geschehen war. Drei Männer schwammen im Wasser. Weiter sahen sie mit Erschrecken, daß der Platz steuerbords neben U 170 leer war. Hier hatte eben zuvor das neue XXIIIer Boot gelegen. Und dann sahen sie, daß die Panzerplatten des Hängetores in der Einfahrt des Bunkerbeckens fehlten, und sie leuchteten mit ihrem Scheinwerfer auf die Förde hinaus, wo der Angriff noch weitertobte.</p>
<p>Was aber war mit U 4708 geschehen? Es war empor­geworfen worden, hatte mit seinem Bug die rechte Pierseite gerammt. Wasser war in das aufklaffende Achterschiff geschossen. Das Typ-XXIII-Boot besaß aufgrund seiner typgebundenen Konstruktion wenig Auftriebreserven.</p>
<p>U 4708 sank mit verklemmtem Turmluk, das Häuflein seiner Insassen mit sich hinabreißend. Vor den sehr rasch ins Boot eindringenden Wassermassen, die zum Teil auch durch die zerstörten Luft-, Abgas- und Schnorchel­armaturen hineinfluteten, flüchteten sich sechs der im Boot befindlichen Männer in die Luftblase unter dem Ausstiegsluk der Bootszentrale. Einer der Maschinisten vermochte sich nicht dahin zu retten, er blieb im voll­l­aufenden Maschinenraum. Drei Männern gelang es, sich die Steigleitern hinauf durch das enge Luk der Zentrale in den Turmaufbau zu zwängen, währenddessen U 4708 Schlagseite bekam. Unter ihnen drängten drei andere Kameraden nach. Doch für einen Weiteren war kein Platz mehr im Turm. In der Enge und Finsternis der sich neigenden Turmkammer (zirka 1,7 Meter im Durchmesser) versuchten die Männer in angstgetriebener Eile, das aufgrund der vorangegangenen Beschädigungen stark verspannte Turmluk zu entriegeln. Das Wasser reichte ihnen bereits bis zum Halse. Das allerletzte Luftpolster verringerte sich von Atemzug zu Atemzug. Mit einer Hebelstange wuchteten sie in ihrem Verlies immer verzweifelter am Lukenspalt herum. Als sich endlich das Luk öffnen ließ, füllte sich das Turminnere  sofort bis in den letzten Winkel mit Wasser. In der stockfinsteren Tiefe rangen die Soldaten um ihr Leben, klammerten sich verzweifelt an die Füße derjenigen, die den Weg nach oben fanden. Drei Männer entrannen dem Schrec­ken und erreichten lebend die Wasseroberfläche, einer blieb in der Zentrale. Ins­gesamt fünf Männern wurde U 4708 bis heute zum stählernen Sarg.</p>
<p><strong>Das tragische Schicksal von U 4708 </strong><br />
Angehörige der U 170-Besatzung zogen schließlich die im Wasser Treibenden heraus. U 4708 war infolge der Unebenheit des Bunkergrundes zur Backbordseite hin gekippt. Es lag mit seinem Turm am Heck von U 170, dessen Leitender Ingenieur tags darauf mit dem Tauchretter das Unterwasserschiff inspizierte, weil Beschädigungen am Tiefenruder des IXC-Bootes befürchtet wurden. U 170 diente den zerbombten Howaldtswerken noch eine Zeitlang als Not-E-Kraftwerk, ehe es Ende April 1945 nach Horten in Norwegen verlegte. Die U 4708-Besatzung sollte nach dem Verlust ihres Bootes U 2323 übernehmen, was die Wirren des nahenden Kriegsendes aber nicht mehr zuließen.</p>
<p>In den letzten Kriegstagen war der Bunker „Kilian“ noch mit den Booten U 393, U 475, U 1162 und U 2512 belegt. Um Mitternacht des 2./3. Mai 1945 erfolgte der letzte schwere Luftangriff des RAF Bomber Command auf Kiel. Gegen 2 Uhr des 3. Mai 1945 erschien ein Kurier des Flottillenchefs im Bunker und befahl, sofort aus­zulaufen oder zu sprengen, woraufhin sämtliche U-Boote den Bunker verließen. Im Kieler Hafen versenkten sich – entgegen dem ausdrücklichen Befehl von Großadmiral Karl Dönitz – mehr als 140 deutsche Schiffe und Boote selbst. Der im Dock V der DWK liegende Schwere Kreuzer „Hipper“ sprengte sich selbst. Dann, am 4. Mai 1945, klang das Kettengerassel der ersten in die Stadt eindringenden englischen Spähpanzer durch die Straßen.</p>
<p>Nach Kriegsende war der Kieler Hafen mit nahezu 400 Wracks der größte Schiffsfriedhof der Welt. Die alliierte Drei-Parteien-Kommission (Triparté) setzte alles daran, den Verbleib jedes deutschen U-Bootes zu klären und insbesondere nach den legendären schnellen Walter-­U-Booten zu fahnden.</p>
<p>Im Zuge ihrer Demontagepolitik („Disarmament Branch“) gingen die Briten zuerst daran, die Bunkerbauten in der Stadt und bei den Werften zu zerstören. Am 1. September 1946 begannen die Guards Division Engineers ­mit den Vorbereitungen zur Sprengung des „Kilian“. Wochenlang war das Arbeitskommando der 14th Field Company Royal Engineers damit beschäftigt, 288 Bohrlöcher in den insgesamt 168 Meter langen, 65 Meter breiten und 20 Meter hohen Bunker zu bohren und mit Intensivladungen (aus der Umgebung Kiels stammende Restmunition) zu füllen. Um Schäden durch die zu erwartende Druckwelle am Kieler Westufer zu vermeiden, wo sich das damalige Head Quarter Military Goverment Schleswig-Holstein (heute der Sitz der schleswig-holsteinischen Landesregierung) und der British Kiel Yacht Club (alter Olympiahafen) befanden, verankerte der Kings Harbourmaster Kiel den Frachter „Jan Wellem“ in einem Abstand von 120 Metern als Schutzschild vor der Bunkeröffnung. Als um 11.10 Uhr des 25. Oktober 1946 die Zündung des 12,3-Tonnen-Sprengsatzes erfolgte, barst „Kilian“ in einer gewaltigen Detonationswolke auseinander, begruben die zusammenstürzenden Betonblöcke U 4708 und die Männer, die in ihm ihre Grabstätte fanden.</p>
<p><strong>„Kilians“ Sprengung</strong><br />
Im September 1959 führte die in Kiel ansässige Firma Stallzus eine zweite Sprengung durch, die sich auf die Wasserfrontseite des „Kilian“ beschränkte und den bis dahin noch bestehenden Dachquerträger des Bunkerportals in die Fluten stürzen ließ. Von der Landseite her war kaum mehr an die Ruine heranzukommen, da die Ho-waldtswerke hier jahrelang ihren Bauschutt hinein­gekippt hatten. Nur das Heck ragte wasserseitig aus dem Bodenhügel heraus. Der Versuch einer Minentaucherkompanie der Bundesmarine, dem Geheimnis des „Ki­lian“ nach 43 Jahren auf die Spur zu kommen, scheiterte in der Modderbarriere, die sich im Laufe der Jahrzehnte dort gebildet hatte und wahrscheinlich durch den nahen Schiffsverkehr des Innenhafens hineingedrückt worden war. Erst mußten acht Tage lang im Weg steckender Eisenschrott abgebrannt und sechs Meter Schlammschicht abgesaugt werden, ehe Elmer Wartmann, Tauchtruppchef des Landesmunitionsräumdienstes, inmitten der schwarzen Brühe einen 40 Meter langen und äußerst engen Stollen im Trümmer- und Eisenspierenwerk entlangkriechen konnte, um dann an der abgeknickten Decke entlang auf Tiefe zu gehen. Schließlich glaubte er, das ­U-Boot ertastet zu haben, eng unter der Schräge der gestürzten Decke eingekeilt. Wahrscheinlich hatten, so vermutete er, die Trümmerbrocken, von der zweiten Sprengung herrührend, den Bootsrumpf zusammen­gequetscht. Er ragte, nach Wartmanns Angaben, kaum mehr als zwei Meter aus dem Bunkergrund heraus.</p>
<p><strong>Der Bunker als „Anti-Kriegsmahnmal“</strong><br />
Die Trümmerstücke der deutschen Geschichte des Zweiten Weltkrieges erregten die Gemüter noch einmal, als das Landesamt für Denkmalpflege sie schließlich wegen ihres historischen Wertes als „Anti-Kriegsmahnmal“ in das Denkmalbuch eintrug. Letzlich aber setzte sich die Hafenwirtschaft durch. Als im Jahre 2000 eine Spundwand um den zerstörten U-Bootsbunker eingerammt und das Areal zugeschüttet wurde, „versiegelte“ man zugleich das U-Boot-Grab — das trotzdem bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist.</p>
<p>Eckard Wetzel</p>
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		<title>„Symbol des  Faschismus“</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 11:15:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Serbien: Was geschieht mit Ratko Mladic?
Lazarfeld heißt heute Lazarevo. Kaum jemand kannte die kleine Stadt im serbischen Banat, die um 1800 von deutschen Kolonisten besiedelt wurde. Den Namen hat das Städtchen von Lukas Lazar, einem Land­eigentümer und frühen findigen Geschäftsmann aus Siebenbürgen, der den Landstrich 1782 erwarb und daraufhin an die Deutschen verpachtete. Doch das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-402" href="http://www.d-mz.de/archives/401/82dmz3"><img class="alignleft size-medium wp-image-402" title="82dmz3" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/06/82dmz3-300x148.jpg" alt="82dmz3" width="300" height="148" /></a>Serbien: Was geschieht mit Ratko Mladic?</strong></p>
<p>Lazarfeld heißt heute Lazarevo. Kaum jemand kannte die kleine Stadt im serbischen Banat, die um 1800 von deutschen Kolonisten besiedelt wurde. Den Namen hat das Städtchen von Lukas Lazar, einem Land­eigentümer und frühen findigen Geschäftsmann aus Siebenbürgen, der den Landstrich 1782 erwarb und daraufhin an die Deutschen verpachtete. Doch das ist lange her. Heute leben dort Serben, und bis zum 26. Mai floß das Leben in der Gemeinde eher gemächlich dahin. Doch an jenem Maitag stürmten serbische Sicherheitskräfte Lazarevo und legten dem wohl heute berühmtesten lebenden Serben Handschellen an: Ratko Mladic.</p>
<p>In den Medien wird die Verhaftung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers seitdem gefeiert. In den deutschen Redaktionsstuben läßt man das Wörtchen „mutmaßlich“ dabei auch schon mal gerne unter den Tisch fallen. Die Bild-Zeitung hat bereits einen passenden Namen für Mladic parat: Dort ist er nur noch der „Balkan-Schlächter“.<span id="more-401"></span></p>
<p>Mladic – geboren 1942 im bosnischen Ort Bozanovicik, der heute eben 66 Einwohner zählt – war von 1992 bis 1996 Oberbefehlshaber der Armee der international nicht anerkannten bosnischen Serbenrepublik. Im Bosnienkrieg, der von 1992 bis 1995 tobte und schließlich mit dem Abkommen von Dayton endete, welches das Vielvölkerkonstrukt „Bosnien und Herzegowina“ entgegen dem Willen der dort lebenden Kroaten und Serben ret­tete, war Mladic Heerführer der serbischen Verbände. Als rechte Hand des bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic, der 2008 in Belgrad verhaftet und an Den Haag ausgeliefert wurde, werden Mladic die mehrjährige Be­lagerung von Sarajewo und das sogenannte „Massaker von Srebrenica“ vorgeworfen.</p>
<p><strong>Schlechte Karten für Mladic</strong><br />
Mladic hat alles in allem schlechte Karten. Er soll nun ebenfalls an den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag ausgeliefert werden, wo ihm der Prozeß gemacht werden soll. Für Serbien könnte das das Ticket in die Europäische Union sein. Der Handel ist denkbar einfach: Belgrad liefert alle mutmaß­lichen Kriegsverbrecher nach Den Haag aus, dafür öffnet sich Brüssel wiederum für die Balkanrepublik. Viele EU-Ermittler vermuten, daß der Aufenthaltsort von Ratko Mladic ser­bischen Stellen lange bekannt war, er allerdings von alten Armeefreunden geschützt wurde – vielleicht sogar von einigen Köpfen in der obersten Etage der serbischen Politik.</p>
<p>Mladic, so heißt es, gelte in Serbien als Volksheld und nicht als „Schlächter“. Am Tag seiner Verhaftung und ­danach fanden in Serbien zahlreiche Protestveranstaltungen gegen seine Auslieferung nach Den Haag statt, einige Protestler aus Lazarevo forderten sogar, den Ort künftig nach seinem berühmtesten Gast zu nennen – Mladicevo. Doch das wird man in Belgrad kaum abnicken, denn es würde das künftige EU-Land Serbien in ein schlechtes Licht rücken.</p>
<p>Ratko Mladic sieht nicht aus wie ein Sym­pathieträger. Er ist ruppig, hat stets ein gerötetes Gesicht, und auf Bildern, die ihn als Armeegeneral zeigen, schaut er stets grimmig drein. Deutsche Korrespondenten berichten im Deutschlandfunk, Mladic sei sehr unfreundlich zu ihnen während des Bosnienkrieges gewesen. Bei Pressekonferenzen habe er den Krieger raushängen lassen, kritische Fragen habe er einfach ignoriert, manchmal sogar Journalisten einfach vor die Tür setzen lassen. Man kann sich vorstellen, wie dort Welten aufeinanderstießen: Hier der bullige serbische General – stets in Tarnuniform – in den völlig undurchsichtigen Wirren eines brutalen ethnischen Krieges, dort die in Cordsackos gehüllten deutschen Germanistik-Absolventen mit Journalistenausweis.</p>
<p>Srebrenica im Juli 1995 – Ratko Mladic soll dort verantwortlich für die Exekution von 8.000 Menschen sein. Zuvor habe er die Männer und Frauen voneinander getrennt, erstere habe er töten lassen, letztere seien deportiert worden. Dies alles habe zudem noch unter den Augen von niederländischen Blauhelmsoldaten stattgefunden, die ebenfalls vor Ort waren. Wer heute „Srebrenica sagt, muß Auschwitz denken“, kommentiert der ser­bische Autor Alexander Dorin zynisch die Medien­bericht­erstattung über das „Massaker von Srebrenica“. Und er hat recht: Der SPD-Politiker Freimut Duve sprach von der „Rampe von Srebrenica“ und Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) nannte die Stadt das „Symbol des serbischen Faschismus“.</p>
<p><strong>Zweifel an offizieller Version</strong><br />
Dieses Symbol könnte Mladic in Den Haag nun das Genick brechen. Aber nicht nur serbische Revisionisten bezweifeln die offizielle Version vom „Abschlachten wehrloser Muslime“, auch US-amerikanische Wissenschaftler wie der Medienanalyst Edward S. Herman, der eng mit Noam Chomsky zusammenarbeitet, weisen auf die vielen unbeantworteten Fragen im Zusammenhang mit Srebrenica hin.</p>
<p>Die Beweislage scheint so dünn, daß Ratko Mladic den Prozeß dazu nutzen dürfte, die These vom Massaker zu entkräften – sofern diese überhaupt zur Debatte steht und man nicht von vornherein von der Richtigkeit der offiziellen Version von Srebrenica ausgeht. So meint der serbische Journalist Nikola Zivkovic, der 30 Jahre lang in Berlin lebte und auch für deutsche Medien schreibt: „Das Gebiet um Srebrenica wurde im Juli Tag und Nacht von zahlreichen westlichen militärischen Beobachtern und von US-Satelliten überwacht. Es gibt bislang keine Zeugen, Beweise oder Fotos von Massenerschießungen solcher Dimension. Hätten sie stattgefunden, müßten sie stundenlang gedauert haben. Solch ein Ereignis geheimzuhalten und nicht zu fotografieren, wäre bei der Präsenz der vielen westlichen Militärs unmöglich ge­wesen.“</p>
<p>Und tatsächlich: Während einerseits Zeugen mit widersprüchlichen oder unglaubwürdigen Aussagen große öffentliche Aufmerksamkeit in den westlichen Staaten zuteil wurde, blieben andere wichtige Aussagen vollkommen unberücksichtigt. Auf Ignoranz trafen nicht nur die Entlastungsversuche von serbischer Seite, sondern auch die Aussagen der in Srebrenica stationierten hollän­dischen Blauhelme. Diese wollen ein Massaker nicht gesehen haben. Das niederländische NRC Handelsblad beschrieb noch im Sommer 1995 die Stimmung unter den Soldaten des UN-Dutch Batallions, den Dutchbatters, unter der Überschrift: „Serben sind für die holländischen Blauhelme jetzt die guten Kerle.“ Die Zeitung zitierte eine Menge Äußerungen. So sagte etwa der Soldat Karel Mulder: „Vieles, was man über die Serben sagt, ist Blödsinn … Ich war drei Tage lang unter den Flüchtlingen, und die Serben haben sie gut behandelt.“ Der Soldat Arnold Blom: „Als wir in der Enklave patrouillierten, wurde von den Moslems serbisches Feuer provoziert. Sie schossen über uns drüber und wollten damit erreichen, daß die Serben einen von uns treffen, damit man ihnen für die Außenwelt wieder den schwarzen Peter zuschieben kann.“  Besonderes Aufsehen erregte der Kommandeur der Dutchbatters, Ton Karremans. Sein Urteil: „Die Schlacht um Srebrenica war von den Serben eine korrekte militärische Aktion. Sie haben auch absichtlich das Bataillon nicht direkt beschossen. Mladic hat uns auf schlaue Weise ausmanövriert.“</p>
<p>Auch die Zahl der Toten von Srebrenica, die sich in den Medien nun bei „8.000“ eingependelt hat, scheint alles andere als sicher. Einige Forscher sprechen von 2.000 bis 3.000, andere von 7.500. Die 1996 vom damaligen ­US-Präsidenten Bill Clinton eingerichtete International Commission on Missing Persons will über DNS-Analysen 6.186 Personen identifiziert haben – über einen breit­angelegten Gen-Abgleich mit potentiellen Verwandten in ganz Bosnien-Herzegowina.</p>
<p><strong>„Ermordete“ oder „Gefallene“?</strong><br />
Doch die Hauptfrage scheint nach wie vor: Handelte es sich tatsächlich um ein „Massaker“, oder sind die Toten Gefallene aus den vorangegangenen Gefechten zwischen bosnisch-muslimischen und bosnisch-serbischen Einheiten unter Ratko Mladic? Doch selbst im letzteren Fall könnte es sich um ein Kriegsverbrechen handeln, da in einigen Massengräbern Augenbinden und Stricke zur Fesselung gefunden wurden. Wurden dort etwa kriegs­gefangene bosnisch-muslimische Soldaten exekutiert? Doch auch dann ist ungeklärt, ob diese Morde von der Armeeführung angeordnet wurden oder ob es ein spontanes Pogrom war, das die Generalität nicht verhindert hat, weil sie es entweder nicht verhindern konnte oder nicht wollte. Schriftliche Befehle oder Zeugen, die solche Befehle bestätigen würden, gibt es nicht.</p>
<p>Sollte es der Verteidigung von Ratko Mladic gelingen, all jene Fragen über Srebrenica auf die Tagesordnung von Den Haag zu bringen – es würde ein spannender Prozeß. Denn Srebrenica ist das Menetekel der Serben, es stempelte sie zu den „Bad Boys“ Europas. Das „Massaker von Srebrenica“ ließ den Westen nicht lange fackeln, um 1999 Serbien anzugreifen – auch die deutsche Luftwaffe beteiligte sich daran. Angeblich ging es darum, ein „zweites Srebrenica“ im Kosovo zu verhindern.</p>
<p>Markus Schwerdtfeger</p>
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		<title>Mehr als nur Patronen</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 15:27:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>

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		<description><![CDATA[
Auch in diesem Jahr: Internationales Monte-Kali-Pokalschießen
Wer bereits an einem der 27 internationalen Monte-Kali-Pokalschießen (MKP) teilgenommen hat, der wird sich an die gute und grenzübergreifende Kameradschaft erinnern.
Mit über 1.000 Teilnehmern kann sich das MKP als der größte europäische Schießwettbewerb mit Militärwaffen bezeichnen. Neben dem Kampf um einen der begehrten Pokale ist es das Rahmenprogramm, welches die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-393" href="http://www.d-mz.de/archives/392/mkp0112"><img class="alignleft size-medium wp-image-393" title="MKP0112" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/05/MKP01121-300x206.jpg" alt="MKP0112" width="300" height="206" /></a></p>
<p><strong>Auch in diesem Jahr: Internationales Monte-Kali-Pokalschießen</strong></p>
<p>Wer bereits an einem der 27 internationalen Monte-Kali-Pokalschießen (MKP) teilgenommen hat, der wird sich an die gute und grenzübergreifende Kameradschaft erinnern.</p>
<p>Mit über 1.000 Teilnehmern kann sich das MKP als der größte europäische Schießwettbewerb mit Militärwaffen bezeichnen. Neben dem Kampf um einen der begehrten Pokale ist es das Rahmenprogramm, welches die Teilnehmer auch nach ihrer Teilnahme auf dem Schießplatz hält.</p>
<p>Das Monte-Kali-Pokalschießen wurde 1984 durch ein Mitglied der Reservistenkameradschaft (RK) Giesel an­geregt und wird in diesem Jahr zum 28. Mal ausgerichtet. Seit dem vergangenen Jahr findet das Schießen auf dem Wackernheim Regional Range Komplex in Rheinland-Pfalz statt. Zuvor wurde der Wettkampf auf der US-Rifle Range im hessischen Messel ausgerichtet. Der Umzug auf die kleinere Wackernheimer Anlage, die von der 1st US Armored Division zur Verfügung gestellt wird, wurde durch die Schließung der hessischen Rifle Range notwendig.<span id="more-392"></span></p>
<p>Seinerzeit wurde die US-Rifle Range offiziell nach dem 25. MKP (DMZ berichtete) mit dem letzten Schuß durch den Diensthabenden Colonel aufgegeben. Zwar versuchte die RK Giesel in Zusammenarbeit mit der Deutschen Reservistenkameradschaft, das Gelände zu übernehmen, jedoch wurden im darauffolgenden Jahr die Auflagen erhöht und eine Nutzung von Militärwaffen gänzlich untersagt. Hintergrund für die Einschränkung war der kurz davor erfolgte Amoklauf von Winnenden, welchen verschiedene Medien dazu nutzten, Druck auf das zuständige Regierungspräsidium in Darmstadt auszuüben. Dieses zog daraufhin kurzfristig die bereits erteilte Genehmigung für die Mi­litärwaffennutzung zurück und erlaubte nur zivile Waffen.</p>
<p>Durch die Medien wurden auch Naturschützer auf­geschreckt, welche nun eine weitere Nutzung des seit einem Jahr stillgelegten Schießplatzes aus Umweltschutzgründen verhindern wollten und Gegenanträge stellten. Anhand dieser Probleme und einer ungewissen Weiternutzungserlaubnis, war es nötig, eine neue Heimat für das MKP zu finden. Diese fand sich glücklicherweise in Zusammenarbeit mit der 1st US Armored Division aus Wiesbaden.</p>
<p><strong>Kampf in Viererteams</strong><br />
Den Namen Monte-Kali-Pokalschießen erhielt der Wettbewerb von einem Kalibergwerk in der Nähe von Giesel, dem Heimatort der RK bei Fulda. Aus einer Distanz von 300 Metern bekämpfen Vierergruppen die Fall- und Klapp-Scheiben mit dem Gewehr Colt M16 A2 (5,56 x 45 mm). Jeder der vier Schützen erhält 15 Schuß, welche er in einer Zeit von zwei Minuten abzugeben hat. Die Punktevergabe erfolgt sowohl für Treffer als auch für die Geschwindigkeit des Teilnehmers. So werden dem Schützen für die Unterschreitung der vorgegebenen Höchstzeit auch Punktgutschriften erteilt. Diese wirken sich sowohl auf die Team-, als auch auf die Einzelschützenauswertung aus.</p>
<p>Teilnahmeberechtigt sind aktive Bundeswehreinheiten, Mitglieder Deutscher Reservistenkameradschaften, An­gehörige ausländischer Streitkräfte und deren Reser­vi­sten, aber auch waffentragende Beamte aus ganz Europa. Besucher sind auf der Schießbahn nicht gestattet. Der Zutritt zum Schießplatz wird nur mit gültiger Berech­tigungskarte gewährt. Die Sicherung und Kontrolle des Geländes werden von der US-Armee übernommen.</p>
<p>Insgesamt gibt es 34 Preise zu gewinnen. Durch die Auswertung der Punkte werden nicht nur die fünfzehn besten Mannschaften ermittelt, sondern auch die fünfzehn besten Einzelschützen. Je nach Plazierung werden Pokale in unterschiedlicher Größe vergeben. Einen weiteren Preis erhalten zusätzlich die Mannschaften mit der höchsten Punktzahl in der Mannschaftskategorie. Diese unterteilen sich in Bundeswehrmannschaft, Reservistenmannschaft, internationale Mannschaft und Behörden-Mannschaft. Nur die beste Mannschaft darf sich über einen Pokal freuen. Die Pokale bestehen aus großkalibrigen NATO-Geschoßhülsen in verschiedener Größe. Sie  sind poliert, graviert und teilweise mit dem Wappen der RK Giesel verziert.</p>
<p><strong>Abendliche Kameradschaftstreffen</strong><br />
Bei vielen anderen Schießwettbewerben kommen die Schützen erst kurz vor ihrer Startzeit auf dem Schießplatz an und verschwinden meist sofort danach wieder. Doch nicht so beim Monte-Kali-Pokalschießen. Durch ein breitgefächertes und interessantes Rahmenprogramm –sowohl am Schießstand als auch beim abendlichen Kameradschaftstreffen – hat die Reservistenkameradschaft Giesel zwei spannende Tage für alle Teilnehmer geschaffen. So findet man auf dem Schießplatz nicht nur eine gute Verpflegung, sondern auch Informationen über und Ausstellungen von neuen Waffen. Außerdem kann man sich beim Gästeschießen beweisen. Hierbei bieten sowohl die amerikanischen als auch die niederländischen Streitkräfte den Erwerb von ausländischen Schießabzeichen an.</p>
<p>Der Schütze muß auf einem Schießstand die erforder­liche Punktzahl erkämpfen, um diese jeweiligen Abzeichen in Bronze, Silber oder Gold zu erhalten und auch tragen zu dürfen.</p>
<p>Wie schon im vergangenem Jahr bieten auch 2011 die Ausbilder der niederländischen Luftwaffe die Möglichkeit zum Erwerb des niederländischen Schieß­ab­zeichens „Pistol“ der niederländischen Streitkräfte an. In insgesamt sechs Positionen muß der Schütze in wenigen Sekunden seine 18 Schuß nach Ansage auf die beiden Ringscheiben abgeben. Während der Übung muß er mit der Glock 17 stehend, sitzend, kniend und liegend schießen.</p>
<p>In Zusammenarbeit mit den US-amerikanischen Streitkräften können auch in diesem Jahr die US-Schieß­auszeichnungen „Submachine Gun“ mit der HK UMP „Rifle“, mit dem Gewehr Colt M4 und beim Zielwurf mit Übungsgranaten das Abzeichen „Grenade“ erreicht werden. Je nach Abzeichen, kann es bis zu drei verschiedene Stufen (Bronze, Silber, Gold) geben.</p>
<p>Auf dem Schießplatz gibt es auch sonst so einiges zu bestaunen. So konnte man im vergangenen Jahr das C7, den M16 Klon von Colt Canada und das Mossberg Schrotgewehr einmal in die Hand nehmen und sich von Fachleuten erklären lassen. Das C7 gewann in Holland den Wettbewerb um das neue Sturmgewehr der niederlän­dischen Streitkräfte. Mit sechsfach rastbarem Schulterstück, einem großen Auswurfknopf für das Magazin und der Bedienung des Sicherungshebels von beiden Seiten des Laufs bietet das Gewehr eine komfortable Nutzung. Das auch seitlich angebrachte Anbausystem bietet Platz für viele Auf- und Ausrüstungsgegenstände. Der an­gebrachte Vertikalgriff lässt sich leicht zum Zweibein umfunktionieren, und mit nur einem Handgriff kann das Leuchtpunktvisier durch eine Dreifachoptik ergänzt werden.</p>
<p><strong>Blend- und Lärmgeschosse</strong><br />
Als neue Erweiterungswaffe beim zweiten Mann der niederländischen Infanterie wird seit kurzem das Mossberg-Schrotgewehr eingesetzt. Neben dem Gewehr konnte man auch die unterschiedliche Munition begutachten. Neben Blend- und Lärmgeschossen waren auch Patronen mit unterschiedlicher Durchschlagskraft für Tür, Mauer und auch härtere Hindernisse zu bestaunen.</p>
<p>Auch die Abendveranstaltungen gehören zu einem guten Wettkampf. So findet am ersten Abend ein bunter Kameradschaftsabend mit musikalischer Unterhaltung durch die DJ´s vom Bundeswehr-Radio Andernach statt, welche bis in die frühen Morgenstunden für Stimmung sorgen.<br />
Aber auch rund um den Festbereich findet man vor vielen Zelten noch gute Gespräche, ein kühles Bier und Kameradschaft pur.</p>
<p>Etwas früher und nicht unbedingt so lange, erfolgt samstags die Preisverleihung mit allen Teilnehmern. Auch wenn nicht jeder gewinnen kann, ist die Stimmung immer kameradschaftlich und gesellig.</p>
<p>In diesem Jahr findet das Monte-Kali-Pokalschießen am 6. und 7. Mai statt. Während sich das Festgelände noch im vergangenen Jahr einige Kilometer entfernt vom Schießplatz befand, ist es nun in die Nähe gerückt. Auch die Zeltmöglichkeiten sind nun direkt am Festplatz gegeben.<br />
Wer sich und seine Mannschaft anmelden möchte, hat noch bis Ende April die Möglichkeit dazu.</p>
<p>Dieter Zengel</p>
<p><em>Informationen zum Wettbewerb sowie zur Anmeldung finden Sie im Internet unter <a href="http://www.rk-giesel.de/">www.rk-giesel.de</a></em></p>
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		<title>Waffen aus Spitzenproduktion</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 15:23:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Internationale Waffenbranche trifft sich in Deutschland
Obwohl die Bundesrepublik Deutschland weltweit eines der strengsten Waffengesetze hat, ist in Nürnberg eine international erfolgreiche Messe zum Thema entstanden. Die „Internationale Waffenausstellung“ (IWA) wächst seit Jahren kontinuierlich und übertraf 2011 die bisherigen Zahlen erneut: Dieses Jahr präsentierten 1.166 internationale Aussteller (2010: 1.141) in sieben Messehallen ihre Waren den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-387" href="http://www.d-mz.de/archives/386/waffenmesse"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-387" title="Waffenmesse" src="http://www.d-mz.de/wp-content/dateien/2011/05/Waffenmesse1-150x150.jpg" alt="Waffenmesse" width="150" height="150" /></a>Die Internationale Waffenbranche trifft sich in Deutschland</strong></p>
<p>Obwohl die Bundesrepublik Deutschland weltweit eines der strengsten Waffengesetze hat, ist in Nürnberg eine international erfolgreiche Messe zum Thema entstanden. Die „Internationale Waffenausstellung“ (IWA) wächst seit Jahren kontinuierlich und übertraf 2011 die bisherigen Zahlen erneut: Dieses Jahr präsentierten 1.166 internationale Aussteller (2010: 1.141) in sieben Messehallen ihre Waren den über 34.000 Fachbesuchern (2010: 32.214).</p>
<p>Mehr als 75 Prozent der Aussteller und über 60 Prozent der Fachbesucher waren aus dem Ausland angereist. Interessenten kamen unter anderem aus den USA, Südafrika, Indien, China, Pakistan und Rußland, um die aktuellen Neuheiten zu begutachten und sich mit anderen Waffen-Experten auszutauschen.<br />
Auf der Messe wurde ein breites Spektrum an Waffen und vielfältigem Zubehör, Jagdartikeln aller Art, op­tischen Instrumenten als Beobachtungs- und Zielmittel aber auch historische Replikate von Waffen und Rüstungen gezeigt.<span id="more-386"></span></p>
<p>Stark gewachsen ist in den letzten Jahren der Markt für militärische und polizeiliche Ausrüstung: Es gab alles rund um Dienstwaffen und Einsatz-Ausrüstung – von ballistischen Schutzwesten (sogenannten „kugel­sicheren Westen“) und Funktionsbekleidung über Holster und Taschen bis hin zu Produkten für den Personen- und Objektschutz. Am Vortag der Fachmesse trafen sich zudem über 600 internationale Gesetzeshüter zur Europäischen Polizeitrainer-Fachkonferenz und zur Fachkonferenz der Deutschen Hochschule der Polizei.</p>
<p>Zu den Neuheiten: Tarnbekleidung wird immer perfekter. Durch neue Materialien sind Uniformen und zivile Kleidungsstücke komfortabler zu tragen, gleichzeitig aber auch noch robuster für harte Einsätze und mit besserem Schutz gegen Nässe und Kälte. Die Modelle werden durch neue Zuschnitte, zahlreiche Innen- und Außentaschen sowie Kombinationsmöglichkeiten von Kleidung und Zu­behör fast zu technischen Ausrüstungsgegenständen und sind längst weit mehr als reine Bekleidung. Beispielsweise werden Einsatzhosen angeboten, die der Träger selbst im Falle einer Verwundung durch eine besondere Vorrichtung zwischen den aus zwei Stofflagen bestehenden Hosenbeinen zum Abbinden und Stoppen einer Blutung benutzen kann.</p>
<p><strong>Perfektionierte Tarnmuster</strong><br />
Zunehmend perfektioniert wurden auch die Tarnmuster, die für unterschiedlichste Umgebungen angeboten werden. Die neuen und keineswegs rein militärischen Tarnungen sind auch bei Jägern und Naturfreunden beliebt und werden sehr gerne genutzt, weil sie von Wildtieren selbst aus kurzer Entfernung kaum erkannt werden, solange der Träger sich nicht bewegt. Auch Tarnmuster, die mit Nachtsichtgeräten wesentlich schlechter gesehen werden können, wurden angeboten.</p>
<p>Die Hersteller haben sich diesem Trend angepaßt und bieten sowohl militärische als auch jagdliche Waffen – von der Präzisionsbüchse über Sturmgewehre bis hin zu Pistolen und Schrotflinten – an, die bereits in den gän­gigen Tarnmustern lackiert sind.</p>
<p>Modernste Technik wird in Form von Nachtsicht- und Nachtzielgeräten angeboten. Während für Schußwaffen bestimmte Nachtzielgeräte in Deutschland streng ver­boten sind, ist deren Besitz und Nutzung in vielen Ländern ohne gesetzliche Auflagen möglich; hierzulande sind nur Geräte zur reinen Beobachtung erlaubt. Durch die gesunkenen Preise für solche Technik sind selbst hochwertigste Geräte, die bisher praktisch nur für Militär und Polizei erschwinglich waren, bereits ab etwa 3.500 Euro zu bekommen. Wegen der in vielen Gegenden Deutschlands zunehmenden Wildschweinplage interessieren sich immer mehr Jäger für die Geräte. Auch die neuartigen und bisher im zivilen Bereich kaum verfügbaren Thermalsicht­geräte (der Betrachter sieht auf einem Bildschirm, welche Temperaturunterschiede sein Beobachtungsobjekt aufweist und erhält so ein deutliches Bild) wurden vor­gestellt. Die Bundeswehr hat diese Technik bereits vor einigen Jahren eingeführt, und die Geräte haben sich im Einsatz sehr bewährt. In einfacherer Version sind solche Wärmesichtgeräte nun ab etwa 8.000 Euro auch für den zivilen Markt verfügbar.</p>
<p><strong>Neue Kameratechnik</strong><br />
Ein weiterer Trend sind sogenannte Wildkameras, die eine Vielzahl von Herstellern zu immer günstigeren Preisen, aber mit immer besseren Eigenschaften anbietet. Es handelt sich dabei um digitale Foto- und Filmkameras, die in aller Regel auch mit Nachtsichtfunktion ausgestattet sind. Bewegt sich vor der Kamera ein Objekt, nimmt das Gerät ein Foto oder ein kurzes Video auf. Hochwertigere Geräte lösen nur aus, wenn das bewegte Objekt wärmer als die Umgebung ist; Bilder von fallenden Blättern beispielsweise sind damit ausgeschlossen. Manche besonders fortschrittliche Geräte können die aufgenommenen Fotos über das Mobilfunknetz versenden, ein anderes Modell ist  sogar in der Lage, ein 360-Grad-Rundumfoto aufzunehmen.</p>
<p>Inzwischen sind viele Wildkameras ausgereift, bieten zuverlässige Funktion schon für unter 200 Euro und können natürlich nicht nur zur Beobachtung von Wildtieren, sondern auch zur Überwachung von Anlagen genutzt werden.</p>
<p>Robuste Softair-Waffen<br />
Ein größeres Angebot findet sich auch im Bereich von sogenannten Softair-Waffen, deren Qualität immer besser wird. Noch vor wenigen Jahren als „Erbsenpistolen“ verlacht, handelt es sich inzwischen um technisch ausgereifte, den historischen oder modernen Originalen bis in kleinste Details getreu nachgebildete Waffenimitationen, die auch im Hinblick auf die Bedienung ihren Vorbildern entsprechen. Durch die Fertigung aus Nichteisen-Metallen und hochwertigem Kunststoff sind die Modelle so robust, daß sie immer öfter von Polizei und Militär zu Trainingszwecken eingesetzt werden.</p>
<p>Dabei sind die identische Bedienbarkeit, aber auch die geringen anfallenden Kosten wichtige Faktoren: Wegen der geringen Gefährdung der Umgebung läßt sich mit diesen Waffen, die meist nur etwa ein Joule Energie ab­geben, überall trainieren. Weite Anfahrten zu Schießanlagen und die hohen Kosten für deren Einrichtung und Betrieb entfallen.</p>
<p>Auch für den zivilen Bereich ist das Training mit Soft­air-Waffen in der eigenen Wohnung, dem Keller oder dem eigenen befriedeten Gelände rechtlich zulässig. Während Softair-Pistolen meist mit einem Gasgemisch aus Druckflaschen betrieben werden, enthalten die meisten Langwaffen einen Akku-Pack und einen kleinen Elektromotor, der die zum Schießen erforderliche Druckluft erzeugt.</p>
<p>Mit der Qualität der Waffen sind allerdings auch die Preise gestiegen: Während billige Plastikwaffen ab 50 Euro zu haben sind, kosten hochwertige Trainingspistolen aus Metallguß bereits um die 200 Euro. Eine original­getreue Softair-MPi 5 in Lizenz von Heckler &amp; Koch kostet ab 600 Euro aufwärts, und wer ein in allen Details ori­ginalgetreues Softair-MG 42 aus Vollmetall besitzen möchte, muß deutlich über 2.000 Euro bezahlen.</p>
<p>Gerade Deutschland ist für seine große Tradition qua­litativ hochwertigster Klingen weltweit bekannt, aber nicht nur die Solinger Anbieter zeigten ihre Produkte, sondern auch Produzenten aus China,  Indien, Rußland, Japan und vielen anderen Ländern. Vom Kunstwerk aus Damast bis zum stabilen, robusten Arbeitsgerät war – einschließlich modernster Kochmesser aus Keramik – alles vertreten, was eine Klinge hat. Nicht unproble­matisch sind dabei die national unterschiedlichen Gesetze bezüglich erlaubter und verbotener Messer, die vom technisch-sachlichen Standpunkt her meist nicht nachvollziehbar sind. Immer wieder scheitern technisch inter­essante Produkte daran, daß sie für den weltweiten Vertrieb nicht geeignet sind, weil sie in unterschiedlicher Gestaltung hergestellt werden müßten, was zu überhöhten Herstellungskosten führen würde.</p>
<p><strong>Schußwaffen zum Selbstschutz</strong><br />
Überhaupt ist die rechtliche Situation für den legalen Waffenbesitz immer wieder ein großes Thema auf der Internationalen Waffenausstellung: Vor allem in den USA, aber auch in vielen osteuropäischen Staaten sind in den letzten Jahren die Bestimmungen für das Führen von Schußwaffen zum Selbstschutz deutlich gelockert worden. Dies löste einen regelrechten Boom bei der Nachfrage für bequem verdeckt führbare Revolver und Pistolen aus. Gerade in Amerika ist dabei die Qualität deutscher Hersteller wie Walther oder Heckler &amp; Koch sehr gefragt, die den Markt mit modernen, extrem zuverlässigen Waffentypen wie zum Beispiel der Walther PPS, dem inoffiziellen Nachfolgemodell der weltberühmten Walther PPK, beliefern.</p>
<p><strong>Schlechter Ruf in Deutschland</strong><br />
Viele deutsche Waffenkonstrukteure und -händler freuen sich über den Kontakt und den fachlichen Austausch mit internationalen Kunden und Kollegen. Ein deutscher Büchsenmacher und Hersteller hochwertigster Jagdwaffen lobte das Interesse seiner zahlreichen russischen Kunden an seinen Jagdbüchsen und freute sich über das Ansehen seines Handwerks dort. In Rußland sei er als Jäger gern gesehen und seine Handwerkskunst als Büchsen­macher werde hochgeschätzt, in Deutschland hingegen fühle er sich als „potentieller Amokläufer“ behandelt, so klagte der vielfach ausgezeichnete Büchsenmachermei­ster im Gespräch mit der DMZ und bat um Vertraulichkeit, da er einen Ansehensverlust befürchte.</p>
<p>Insgesamt waren die Aussteller auf der IWA mit der Auftragslage sehr zufrieden, das Geschäft ziehe nach der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder sehr deutlich an. Allerdings betreffe dies nur den internationalen Markt, der Absatz von Waffen im Inland lasse jedes Jahr mehr nach.</p>
<p>Auch wenn sich also die ganze Welt in Deutschland trifft, um sich über die neueste Technik im Waffenbereich zu informieren, „Know-How“ auszutauschen und Handel zu treiben – was den legalen Besitz von Jagd- und Sportwaffen für Deutsche betrifft, sehen wir einer sehr un­sicheren Zukunft entgegen.</p>
<p>Walter Gerhard Teuffel</p>
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