Archiv für die Kategorie „Bundeswehr“

Raubkatze „Serval“

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug des Kommando Spezialkräfte
Als im Jahr 2002 die ersten Erfahrungen aus dem ISAF-Einsatz in Afghanistan vorlagen und aus­gewertet werden konnten, erwies sich, daß ausgerechnet das deutsche Kommando Spezialkräfte (KSK) nicht über ein adäquates Fahrzeug für den Einsatz verfügte. Für die Eliteeinheit war dies ein großer Nachteil, dringendes Handeln war unbedingt geboten. Das KSK meldete ­geeignete Mehrzweckfahrzeuge als einsatzbedingten ­Sofortbedarf an.
Diese Fahrzeuge mußten schnellstmöglich beschafft werden, denn die bisher vorhandenen Gefährte vom Typ „Wolf“ ESK (Einsatzfahrzeug Spezialisierte Kräfte) waren für den Einsatz in Afghanistan völlig ungeeignet. Die Einsatzfähigkeit der Elitetruppe konnte überhaupt nur notdürftig aufrechterhalten werden, weil die verbündete US-Armee leihweise Fahrzeuge aus ihrem HMMWV-Bestand („Humvees“) zur Verfügung stellte. Allerdings erfüllten auch die „Humvees“ die Anforderungen des KSK nicht, denn vor allem in Hinblick auf Geländegängigkeit und Nutzlast legte die deutsche Spezialeinheit hohe Maßstäbe an.
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Panzer, marsch!

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Historische Fahrzeugschau bei der WTD 41
Mit der direkt an der idyllischen Mosel gelegenen Stadt Trier wird neben einer der wichtigsten rö­mischen Städtegründungen auf keltisch-germanischem Gebiet ganz selbstverständlich auch eine lange militärische Tradition verbunden. Noch heute zeugen beeindruk­k­ende Bauwerke wie die Kaiserthermen und die Porta ­Nigra von einer Zeit, als römische Besatzungstruppen nach Unterjochung des einheimischen Stammes der ­Treverer die bedeutendste Garnisonstadt nördlich der ­Alpen errichteten.
Zu der mehr als 2.000jährigen Militärgeschichte ge­hören auch die Lebenserinnerungen eines Paul Ettighofer, der die „Gespenster am Toten Mann“ bei Verdun kennenlernen mußte, oder das Kriegserleben eines Werner Beumelburg, das er mit seinem Roman „Gruppe Bosemüller“ für die Nachwelt festhielt. Beide dienten während des Ersten Weltkriegs in Trierer Regimentern. Doch in die zahlreichen ehemaligen kaiserlichen Kasernengebäude sind zwischenzeitlich mittelständische Unternehmen und universitäre Einrichtungen eingezogen, und auf den einstigen Exerzierplätzen wurden Baumärkte und Einkaufszentren errichtet. Schon seit Jahrzehnten hat die Stadt an militärischer Bedeutung verloren. (weiterlesen…)

Rüstungsexporte zurückgegangen

Dienstag, 11. Dezember 2012

Deutschland hat 2011 Rüstungs­exporte im Wert von 5,4 Milliarden Euro genehmigt – fast 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies geht aus dem Mitte November von der Bundesregierung bestätigten Rüstungsexportbericht hervor. Gleichzeitig gingen die tatsächlichen Ausfuhren militärischer Güter allerdings stark zurück. Sie fielen von 2,12 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf nur noch 1,28 Milliarden Euro. Dennoch gilt Deutschland weiterhin als der drittgrößte Kriegswaffenlieferant weltweit. Unter den sogenannten „Drittländern“ waren im letzten Jahr Brunei, Singapur und der Irak die größten Empfänger deutscher Rüstungsgüter. Kritik kam erwartungsgemäß von der Opposition und den einschlägigen „antimilitaristischen“ Gruppierungen. „Munter exportiert die Bundesregierung weiter Kampfpanzer nach Saudi-Arabien und Katar und destabilisiert damit eine ohnehin instabile Region. Das ist kurzsichtig und unverantwortlich“, schimpfte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. Regierungssprecher Steffen Seibert wies die Kritik zurück.

Einsatz in Mali?

Dienstag, 11. Dezember 2012
Angela Merkel (Foto: Wikipedia(Armin Linnartz

Angela Merkel (Foto: Wikipedia(Armin Linnartz

Die EU will einem Bericht der Bild zufolge mindestens 240 Soldaten in das von einem Aufstand erschütterte Mali entsenden. An dem Einsatz soll sich nach den Vorstellungen der EU auch die Bundeswehr betei­ligen. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) haben Deutschlands Bereitschaft zur Teilnahme an der Mis­sion bereits signalisiert. Der Norden des westafrikanischen Landes wird seit einem Staatsstreich von islamistischen Rebellen kontrolliert. Die internationale Mission soll bei der Ausbildung der malischen Armee helfen, damit diese die Lage militärisch wieder unter Kontrolle bringen kann. Das inter­nationale Kontingent soll sein Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako aufschlagen und dort über 15 Mo­nate vier einheimische Kampfbataillone ausbilden. Der Bundeswehrverband kritisierte unterdessen den „unüberlegten und verantwortungslosen Einsatz“, der „Teil einer nur lückenhaften politischen Konzeption“ sei. Der stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes, André Wüstner, befürchtet „eine direkte Verwicklung in kriegerische Auseinandersetzungen“. Wie die Bild weiter berichtet, verfügen die Rebellen über Minen, Sturmgewehre, Panzerfäuste, Gra­naten und andere Waffen aus Beständen der libyschen Armee, die nach der Ermordung des libyschen Staatsoberhauptes Muammar al-Gadaffi islamistischen Gruppen, die dem Terrornetzwerk Al Kaida nahestehen, in die Hände gefallen sind.

Spezialkräfte am Boden

Dienstag, 11. Dezember 2012

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr muß noch min­destens bis 2015 oder gar 2016 auf neue Hubschrauber für den Lufttransport warten. Dies berichtet Spiegel Online unter Berufung auf einen „geheimen Bericht“ aus dem Verteidigungsministerium, der dem Blatt vorliege. Ohne neue Hubschrauber sind die Elitesoldaten ins­besondere zu Luft­sturm- und Kommandoeinsätzen nur bedingt befähigt. Im Dauereinsatz in Afghanistan muß das KSK schon seit längerem hauptsächlich am Boden agieren. Grund: Fehlende­ Hubschrauber. Der Einsatz vom Boden aus ist ungleich gefährlicher und bietet kaum denselben Überraschungsmoment wie das Anrücken aus der Luft. Das KSK verfügt derzeit nur über eine kleine Flotte von Hubschraubern des Typs Bölkow BO-105. Die Maschinen sind jedoch veraltet, zu klein und zudem für Einsätze in heißen Regionen wie Afghanistan nicht geeignet. Der Verteidigungsausschuß des Bundestages beschloß daher schon im November 2011 die schnelle Beschaffung neuer leichter Mehrzweckhubschrauber für das Kommando. Die Umsetzung zieht sich nun offenbar in die Länge. Deutschland hat sich allerdings gegenüber der NATO ­verpflichtet, ab 2013 an internationalen Einsätzen von Spezialkräften aktiv teilzunehmen – entsprechende Missionen setzen die Befähigung zum eigenen Lufttransport voraus, erklärte der Verteidigungsausschluß schon 2011 in seinem Beschluß. Die FDP-Verteidigungs­expertin Elke Hoff sieht bereits jetzt „den Schutz der eigenen Soldaten in Afghanistan und die Bündnis­fähigkeit der Bundeswehr in ernster Gefahr“.

Raubtier der Bundeswehr

Montag, 29. Oktober 2012

„Wolf“-Nachfolger: LAPV 5.4 „Enok“
Keine Nachkriegsepoche hat so starke Veränderungen für die Bundeswehr mit sich gebracht, wie die Einsatzzeit (seit 2001) in Afghanistan. Niemand hat die Soldaten ausreichend auf das vorbereitet, was dort über sie hereinbrach. Extremes Klima, kaum nennenswerte Infrastruktur, eine teils feindlich gesinnte Bevölkerung und die von den regionalen Rebellengruppen geführte Guerillataktik gegen die ISAF-Verbände. (weiterlesen…)

Fliegende Innovation

Montag, 29. Oktober 2012

Die ILA Berlin Air Show 2012

Auch in  diesem Jahr hat die traditionsreiche Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin gezeigt, daß sie ein bedeutender Dreh- und Angelpunkt für die weltweite Luftfahrtindustrie ist. Die 230.000 Besucher stellten dabei auch den größten Zuschauerzulauf in der über 100jährigen Geschichte der ILA dar. Auf dem neuen ExpoCenter Airport – in direkter Nachbarschaft zum zukünftigen Großflughafen Berlin/Brandenburg – ist dazu in Rekordzeit die Nutzungsfläche für das 250.000 Quadratmeter große Veranstaltungs­gelände fertiggestellt und unmittelbar in Betrieb genommen worden. In den drei festen Ausstellungs- und Eventhallen mit insgesamt 20.000 Quadratmetern Fläche, den vier temporären Großraumzelten sowie in zahlreichen Pavillons und großzügigen Freiflächen präsentierten vom 11. bis zum 16. September mit einem eindrucksvollen Materialaufgebot über 1.240 Firmen dieser Hochtechnologiebranche aus 46 Ländern ihre zivilen und militärischen Entwicklungen, Produktfamilien sowie angegliederte Service- und Dienstleistungspaletten. (weiterlesen…)

Heimatschutz

Sonntag, 28. Oktober 2012

Die Bundeswehr stellt erneut aus Reservisten rekrutierte Heimatschutzverbände auf. 27 Einheiten in Kompaniestärke mit insgesamt 2.700 Soldaten sollen in ganz Deutschland bis Ende 2013 auf­gestellt werden. Die erste Kompanie der sogenannten Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSUKr) hat in Bremen schon im Juni dieses Jahres ihren Dienst auf­genommen. Erst 2007 wurden die Heimatschutz­bataillone aufgelöst, jetzt ist die Truppe wieder da. Die RSUKr haben vorrangig die Aufgabe, die aktive Truppe im Rahmen des Heimatschutzes zu unterstützen. „Es geht in erster Linie um Wach- und Sicherungsaufgaben militärischer Anlagen der Bundeswehr“, erklärte der im Verteidigungsministerium zuständige Oberstleutnant Uwe Roth. Aber auch zur „Unterstützung von Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsgewinnung“ sowie zum Katastrophenschutz können die Kom­panien herangezogen werden. Das klingt wenig spektakulär, birgt aber enormen Sprengstoff: Kritiker fürchten, daß die Heimatschutzverbände auch in Hinblick auf innere Unruhen auf­gestellt wurden.  Der Große Senat des Bundesverfassungsgerichts, also der Erste und Zweite Senat zusammen, hat erst Mitte August den Einsatz der Bundeswehr im Innern in „Ausnahmesituationen katastrophischen Ausmaßes“ für zulässig erklärt. Der Einsatz gegen die Bevölkerung wird zwar von allen Verantwortlichen und auch von Karlsruhe zunächst ausgeschlossen. Aber „man kennt solche Gewißheiten. Das Gewisse ist einige Zeit später schon nicht mehr gewiß“, kommentiert Heribert Prantl in der Süddeutschen.

Weitere Kooperation zwischen Luftwaffe und Wirtschaft

Sonntag, 28. Oktober 2012

Am Rande der internationalen Luftfahrtausstellung 2012 (ILA 2012) schloß die Luftwaffe mit dem Rüstungsunternehmen Diehl Defence Holding GmbH eine Rahmenvereinbarung über eine Kooperation in der Reservistenarbeit. Die Zusammenarbeit soll hauptsächlich die Reservistentätigkeit von Mitarbeitern von Diehl Defence fördern. „Ohne die Reservistinnen und Reservisten ist die Einsatz- und Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte in vielen Bereichen eingeschränkt“, erklärte dazu Generalleutnant Dieter Naskrent, Stellvertreter des Inspekteurs der Luftwaffe und Beauftragter für Reservistenangelegenheiten der Luftwaffe, der die Kooperationsvereinbarung für die Luftwaffe unterzeichnete. Ähnliche Vereinbarungen hat die Luftwaffe bereits mit anderen Unternehmen geschlossen. Im März war beispielsweise eine Kooperation mit der EADS-Tochter Cassidian unterzeichnet worden (DMZ berichtete).

Erste Korvette im Einsatz

Sonntag, 28. Oktober 2012

Am 24. September ist erstmals eine Korvette der Klasse 130 („Braunschweig“-Klasse) in den Auslandseinsatz ausgelaufen. Die „Magdeburg“ nimmt am UNIFIL-Einsatz (United Nations Interim Force in Lebanon) vor der libanesischen Küste im Mittelmeer teil. Der Einsatzverband hat die Aufgabe, in Abstimmung mit der libanesischen Marine die Seewege vor der Küste zu überwachen und den Waffenschmuggel in den Libanon zu unterbinden. Die Korvette wird dort zwei Monate lang im Einsatz sein. Erst im Sommer hatte die „Magdeburg“ ihr Einsatzausbildungsprogramm abgeschlossen. Die neuen Korvetten waren in den letzten Monaten vor allem durch technische Mängel in die Schlagzeilen geraten. Umso mehr freut sich Fregattenkapitän Steinweller nun, „die Leistungsfähigkeit der Korvette erstmals im Einsatz unter Beweis stellen zu können“.